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2014Copacabana/Bolivia – UyunikmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
13.10.2014/Mo  Copacabana – La Paz165-16.568400S,-68.089410W/3320
14.10.2014/DiLa Paz0-16.568400S,-68.089410W/3320
15.10.2014/MiLa Paz – Challapata357-18.887528S,-66.764283W/3760
16.10.2014/DoChallapata – Potosi – Sucre361-19.042615S,-65.255744W/2850
17.10.2014/FrSucre – Potosi/Ojo de Inca182-19.467216S,-65.794859W/3413
18.10.2014/SaOjo d.I. – Uyuni/Lokifriedhof228-20.481097S,-66.838370W/3671
19.10.2014/SoUyuni (Lokifriedhof-Einkaufen)16-20.481097S,-66.838370W/3671


Frühmorgens fahren wir los und erleben wohl eine der schönsten Streckenabschnitte auf dieser Reise. Bei stahlblauem Himmel zeigen sich immer wieder die Cordilliera Real mit ihren höchsten Gipfeln, den Illampu (6368), den Ancohuma (6427) und den am nächsten zu La Paz liegenden Huayna Potosi mit 6088m.


Mit einer eher ungewöhnlichen Fähre geht es von San Pedro nach San Pablo, dem engsten Kanal des Titicacasees. Bob bekommt wegen seiner Grösse ein eigenes Gefährt.




Natürlich muss ich mich erkundigen, wie gross die Tragkraft ist, welche eine solche Fähre zu tragen vermag. Mit der Antwort von gut 20 Tonnen bin ich zufrieden, Bob wiegt ja nur 10.5 Tonnen. Es schaukelt ganz schön, obwohl es keine grossen Wellen hat. Bei hohem Wellengang wäre mir noch weniger wohl. Wir folgen den gutgemeinten Ratschlägen, nicht mit dem Auto durch La Paz zu fahren und gelangen via Achocallo ins Valle de Luna zum Hotel/Camping Oberland. Unser liebgewonnener Riesenschnauzer Dongo (natürlich mir Frauchen und Herrchen) ist auch da und es scheint, dass er uns langsam kennt, weil er uns schwanzwedelnd begrüsst. Es folgt ein Mittagessen im Restaurant Oberland und ein nettes   Gespräch mit dem Besitzer, Walter Schmid. Bei weiteren unterhaltsamen Gesprächen am Abend mit Oliver/Carina, Heiner/Ingrid, Conny/Lutz und Jonathan erfahren wir unter anderem, dass Jonathan in Copacabana keine Busse bezahlen musste; er hat seine Papiere wieder ohne grössere Probleme und weiteren Diskussionen erhalten – sein „Gejammer“ hat sich gelohnt.


Bereits gestern haben wir via Walter eine Führerin bestellt und wollen die Stadt La Paz unter kundiger Leitung ansehen. Es schliessen sich auch Conny, Lutz und Jonathan an. Zuerst geht es im „Collectivo“ (öffentlicher Kleinbus) für 1 Boliviano (CHF 0.15) pro Person, vorbei am Valle de Luna, hinunter in die teilweise recht noblen Vororte bis zum Plaza San Francisco. Unsere deutschsprechende Führerin Isabella erklärt uns kurz die Geschichte der Stadt und wir werfen einen Blick in die Basilica de San Francisco.


Die reich verzierte Fassade wurde von indigenen Steinmetzen geschaffen und zeigt Vögel, Blumen, Früchte und Details des menschlichen Körpers, die man an einer katholischen Kirche nie vermuten würde (Ernest hat seine wahre Freude)!.


Dann geht es weiter zum Mercado de Hechiceria (Zaubermarkt) und Mercado Brujeria. Hier erfahren wir, was es so an sich hat mit den Lama-Embryos und den toten getrockneten Lamababys, welche auf vielen Märkten in Boliven zu sehen sind. Diese dienen einerseits als Fruchtbarkeitssymbol und werden zusammen mit anderen Relikten, wie z.B. einem Steinfrosch (bringt Glück), Essensgaben (für genügend Essen), Geld (für genügend Geld) usw.  in einem Korb als Opfergabe im Haus aufbewahrt. Zudem werden Lama-Embryos beim Hausbau in die vier Ecken eingemauert - für die Bewohner bringt das Glück und hält Leid ab.




Hier wäre Stefan Lang gefordert!!!


Dann geht es zum Mirador Laikakota und wir geniessen einen tollen Überblick auf die Stadt, eine der höchstgelegenen Grossstädte der Welt (zwischen 3100 und 4100müM). Auf den ersten Blick bietet La Paz mit ihren ärmlichen Steinhütten und den Mittelklassehäusern, welche sich den Hängen nach hinaufziehen und den sterilen, teilweise kuriosen Hochhäusern nicht unbedingt ein schönes Stadtbild, interessant ist es aber alleweil.




