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2014Zürich/Lima - CuscokmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
22.09.2014/Mo  Zürich – Lima, Flug mit KLM  0-
23.09.2014/DiLima (MAN)0-12.051361S, -76.975718W/174
24.09.2014/MiLima – Paracas326  -13.831429S, -76.247535W/10
25.09.2014/DoParacas – Nasca230-14.838002S, -74.944474W/619
26.09.2014/FrNasca - Sanayca/Apurimac 367-14.174328S, -73.211806W/270
27.09.2014/SaSanayca/Apurimac - Cusco301-13.505915S, -71.985042W/3629
28.09.2014/SoCusco0-13.505915S, -71.985042W/3629


Wochenbericht  22. - 28.09.2014 / Zürich/Schweiz - Cusco
Chrigi, Daniela, Fara und Calou bringen uns zum Flughafen. Nicht ganz so einfach der Abschied! Mit KLM geht es via Amsterdam nach Lima und wir landen pünktlich um 18 Uhr Ortszeit.


Da wir kein Hotelzimmer gebucht haben, suchen wir auf dem Flughafen vergebens nach einer Information. Wir finden aber eine Dame mit Badge „Tourguide“. Sie hilft uns gerne, organisiert uns ein Zimmer im Hotel Copacabana (günstig, einfach und sehr sauber) sowie den Taxitransfer. Sie begleitet uns zum Hotel und ist auch noch dafür besorgt, dass wir am nächsten Morgen abgeholt und nach Santa Anita zu MAN gefahren werden.
Um 6 Uhr holt uns Pepe mit seinem Taxi ab. Wir wollen dem grossen Verkehr ausweichen, deshalb so früh. Schon um 6.30 kommen wir bei MAN an – Öffnungszeit 8 Uhr! Glücklicherweise kommt Daniel H., der Werkstattchef bereits um 7 Uhr zur Arbeit und wir dürfen mit ihm ins Gelände und zu Bob.


Der steht hier auf drei Rad, an einem muss noch gearbeitet werden. Reisetaschen auspacken, einräumen, organisieren, installieren – genügend Zeit haben wir dafür. Am frühen Nachmittag werden wir zur Mall gefahren, der Hunger plagt uns. Wieder bei MAN – Bob steht in der Waschstrasse und wird geschruppt. Wir erledigen noch das Finanzielle und können kaum fassen, was wir bezahlen müssen. Für zwei Tage Arbeit an Bob inklusive benötigte Ersatzteile und zwei Monate parken/einstellen – total US$ 210.-. Wir haben ein schlechtes Gewissen und erhöhen den Betrag auf $ 310.- für Trinkgelder an Mechaniker und Büropersonal.  Die erste Nacht im Bob verbringen wir wiederum vor dem Werkgebäude, gut bewacht durch die Sicherheitsleute von MAN.

Wegen der Zeitumstellung sind wir früh wach und fahren noch vor dem grossen Verkehr nach Miraflores, dem Geschäftszentrum von Lima mit Shopping-Meilen, Kinos, Hotels  usw. Wir folgen der Malécon (Strandpromenade) di Marina und de la Reserva und sind platt über die wunderschön angelegten Parkanlagen, welche sich über mehrere Kilometer hoch über dem Meer auf der Steilküste entlang ziehen. Lima hat viele schöne Gegenden, leider aber auch viele hässliche. Dies haben wir ja bereits bei der Einfahrt vom Norden her auf der Panamericana, wie auch jetzt bei der Ausfahrt auf der Panamericana festellen müssen. Wieder geht es durch karge Sand-, Stein- und Wüstenlandschaft in Richtung Süden. Die zahlreichen Badeorte sind wie ausgestorben, Saison ist hier von Dezember bis März.


In der Gegend von Chincha Alta sind einige Baumwollfelder, Artischockenplantagen und Spargelfelder zu sehen und zudem werden hier auch Wein und der Traubenschnaps Pisco, für das peruanische Nationalgetränk „Pisco Sour“, produziert.  Bereits zur Mittagszeit kommen wir in Paracas, unserem heutigen Reiseziel an.


Das Meer ist unruhig und der Wind bläst so stark, dass keine Bootstouren zur Halbinsel Paracas durchgeführt werden. Als Alternative geht es mit dem Führer Vincente auf eine Rundfahrt im Bob zur Halbinsel Paracas.


Wir besuchen das Museum, fahren kreuz und quer durch einmalige Wüsten- und Dünenlandschaften, mach einige kleinere Spaziergänge zu Miradores, sehen wunderbare Sandstrände und steile Klippen – ein Ausflug, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.


Einzig, den riesigen Dreizack „El Candelabro“, eine Geoglyphe, wie sie in Nasca zu sehen sind, bekommen wir nicht zu Gesicht, da dieser nur vom Boot aus gesehen werden kann.