Es gibt hier auch vier ganz neue Seilbahnen, die die steilen Hügel miteinander verbinden. Fertiggestellt ist erst die Bahn „Gelb“. Eröffnet wurde sie von Evo Morales kurz vor den Wahlen – der Parkplatz allerdings ist noch im Bau. Die Bahn „Grün“ fährt zu Testzwecken auch schon und wird in den nächsten Wochen freigegeben. Die Altstadt um den Plaza Murillo ist leider sehr heruntergekommen und man sieht, dass es an Geld fehlt. Die vielen schönen Kolonialhäuser sind am Zerfallen. Das Problem ist nicht nur das Geld, sondern auch, dass die Häuser meist vererbt wurden und sich die Erben nicht einig sind, was mit den Häusern geschieht oder es wohnen Mieter bereits über Jahrzehnte im Haus und diese können nicht einfach unplatziert oder ausquartiert werden.


Am Plaza Pedro Domingo Murillo stehen das Parlamentsgebäude (Congreso Nacional) und der Präsidentenpalast mit der Palastgarde. Wir hören, dass ein Einwohner von La Paz durchschnittlich im Monat etwa U$ 65.- verdient, während ein Parlamentarier im Monat etwa U$ 6000.- nach Hause bringt. Ebenfalls am Platz steht die Kathedrale, deren Türme erst 1988 endgültig fertiggestellt wurden. In ihr liegt der Feldmarschall Andrés de Santa Cruz begraben, er war Präsident von Bolivien 1829-1839. Inmitten des Platzes steht die Statue von Murillo. Er wurde am 28. Januar 1810 auf dem Platz als Freiheitskämpfer und Rebellenführer gehängt, nachdem er in den Yungas von den Royalisten gefangen genommen wurde. Auch der Präsident Gualberto Vallarroel wurde hier 1946 gehängt, diesmal von der wütenden Volksmenge. Eine Statue erinnert an ihn. Wieder mit einem Collectivo geht es zurück zum Hotel und Campingplatz Oberland. Mit Isabella halten wir noch ein nettes Gespräch in der Cafeteria und dann begleitet sie mich auch noch zur Shopping Mall. Hier kaufe ich eine Data- und Telefonkarte. Dank ihrer Hilfe geht das einiges einfacher. Mit dem Taxi zurück zum Oberland, Einkauf wegräumen, Wäsche versorgen und wiederum nette Gespräche am Abend.  
Frühmorgens verlassen wir La Paz und fahren in Richtung Oruro.


Die Strasse wird neu auf 4 Spuren erweitert und entsprechend hat es viele Baustellen. Zudem ist das die Route der „Toten Hunde“. Noch nie auf der Reise haben wir so viele tote Hunde am Strassenrand gesehen – ein Bild zum Heulen. Die Strecke ist ansonsten eher langweilig und geht meist schnurgerade durch den trockenen Altiplano. Die Stadt Oruro liegt nördlich der beiden Seen Uru Uru und Poopo, die über den Rio Desaguadero mit dem Titicacasee in Verbindung stehen. Hier versiegen die Wasser des Titicacasees endgültig (kein Abfluss zum Meer). Ursprünglich war die gesamte Hochebene zwischen Uyuni und dem Titicacasee ein riesiges Binnenmeer, das nach und nach versiegte. Von Challapata bis zum Ojo de Inca, kurz vor Potosi wären es nochmals 175km – das ist uns zu weit. Und so stellen wir am Ortsausgang von Challapata Bob bei der Tankstelle ab. Es ist erstaunlich ruhig in der Nacht. Am nächsten Tag fahren wir zeitig Richtung Potosi und sind wieder einmal über den Zustand der Strasse sehr erstaunt.


. Zwar geht es kurvenreich bergauf und bergab, teilweise durch öde Gebirgslandschaften, dann wieder durch ockerrote Canyons, über mit Büschen versetztes Hochplateaus und vorbei an frühlingshaft spriessenden Bäumen bis hinauf zur Stadt Potosi, welche überragt wird vom Cerro Rico. Kurz vor der Innenstadt stellen wir Bob ab und fahren mit einem Taxi zum Plaza Central. Dieser steht leider im Umbau und besteht aus einer einzigen abgesperrten Baustelle. So sieht man kaum die prunkvolle Kathedrale de Potosi.




Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Potosi ist die Casa National de la Moneda, heute eines der wichtigsten Museen Boliviens. Ursprünglich 1572 bis 1573 unter dem Vizekönig Francisco de Toledo erbaut, lies Karl III. von Spanien dieses wichtigste Gebäude der Stadt 1759-1773 in der heutigen Form neu errichten. Die Baukosten betrugen damals umgerechnet 10. Mio. Euro! Leider ist ein Besuch für uns nicht möglich, da das Museum erst am späten Nachmittag wieder öffnet und wir weiter nach Sucre wollen. Potosi liegt 4065m hoch und verdankt ihre Existenz den überreichen Silbervorkommen des Cerro Rico de Potosi, wie die Spanier den hinter der Stadt aufragenden 4829 m hohen Bergkegel nannten. 1547 wurde Potosi durch Kaiser Karl V. (seit 1516 auch Herrscher über Spanien) zur Villa Imperial erhoben und durfte den kaiserlichen Doppeladler im Wappen führen. 1573 zählte die Stadt 120.000 Einwohner, 1650 nahezu 160.000 Einwohner, mehr als Madrid, Paris oder Rom zu jener Zeit. Damit war sie die grösste Stadt des ganzen amerikanischen Doppelkontinents. Der Silberstrom in Spaniens leere Kassen nahm gigantische Dimensionen an. Bis 1660 wurden aus dem Berg 16.000 Tonnen Silber aus dem Berg geholt und bis heute über 46.000 Tonnen. Potosi war die Schatzkammer Amerikas, „die Stadt, die der Welt am meisten gegeben hat“. Für die Indigena war Potosi dagegen der „Eingang zur Hölle“. Verunglückten und starben die Zwangsarbeiter nicht in den Stollen, so erlagen sie früher oder späten den unmenschlichen Arbeitsbedingungen in dieser Höhe oder an den Vergiftungen des Quecksilbers, das als Scheidemittel eingesetzt wurde. Bis zum 18. Jh. sollen bis zu 8 Millionen Indigena den Tod gefunden haben. Im 18. Jh. kam dann auch der Absturz Potosis und die Einwohnerzahl sank unter 10.000. Heute leben wieder etwa 240.000 Einwohner in und um Potosi. Die Fahrt nach Sucre  geht über viele Kilometer über eine punaähnliche Hochfläche. Hinter Chiclani folgt ein Abstieg über einige Serpentinen und fast 1000 m tiefer gelangt man zum fruchtbaren Flusstal zum Rio Pilcomayo.


Hier sieht man die gut erhaltene Hängebrücke aus dem 19. Jahrhundert. Gegen Abend erreichen wir Sucre (2790m) und parken in der Nebenstrasse gleich beim Hotel Pachamama. Conny und Lutz mit Dongo sind bereits hier und haben sich im Pachamama einquartiert – unser Fahrzeug ist zu gross für den Innenhof. Am Abend geht es mit Conny und Lutz zu Fuss in Zentrum und wir geniessen zusammen ein feines Nachtessen in einem Restaurant am Plaza Central.
Wir beschliessen heute Vormittag die Stadt anzuschauen und am Nachmittag zurück zum vielgelobten Ojo de Inca in der Nähe von Potosi zu fahren. Zu Fuss wiederum geht es ins Stadtzentrum von Sucre.




Die Stadt wurde  1538 gegründet und ist heute die nominelle Hauptstadt Boliviens. Mit dem Aufstieg Potosi wuchs auch die Wichtigkeit Sucres, in der 1623 eine der ersten Universitäten Südamerikas gegründet wurde. Der in Venezuela geborene General Don Antonio José de Sucre startete hier 1809 den Kampf um die Unabhängigkeit. Ihm zu Ehren wurde die Stadt 1828 in Sucre umbenannt und Hauptstadt Boliviens. Die Bedeutung Sucres gegenüber La Paz wurde jedoch nachfolgend immer geringer. Nach und nach gingen fast alle Funktionen an La Paz verloren, nur der oberste Gerichtshof blieb in Sucre. Von der UNESCO wurde Sucre 1992 zum Weltkulturerbe erklärt.


Die  Casa de la Libertad besichtigen wir mit einer französisch sprechenden Gruppe. Ursprünglich war das schöne Kolonialhaus mit dem hübschen Innenhof ein Teil der Jesuiten-Universität von 1621, mit Kreuzgängen im typischen Mudéjar-Stil und einem achteckigen Brunnen. Die Führung ist sehr lehrreich und Ausdruck Bolivianischen Nationalstolzes. Sehr interessant ist der Salon de la Indepencia, in dem am 6. August 1825 die Unabhängigkeit Boliviens erklärt  und die Unabhängigkeitsurkunde unterzeichnet wurde.


In einem Raum hängen Portraits sämtlicher Präsidenten, respektive Könige und Herrscher Boliviens. Weiter sind viele originale Waffen (Degen), Teile von Uniformen, Orden usw. ausgestellt. Interessant ist zu hören, dass Bolivar eigentlich ein Südamerika analog Nordamerikas mit verschiedenen Staaten gründen wollte, dies aber immer wieder durch Kriege verhindert wurde. 




Im Salpeterkrieg 1879-1884 zwischen Bolivien, Peru und Chile musste Bolivien Antofagasta an Chile abtreten und verlor so seinen Zugang zum Pazifik. 1903 verlor Bolivien auch noch das Acre-Gebiet an Brasilien und im Chacokrieg mit Paraguay 1932-1935 das Chacogebiet an Paraguay. Seit jeher wird Bolivien durch Militärputschs, Ausnahmezuständen, Indigena-Kämpfen, Aufständen der Coca-Bauern, Unruhen, Streiks und Protesten überschattet. Seit 2005 regiert Juan Evo Morales Ayma das Land und wurde erst vor einer guten Woche wieder gewählt (er ist eigentlich ein Indigener, spricht aber seine Sprache „Quechua“ nicht)! Am frühen Nachmittag fahren wir die gleiche Strecke wieder zurück nach Potosi, respektive zum Ojo de Inca.


Ein herrlicher Standplatz direkt an einem kleinen Kratersee mit ca. 35° Wassertemperatur, in dem man baden kann, obwohl es in der Mitte des Sees immer blubbert und neues Wasser aus dem Untergrund hinaufschiesst. 