Im Jahre 1927 entdeckte der peruanische Archäologe Julio C. Tello auf der Halbinsel Paracas ein riesiges Gräberfeld mit in feinsten Tüchern eingewickelten Mumien, bei denen auch Gegenstände des täglichen Lebens wie Werkzeuge und Waffen, Schmuck und sogar Lebensmittel lagen. Sie wurden einer eigenständigen Kultur der Paracas-Kultur (1000 v.Chr. bis 200 n.Chr.) zugesprochen. Monatelang hatte Tello auf der Halbinsel gegraben und barg dabei einige der sehenswertesten alten Textilarbeiten Südamerikas.


Nach der Rückkehr zu unserem Übernachtungsort noch einige Gespräche mit weiteren Südameriakreisenden – Familien mit Kleinkindern aus Berlin und Guadeloupe – und ein feines Nachtessen im hübschen Dorf Paracas.


Die Panamericana führt bis Ica durch prächtige Sanddünen, wobei an einigen Streckenabschnitten neue Bäume gepflanzt wurden, wohl um die Wüste etwas zu „begrünen“. Kurz vor Nasca besuchen wir das Museo Sitio de Maria Reiche. Die deutsche Mathematikerin und Geographin Dr. Maria Reiche, geboren 1903 in Dresden, kam 1932 nach Peru und begann in den 1940er Jahren mit dem Studium der Nasca-Linien.


Sie widmete ihr Leben ihrer Entschlüsselung und hielt die riesigen, perfekt proportionierten Zeichnungen für komplizierte Sternkarten. Kurz vor ihrem Tod 1998 kam sie zu dem Schluss, dass sie ein riesiger astronomischer Kalender seien, mit dem die Nasca mit ihren Göttern kommunizierten, um auf diese Art um Wasser für die Ernte zu bitten. 1950 veröffentlichte sie, zusammen mit Dr. Paul Kosok, das erste Werk über die Nasca-Linien: „Ancient Drawings on the Desert of Peru“.


1976 liess Maria Reiche auf eigene Kosten einen 11 m hohen Aussichtsturm an der Panamericana errichten. Von diesem aus sind drei Figuren zu sehen – Hände, Baum und Eidechse. Ganz anderer Meinung als Dr. Maria Reiche ist unser Herr von Däniken, welcher übrigens seit 1979 Ehrenbürger der Stadt Nasca ist. Er meint, dass die Geoglyphen von Ausserirdischen erschaffen worden sind.


Von Däniken trug aber auf jeden Fall dazu bei, dass das Bilderbuch im Wüstensand international bekannt wurde. Es ist heute UNESCO Weltkulturgut.


Direkt auf dem Flughafen buchen wir einen gut halbstündigen Rundflug und lassen uns die verschiedenen Linien, Bodenmarkierungen, Tiere und Zeichen von der Luft aus erklären. Wir sehen unter anderen den Astronaut, den Hund, den Condor, die Spinne usw. Der Flug mit der Cessna der Gesellschaft Airplanes (mit einem Kapitän mit Haaren wie ein Persianerschaf!) hat sicher auf jeden Fall gelohnt.


Die Nasca-Kultur hatte ihre Blütezeit im 6. Und 7. Jahrhundert. Wegen des trockenen Klimas und der Wasserknappheit wurden, wahrscheinlich von den Nasca, zur Bewässerung der Felder genial konstruierte und zum Teil unterirdische wasserführende Stollen geschaffen, die von den Anden hunderte von Kilometern herabführten. Typisch für die Nasca-Kultur ist auch, dass die Toten in birnenförmigen Löchern, zusammen mit bemalten Gefässen bestattet wurden, wo sie dann im Wüstenboden mumifizierten.
Gegen Abend unternehmen wir noch einen kurzen Stadtbummel und geniessen ein feines Nachtessen im empfehlenswerten Restaurant Mamashana.


Nach Nasca steigt die Strasse stetig an und in vielen sehr gut ausgebauten Kehren gelangen wir nach gut etwa 80km ins 3800m hoch gelegene Reserva National Pampa Galeras.


Hier gründete Deutschland bereits 1965 eine Forschungsstation für Vikuñas, um sie vor dem Aussterben zu retten. Vikuñas waren für die Inka einst heilige Tiere und stehen heute noch unter Schutz. 1980 wurde die Station von der peruanischen Regierung und peruanischen Wissenschaftlern übernommen. Heute leben im Nationalpark von Pampa Galera wieder über 30.000 Vikuñas. Zahlreiche dieser zierlichen Tiere sind aus der Nähe zu sehen.