Am frühen Morgen geniessen wir ein Bad im angenehm warmen Kratersee und machen uns auf in Richtung Uyuni. Die Strecke Potosi – Uyuni ist wohl eine der bisher schönsten Strecken Boliviens mit kontrastreichem Landschaftswechsel und unzähligen Lamaherden.




Die Strasse ist fantastisch ausgebaut und angelegt. Man überquert die Cordillera de Chichas bis zu einer Passhöhe auf 4100 m, fährt durch schöne Wildwest-Landschaft mit meterhohen Kakteen, durch Sandlandschaften und berghohe, überwachsene Sanddünen. Ernest fühlt sich heute nicht ganz so gut, hat Kopfweh und ist sehr müde. Deshalb überlässt er mir das Steuer das erste Mal auf dieser Reise für eine längere Strecke. Auf dieser Strasse macht das Fahren richtig Spass. Vom letzten Hügelzug aus hat man einen fantastischen Blick auf den Salar de Uyuni und die Stadt Uyuni, welche mitten im Nirgendwo liegt. Wir parken etwas ausserhalb der Stadt beim Cementerio de Trenes, dem Eisenbahnfriedhof. Hier rosten viele Dampfloks und Waggons aus alten Zeiten als eindrucksvolle Schrotthaufen vor sich hin. Mit dem Aufkommen der Dieselloks war die Zeit dieser Dampfrösser abgelaufen. Bald kommen auch Conny, Lutz und Dongo angefahren.


Heute Sonntag ist Ruhetag, wir warten auf Jonathan. Wir haben beschlossen mit Conny/Lutz/Dongo und Jonathan durch den Salar zu fahren und auch die Lagunenroute zusammen zu bereisen. Ernest und Lutz werden zum Einkaufen in die Stadt geschickt mit einem vollen Einkaufszettel. Zurück kommen die beiden lediglich mit Bier und Wasser und ein paar Eier. Zum Einkaufen kann man Ernest wirklich nicht gebrauchen! Gegen Abend tauchen auch noch Oli und Carina mit ihrem gelben Unimog sowie Meinrad und Rosita mit ihrer „Mäggi“ auf und sie werden sich unserem „Convoy“ für die nächsten Tage anschliessen, was uns sehr freut.





Kurzgeschichte 18/2014 – Salar de Uyuni
Die riesige Salzpfanne (Salar) ist etwa 160km lang und 135 km breit und die Salzkruste differiert zwischen 2 und 7 Metern. Damit ist der Salar de Uyuni die grösste Salzfläche der Erde und wird von den Einheimischen „Weisses Meer“ genannt. Ursprünglich gehörte der Salar zum gewaltig grossen Anden-Binnenmeer Lago Minchins. Als der Ursee vor Jahrmillionen austrocknete, blieben abflusslose Altiplano-Seen und –Salare zurück. In der Trockenzeit verdunstet das spärliche Wasser des Salars, zurück bleibt die harte Kruste aus Salz und Salzausblühungen. Nach Niederschlägen verwandelt sich die Salzdecke in Salzsümpfe. Auf der Salarfläche treten vielfach Ojos (Augen) auf, blubberndglucksendes Quellwasser von unterirdischen Wasserläufen und Gasen, die durch die Salzkruste brechen. Dieses Wasser stammt überwiegend vom Rio Huajala, der zum Salar de Uyuni fliesst, aber zuvor in schlammigem Erdreich versickert. Sowohl im Umkreis von Ojos als auch in Schlammabschnitten besteht für schwere Fahrzeuge Einsackgefahr. Also heisst es morgen aufpassen!


Dongo, der Riesenschnautzer von Conny und Lutz



2014Uyuni – Pan de Azucar/ChilekmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
20.10.2014/MoUyuni – Salar de Uyuni100-20.242825S,-67.623038W/3683
21.10.2014/DiSalar  – 10km vor L. Canapa198-21.415492S,-67.996051W/4301
22.10.2014/MiCanapa, Hedionda, Colorada113-22.218115S,-67.797934W/4316
23.10.2014/DoLag. Colorada – Lag. Verde104-22.788238S,-67.818672W/4332
24.10.2014/FrL. Verde – SPd. Atacama/Chile66-22.906020S,-68.204730W/2425
25.10.2014/SaS. P. d. Atacama – Antofagasta390-23.644501S,-70.398914W/01
26.10.2014/SoAntofagasta – Pan de Azucar457 -26.142149S,-70.660168W/10


Gestern war in Uyuni kein Diesel zu bekommen. Es soll heute um 9 Uhr ein Tankwagen kommen und das kostbare Gut bringen. Zuerst fahren wir zum Markt und kaufen noch etwas Gemüse und Früchte. Dann geht es zur einen Tankstelle – noch kein Diesel, zur zweiten Tankstelle, auch kein Diesel. Ernest hat aber vorher schon ausgerechnet, dass unsere vorhandene Menge Diesel auf jeden Fall bis Chile reichen wird. So fahren wir zum Salzhotel, wo wir uns alle treffen wollen. Alle sind sie da, ausser Jonathan. Wir Frauen besichtigen das Salzhotel und sind überrascht, erstens über die Bauweise und zweitens über die liebevollen Dekorationen innerhalb des Hauses.