Bald gelangen wir auf den ersten Pass, den Abra Condorcenca  auf 4390müM. Was uns gar nicht gefällt: Bob gibt eine Warnung – Motorsteuerung ausgefallen. Wir halten an, lassen ihn ein paar Minuten ruhen und können weiterfahren ohne weitere Meldung. Wieder hinunter auf 3210m nach Puquio und weiter durch eine tolle Hochebene mit zahlreichen Lagunas, schöner Steppenlandschaft und grossartige Andenszenerie.


Über den Abra Huashuaccasa auf 4200m und hinunter nach Chalhuanca bis zum Hotel Tampumayu (bei km 361) mit einer schönen Anlage mit kleiner Kirche, freilaufenden Alpakas und Pfauen.


Durch das Schlucht artige Tal des Rio Pachachaca geht es bis Abancay (2380m), einer lebendigen Andenstadt mit etwa 55.000 Einwohnern. Hier tanken wir, da wir befürchten, im einen Tank schlechten Diesel erwischt zu haben und deshalb Bob nicht ganz so „rund läuft“. Dann geht es hinauf auf den Abra Sorllaca auf 4000m, nach Carahuasi und hinunter der Schlucht des Rio Apurimac (ein Quellfluss des Amazonas) folgend bis Limatambo. Hier wird die Strasse neu gebaut und wir müssen auf etwa 10 Kilometer Schotter-, Stein- und Sandstrasse fahren.


Nun geht es wieder steil hinauf auf den letzten Pass vor Cusco, den Abra Huillique auf 3700m. Immer wieder werden wir überholt von wahnsinnigen Busfahrern, die auch auf dieser Strecke Kopf und Kragen der Passagiere riskieren. Wir sind froh, auf dem Pass angekommen zu sein, Bob stottert immer wieder und wir werden wohl in Cusco eine Garage aufsuchen müssen.  In Cusco fahren wir durch das San Blas Quartier bis hinauf zum Camping Quinta Lala, unserem Zielort für die nächsten Tage.  


Am Morgen regnet es und dies gibt uns die Gelegenheit diverse Arbeiten zu erledigen, Wäsche zu machen usw. Am frühen Nachmittag geht es zu Fuss in die Stadt (mit Astrid, Christoph, Linus und Io aus Wien – www.bieros.at). Die malerische Stadt mit ihren spanischen Bogen und Plätzen und den wunderbar geschnitzten Holzbalkonen wurde 1983 zum UNESCO Welterbe erklärt.


In der Kolonialarchitektur der Stadt zeigt sich spanische Vergangenheit, während die exakt gehauenen Steinhauern daran erinnern, dass es die Inka waren, die die Stadt gegründet haben. Beim einstigen Inka-Palast und heutigem Erzbischöflichen Palais, in der Gasse Calle Hatunrumiyoc kann man die Kunst der fugenlosen Verblockung riesiger Steine bewundern. Es ist die längste und besterhaltene Mauer der einst monumentalen Inka-Architektur Cuscos. Der Paradestein dieser Buckelquader hat nicht weniger als zwölf Ecken und wurde exakt passgenau in das Mauerwerk eingefügt.


An der Plaza de Armas stehen die imposante Kathedrale, aussen ein Renaissancebau und innen barock und die Iglesia de la Compañia mit ihrer Prachtfassade. Beide Kirchen sind über den Grundmauern inkaischer Tempel aufgebaut.


Unter den Arkaden rund um den grossen Platz hat es zahlreiche Souvenirläden und Restaurants.


Mitten auf dem Platz steht ein Brunnen mit der Quechua-Inschrift „kosko hatun llacta“ – „herrliche Stadt Cusco“.  Bis anhin ist dies tatsächlich die schönste Stadt in Peru die wir besuchen. Morgen wollen wir noch mehr sehen.



Kurzgeschichte 15/2014 – Pisco Sour, unser Lieblingsapéro
Absolut Spitze ist das teuflisch-süffige peruanische Nationalgetränk Pisco Sour, ein Traubenschnaps gemixt aus Limettensaft und Zuckersirup, frischem Eiweiss und einigen Tropfen Angostura. Serviert wird er mit einem Stäubchen Zimt. Ein doppelter Pisco heisst „Catedral“. Es gibt verschiedene Qualitäten, doch nur der Pisco Puro (Puro de Ica) aus der Quebranta-Rebe gilt als echt. Weitere Sorten: Pisco Aromatico, Pisco Verde (Mosto Verde), Pisco Aromatizado (mit Mango, Zimt und Chirimoya) und Pisco Acholado. Lecker soll auch der Pisco mit Kokosmilch oder anderen Fruchtsäften sein. Wir haben bis anhin nur Pisco Sour getrunken und der ist wirklich fein und macht gute Laune!!!