Wir sind überzeugt, dass Jonathan auf den Diesel wartet und den Weg zur Insel Inca Huasi auch selber finden wird. So fahren wir mit 4 Fahrzeugen über den Salar und sind begeistert über die unendliche Weite der eindrücklichen Salzwüste. Immer wieder müssen wir anhalten und es werden unzählige Fotos gemacht. Auch ich darf wieder einmal ans Steuer – eine Fahrt über diese Salzwüste lasse ich mir wirklich nicht entgehen.






Unser Navi führt uns direkt zur Isla Inca Huasi. Viel wächst nicht auf der aus versteinerten Korallen bestehenden Insel. Trockene Grasbüschel und Kakteen, die bis zu zehn Meter in die Höhe ragen und wir haben Glück dass viele davon blühen. Die Kakteen sind bestückt mit zentimeterlangen, spitzen Stacheln und wachsen jedes Jahr lediglich etwa einen Zentimeter. Manche sollen bis zu 1200 Jahre alt sein.


Die Fahrt geht rund um die Insel und wir suchen einen geeigneten Stellplatz. Da etwas Wind aufkommt, stellen wir die Fahrzeuge wie eine Wagenburg ab. Zur Feier des Tages und wegen der einmaligen Fahrt spendiert Meinrad eine Flasche Champagner für die Frauen – welcher Wohlgenuss. Bald taucht auch Jonathan auf. Nach den obligaten Fun-Fotos und dem wunderbaren Sonnenuntergang ist gemütliches Nachtessen am Lagerfeuer angesagt.






Wir alle zusammen beschliessen, doch den Südausgang des Solars zu befahren. Nach Gesprächen mit anderen Reisen soll dieser trocken und gut zu befahren sein. Unser Navi bringt uns zielgerecht zum Damm mit der südlichen Ausfahrt aus dem Salar bei Chiguana.


Über Cholcha geht es Richtung San Juan. Die Strasse ist recht holprig, aber dennoch gut zu befahren. Nach San Juan ist Mittagspause angesagt. Neugierige Guanakos stehen um unsere Fahrzeuge herum.


Eine neue Piste, welches unser Navi noch nicht kennt, und die auch hier wieder recht ruppig (Rüttelpiste) ist, führt vorbei an weiteren Salaren in Richtung Avaroa/Ollagüe, einem Grenzübergang von Bolivien nach Chile. Hier blässt es dermassen, dass wir uns entscheiden, noch etwas weiter zu fahren und einen geschützten Platz zu suchen. Bei der Bahnstation von Avaroa verabschieden wir uns von Manfred und Rosita, sie fahren direkt weiter nach Chile.


Es sind lediglich noch etwa 25 Kilometer zur Laguna Canapa. Die ersten 15 Kilometer geht es zügig auf  weiß gekalkter, flacher Piste vorwärts.


Dann biegen wir ab in Richtung Laguna. Unterwegs sind einige Chinchillas zu sehen. Schon nach kurzer Fahrt auf grottenschlechtem Weg müssen wir uns eingestehen, dass wir unser gestecktes Ziel heute nicht mehr erreichen können. So suchen wir einen geschützten Platz und alle sind nach der langen und teils ungemütlichen Fahrt erleichtert, die Fahrzeuge abstellen zu können. Auch hier ist es recht windig und kalt und wir stellen die kleineren Fahrzeuge in den Windschatten der grösseren – wir sind auf etwa 4300 Metern! In der Nacht regnet es zeitweise leicht.


Der in der Nacht aufgekommene Nebel, verzieht sich am frühen Morgen. Die umliegenden Berge sind verzuckert, weiter oben, so ab 5000m hat es geschneit. Für die elf Kilometer zur Laguna Canapa brauchen wir gut eine Stunde. Die Fahrspur ist derart ruppig, dass von den Fahrzeugen schon einiges abverlangt wird. Jonathan fährt einen Iveco ohne 4x4, meistert diese Strecke aber grossartig. Von der Laguna Canapa sind wir fasziniert, noch mehr aber von den zahlreichen Andenflamingos, die diese Laguna bevölkern – ein wunderbares Bild.




Weiter geht es zur Laguna Hedionda. In der Nähe des Hotels, eines der wenigen in dieser Gegend, treiben sich Andenfüchse rum. Auch in der Laguna Hondas sind zahlreiche Andenflamingos, auch Tokoko genannt, sowie die kleineren Churus, James-Flamingos, zu sehen.




Auf dem Weg zur Laguna Colorada durchfahren wir abwechslungsreiche und grandiose Andenlandschaften. Teilweise müssen wir unseren Weg selber suchen, es führen mehrere Spuren in Richtung Süden. Zeitweise klatschen Schneeflocken an unsere Scheiben, dann wiederum strahlt die Sonne vom blauen Himmel.




Wir treffen auf kuriose Steinformationen und kurz vor der Laguna auf den „Arbol de Piedra“ und  weitere versteinerte Bäume.


Die Laguna Colorada liegt auf 4275m und ist ebenfalls ein einziges Naturschauspiel. Das Wasser des ca. 60 qkm grossen Sees ist auf Grund kupferhaltiger Mineralien rötlich gefärbt, doch man sieht auch Algengrün und weisse Borax-Inseln.




Zusammen mit dem Blau des Himmels, den umliegenden Berggipfeln und Vulkanen sowie dem gelbfarbigen Andengras ergibt dies eine tolle Farbpalette, deren Leuchtkraft von der Tageszeit bestimmt wird. Auch hier fehlen die Andenflamingos nicht. Es kommt wieder starker Wind auf und wir suchen uns einen geschützten Platz direkt an der Laguna. Von hier aus heisst es einfach nur geniessen. Ernest kann nicht so ganz geniessen. Er ist verunsichert, da unser Dieselvorrat aus irgendwelchen Gründen schneller aufgebraucht wurde als ausgerechnet. Eine Kurzgeschichte wert!


Die Nacht ist kalt. Bei Conny/Lutz und Dongo ist es am Morgen ganze 3° warm/kalt, ebenso bei Jonathan. Bei uns fällt die Temperatur im Fahrzeug (da die Heizung auf dieser Höhe nicht läuft!) auf 14.5°. Am frühen Morgen kommt ein Parkwärter. Erst jetzt haben die offensichtlich festgestellt, dass wir nicht auf den offiziellen Parkplätzen stehen und uns ein windgeschütztes Plätzchen gesucht haben. So heisst es dislozieren und es gibt Frühstück auf dem Mirador. Der Wind ist schon während des gestrigen Abends abgeflaut und so haben wir Zeit, nochmals die grandiose Laguna zu bestaunen.




Das Ausreiseprozedere ist etwas kompliziert hier auf der Lagunenroute. Zuerst müssen die Fahrzeuge abgemeldet werden und zwar auf einem Zollposten etwas abseits der Hauptroute auf über 5000m! Und die grösste Ueberraschung: hier oben befindet sich tatsächlich ein Fussballplatz! Für alle unsere Fahrzeuge ist die Fahrt auf die 5022m ein Höhenrekord und schön ist, dass keines Mühe hat, diese Höhe zu erreichen (Fussball spielen möchten wir hier oben allerdings nicht).




Das Ausstempeln für uns alle ist in rekordverdächtigen 10 Minuten erledigt. Die Ausreise für die Personen erfolgt kurz vor der Grenze nach Chile, für uns allerdings erst am nächsten Tag. Ganz in der Nähe, auf 4850m sind die Geysire Sol de Manana zu besichtigen. Schon auf dem Weg zu den Schlammlöchern und den grossen Dampffahnen zischt und dampft es aus diversen Bodenlöchern.


So richtig aktiv ist der Geysir nur morgen früh und dabei soll er eine bis zu 10 m hohe Dampffahne ausstoßen. Im Moment sind es nur etwa 5 m, mir auf jeden Fall reicht das. Irgendwie ist das ganze Gebiet etwas unheimlich, da mit Bestimmtheit nicht abgeschätzt werden kann, wenn  möglicherweise die ganze Gegend in die Luft fliegt.


Bald kommen wir zur Laguna Chalviri mit den Thermen. Conny, Carina und Jonathan nutzen die Gelegenheit für ein Bad im etwa 30° warmen Wasserbecken. Die Szenerie der Laguna Chalviri ist ebenfalls faszinierend und sieht einem wunderbaren Aquarellgemälde sehr ähnlich. Zahlreiche andere Touristen bevölkern diese Laguna.




Wir haben gehört, dass auf den Lagunenroute täglich etwa 500 Fahrzeuge, vorwiegend Toyota-Landcruiser, mit Touristen unterwegs sein sollen. Hier stehen mindestens 25 davon! Die letzte Lagune, welche wir anfahren, ist die Laguna Verde am Fusse der Vulkane Lincancabur und Juriquez.


Sobald die Sonne um die Mittagszeit am höchsten steht, vollzieht sich ein einmaliges Naturschauspiel. Durch den Sonneneinstrahlwinkel und die Reaktion des pflanzlichen Planktons in Verbindung mit dem höhen Blei-, Kalzium- und Schwefelgehalt schimmert die vorher kristallklare und blaue Laguna auf einmal grün. Bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag ist die Laguna immer noch grün, verliert aber bald an Farbe. Wir wollen das Schauspiel am nächsten Tag nochmals erleben. Den Rest des Tages verbringen wir vor unseren Fahrzeugen und geniessen die fast unfassbare tolle Umgebung. Am Abend treffen wir uns alle in unserem Fahrzeug. Jeder bringt etwas mit und wir können uns an einem variantenreichen Buffet verköstigen.


Heute Morgen ist es in unserem Fahrzeug noch 12.5° warm. Bei den kleinen Fahrzeugen sind die Wasserflaschen eingefroren! Nochmals bekommen wir etwas Diesel von Oli und das müsste eigentlich bis nach San Pedro de Atacama reichen, Ernest ist etwas ruhiger. Oli will mit seinem Unimog noch etwas höher hinauf und Ernest darf mit. Sie fahren zum Fusse des Vulkans Lincancabur so weit hinauf, wie es der Weg zulässt. Zu Fuss geht es noch höher und es können ganz tolle Fotos von der Laguna Verde gemacht werden. Der Lincancabur, ca. 5900m hoch, kann bestiegen werden. Prompt kommen ihnen Schweizer entgegen, welche den Auf- und Abstieg innerhalb von etwa 6 Stunden geschafft haben. Tatsächlich wechseln die Laguna die Farbe gegen Mittag und es wird richtig grün – phänomenal!


Die Fahrt geht zwischen den beiden Lagunen Verde und Blanco in Richtung Zoll. Auch unsere Pässe sind schnell gestempelt (Personen-Ausreisestempel). Das Ausreisepapier für das Fahrzeug muss ebenfalls vorgelegt werden, wir hatten sie alle dabei (es soll welche geben, die vom Ausreisezoll für Fahrzeuge auf 5020m nichts gewusst haben und deshalb den beschwerlichen nochmals zurücklegen mussten). Der Zöllner wollte die Ausreisepapiere der Fahrzeuge behalten. Wir wiederum wollten eine Fotokopie davon. Da das Zollamt über keinen Kopierer verfügt, hat er uns nach einigen Diskussionen das Originalpapier überlassen.


Etwa 5km nach der Grenze stossen wir auf die Hauptstrasse. Hier muss entschieden werden: Argentinien oder Chile! Wir sind immer noch auf etwa 4300m. Aus Zeitgründen entscheiden wir uns für die chilenische Seite (ein Entscheid, den wir später keinesfalls bereuen, auch wenn immer wieder behauptet wird, die argentinische Variante biete mehr, was durchaus möglich ist).


Die Strasse führt ohne nennenswerte Kurven auf etwa 40 Kilometern gerade aus hinunter auf etwa 2500m Meereshöhe nach San Pedro de Atacama, Chile. Wir nehmen ausnahmsweise zwei Personen mit, welche am Zoll auf eine Fahrgelegenheit nach San Pedro gewartet haben. Ein Ehepaar aus dem Norden von Bolivien. Sie kommen nach Chile (möglicherweise illegal) um Geld zu verdienen. Die Fahrt von ihrem Heimatdorf im Gebiet Beni dauert mit dem Bus 5 Tage. Sie bleiben für etwa zwei Monate in Chile, arbeiten in einem Hotel und fahren dann mit genügend Geld wieder nach Hause, um ein paar Monate in der Heimat Bolivien mit der ganzen Familie leben zu können. Bald kommen wir zum Zoll und stellen uns darauf ein, dass dies etwas länger geht.
Gemäss Reiseberichten anderer Reisenden werden die Fahrzeuge hier vom Ministerio Agricultura äusserst genau kontrolliert. Es dürfen keine Früchte und kein Gemüse eingeführt werden. Ebenfalls nicht frisches Fleisch, ungekochte Eier usw., keine Samen, keine offenen Nüsse etc. Es soll damit verhindert werden, dass sich Fruchtfliegen und anderes Getier in Chile niederlässt. Glücklicherweise sind alle Beamten äusserst freundlich, gut aufgelegt, hilfsbereit und effizient. Der Papierkram ist innert 10 Minuten erledigt und der Beamte, der unser Fahrzeug kontrolliert, will lediglich wissen, wo sich die Esswaren befinden. Im Kühlschrank findet er 3 Zwiebeln und 2 Eier, die nicht eingeführt werden dürfen (wussten wir! – er soll ja etwas finden können). Weitere Kästen, Schubladen usw. werden gar nicht kontrolliert. Das ganze Prozedere ist ähnlich bei unseren Mitreisenden. Conny und Lutz haben sogar Papiere für Dongo dabei, welche gar nicht gebraucht worden wären. So sind wir alle innerhalb vom einer halben Stunde offiziell in Chile eingereist. Zuerst suchen wir die Tankstelle auf und füllen die Tanks. Es gibt hier Eurodiesel – Bob wird dankbar sein nach dem eigentlich für ihn ungeeigneten Biodiesel von Peru und Bolivien. Nach einer kurzen Fahrt zum Camping Abuelos, einem Spaziergang ins Städtchen, einem vergeblichen Versuch aus dem Automaten Geld zu beziehen (dann halt Geld gewechselt) und einem feinen Nachtessen fallen wir müde ins Bett – alle sind sie froh, endlich wieder auf angenehmer Höhe (2500m) schlafen zu können. Nochmals stellen wir unsere Uhren vor. Es sind nur noch 4 Stunden Zeitunterschied zur Schweiz.


Wir hatten eine tolle Zeit zusammen auf dem Solar und auf der Lagunenroute – danke an Conny/Lutz/Dongo, Jonathan, Oli und Carina. Wir waren eine tolle Truppe und der Abschied fällt schwer! Wir müssen weiter und etwas „Gas geben“ wenn wir es wirklich bis Ushuaia Mitte Dezember schaffen wollen. So verlassen wir schweren Herzens San Pedro, das uns im Übrigen sehr gut gefallen hat, und fahren dem Salar de Atacama auf der Ostseite entlang bis nach Peine. Auf unserer Karte ist eine schnurgerade Naturstrasse eingezeichnet, welche in Richtung Baquedano/Antofagasta führt.


Wir sind überrascht, durch den Salar führt tatsächlich eine gerade Strasse, asphaltiert! So kommen wir gut vorwärts und gelangen bald an die Westseite des Salars. Hier wechselt die Landschaft vom Salzsee/Salar mit Farbe Braun und Grau schlagartig.




Es geht wieder ins kahle Gebirge. Die Strasse windet sich hoch hinauf auf etwa 3000m, wieder einige hundert Meter hinunter, dann wieder hinauf – kurz - wir fahren durch die Hügelzüge des Disierto de Atacama, eine steinige, öde, unwirkliche und doch faszinierende Gegend. In dieser Gegend soll ein grosses Reservoir an Bodenschätzen, allein zwei Fünftel der Weltvorräte an Lithium, verborgen sein. Dazu finden sich Kalium und Borax – alles Minerale, die sehr viel Geld einbringen. Das ganze muss transportiert werden, entsprechend sind viele Lastwagen unterwegs in Richtung Antofagasta. Wohl deswegen wurde die Strasse gut ausgebaut. In Baquedano stossen wir auf die Route 5 (Panamericana Norte), welche bis zur Abzweigung nach Antofagasta als 4-spurige Autobahn ausgebaut ist.


Antofagasta überrascht sehr. Obwohl eine Industrie- und Hafenstadt scheint sie sehr ordentlich, aufgeräumt und sehr sauber. Bob wird beim Fischmarkt parkiert und zu Fuss geht es erst einmal zum Yachthafen. Hier gibt es ein Restaurant und einen eingezäunten Parkplatz. Wir möchten hier essen und mit Bob in der Nacht stehen bleiben – geht, kein Problem! Dann weiter ins Einkaufszentrum. Leider sind Claro, Movistar schon geschlossen. Entel will uns keine Datenkarte für den iPad verkaufen – wir bräuchten eine Chilenische ID-Nummer. Normalerweise geht das auch mit einem Chilenischen Freund – haben wir leider bis jetzt noch keinen gefunden! Irgendwo wird es schon klappen. Das Nachtessen, vorgängig mit Pisco Sour, war ein kulinarisches Highlight und das Restaurant vom Jachtclub kann in jeglicher Hinsicht empfohlen werden.

Frühstück gibt’s bei McDonald. Ernest pumpt auf dem Parkplatz die Reifen auf, wir bewegen uns für die nächste Zeit wohl kaum mehr auf Naturstrassen. Grundsätzlich wollen wir der Küstenstrasse folgen. Auf der Karte ist die No. 1 der Küste entlang eingezeichnet – Navi zeigt nur ein kleines Stück der Küste  nach. Wir versuchen es trotzdem, für ganze 10 Kilometer ist das ok und dann: Strasse endet in 2 Kilometer! Auf Navi ist doch meistens eher verlass als auf Landkarten! Wir kehren um und entschliessen uns, der Panamericana (No 5) zu folgen. Die Landschaft ist immer noch steinig und kahl. Bei der Skulptur „Mano del Desierto“, 1992 vom Künstler Mario Irarrazabal, mitten in der Wüste erstellt, müssen auch wir einen Halt einschalten und das obligate Foto schiessen.


Auffallend ist, dass diese Strecke von Antofagasta bis zum Parque National Pan de Azucar fast nur von Lastwagen befahren wird, Autos sehen wir fast keine. Dann kommt uns ein Spezialtransport entgegen, besser wir räumen die Strasse!


In Taltal, einem kleinen Fischerort mit knapp 10.000 Einwohnern, gibt’s Mittagessen – ganz feinen, frischen Fisch. Wieder führt die Strasse schnurgerade durch die Hochebene und wir kommen gut voran. Eine gute Schotterstrasse führt in Richtung Meer zum Parque Nacional Pan de Azucar. Eintritt wurde keiner verlangt, es ist offensichtlich noch Nebensaison. Bei der kleinen Siedlung am schönen Strand richten wir unser Nachtlager ein.



Kurzgeschichte 19/2014 – Defekte Tankanzeige
Schon am Mittwochabend beschleicht Ernest auf der Lagunenroute das ungute Gefühl, zu wenig Diesel mitzuführen. Die Anzeige beider Tanks (I und II) zeigt in Richtung Reserve an. Am Donnerstag ist es soweit, bei beiden Tanks erscheint ein Warnton. Am Abend bekommen wir von Lutz 20 Liter. Sollte bis San Pedro reichen. Bob springt am nächsten Tag erst nach einigen Versuchen wieder an. Dies hat allerdings mit der Höhe und der Kälte zu tun, wie sich später herausstellt. Ernest versucht, mit der Taschenlampe und einem Spiegel den Stand im Tank I zu sichten – gelingt nicht, da er den Kopf nicht nahe genug zum Tankstutzen führen kann. Möglicherweise vergisst er den Tank II zu kontrollieren! Nochmals bekommen wir Diesel, 30 Liter von Oli für Tank I. Reicht bestimmt bis San Pedro, Ernest ist beruhigt. Bei der Tankstelle wird der Tank I gefüllt und es gehen fast 300 Liter rein, der Tank war somit praktisch leer. Tank II soll auch noch gefüllt werden und siehe da, es gehen lediglich etwa 100 Liter rein! Fazit: Tankanzeige beim Tank II defekt – der Dieselvorrat von fast 200 Litern hätte auch auf Offroad-Pisten noch für ca. 600 km gereicht! Man lernt immer wieder dazu!