2014Cusco – Machupicchu - C.kmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
29.09.2014/MoCusco (Garage Nilo)19-
30.09.2014/DiCusco (Garage Nilo)0-
01.10.2014/MiCusco (G. Nilo/Quinta Lala)45-13.505915S, -71.985042W/3629
02.10.2014/DoCusco - Ollantaytambo107-13.263448S, -71.985042W/2821
03.10.2014/FrOllantayt. – Machu Picchu0-13.263448S, -71.985042W/2821
04.10.2014/SaOllantaytambo - Cusco180-13.505915S, -71.985042W/3629
05.10.2014/SoCusco0-13.505915S, -71.985042W/3629


Wochenbericht  29.9. – 05.10.2014 / Cusco – Machu Picchu – Cusco
Gegen 9 Uhr kommt Nilo, der Mechaniker, zum Campingplatz Quinta Lala und lässt sich von Ernest das Problem mit Bob erklären. Nilo meint, die sei nur eine kleine Sache. So fahren wir mit Bob zur Werkstatt von Nilo, welche hinter dem Flughafen liegt. Nilo und einer seiner Mitarbeiter sehen sich den Motor genauer an. Nilo stellt schnell fest, dass das Problem beim Turbolader liegt.


So fangen die beiden an, Teile des Motors auseinander zu nehmen und tatsächlich sieht man bald einmal, wo der Motor resp. die angeflanschten Teile die so wichtigen Abgase für den Antrieb des Turboladers verliert und somit zu wenig Leistung erbringt. Verschiedene Teile werden zu einem anderen Mechaniker gebracht und dieser frässt über Nacht neue Gewinde in die Gussteile. Die Dichtungen sollten eigentlich auch ersetzt werden, es sind jedoch keine neuen aufzutreiben und so werden eben die alten wieder eingebaut. Nilo meint, das ganz werde 8 Jahre halten und Ernest staunt, wie Nilo auf diese Zeitdauer kommt. Nicht ungefähr 8 Jahre, nein offensichtlich genau 8 Jahre – wir werden sehen.


Der halbe Motor liegt auf einem Tisch, die Schrauben in einem Oelkübel zum Reinigen und die restlichen Teile in verschiedenen Behältern. Hoffentlich wissen die dann noch, was wohin gehört. Ernest lässt sich alles genau erklären und verbringt seine Zeit mit dem Reinigen der Reling und der Solarpannel auf dem Dach unseres BOB. Ich nehme meine „Lismete“ hervor und verbringe so meinen Tag. Beim Kochen des Nachtessens geht dann auch noch das Gas aus (Nilo organisiert einen Refill am nächsten Tag) und so gibt es heute einen „kalten Znacht“. Diese Nacht schlafen wir auf dem Werkstattgelände.
Zum Arbeiten am Motor muss die Kabine gekippt werden. Über Nacht wurde diese aber wieder in Normalstellung gebracht. Beim neuerlichen Kippen hängt die Kabine blöderweise am Regenschutz an und reisst diesen ab. Das werden wir dann morgen flicken.


Tatsächlich bringt Nilo bald einmal die Teile des Turboladers und beginnt mit der Arbeit. Zusätzlich werden noch die beiden Dieseltanks geleert und gereinigt, da darin Schmutz vermutet wird. Man kann und darf nicht zusehen, wie die beiden Tanks geleert, demontiert und anschliessend wieder montiert werden – aber es funktioniert.


An diesem Morgen fahren auch Conny und Lutz mit ihrem Riesenschnauzer Dongo, welche wir auf dem Campingplatz kennen gelernt haben, auf das Werkstattgelände. Eine Spiralfeder ihres Landrover Defenders ist gebrochen und muss ersetzt werden. Bald einmal fängt es an zu regnen, alle Teile werden mit einer Blache abgedeckt und ans Weiterarbeiten ist nicht zu denken, da Bob nicht unter Dach steht. Blöderweise haben wir auch noch die Fenster vorne offen gelassen. Diese können nicht geschlossen werden, da die Batterien abgehängt wurden. Auch bei Conny und Lutz geht es nicht vorwärts und sie müssen ebenfalls auf dem Werkstattgelände schlafen. Zusammen verbringen wir aber einen netten Abend im Trockenen in unserem Bob. 
Am nächsten Morgen scheint die Sonne wieder und es kann vorwärts gehen. Auch der Mitarbeiter von Nilo, welcher gestern einen Kurs besucht hatte, ist heute wieder hier und siehe da, es wird gearbeitet, was das Zeug hält. Wir steigen heute erneut aufs Dach und versuchen, den Regenschutz wieder zu montieren. Das gelingt soweit auch recht gut, bis sich der Mitarbeiter von Nilo daran festhält und diesen wieder abreisst. Ernest nimmt  bis anhin alles sehr gelassen, auch wenn man merkt, dass er innerlich angespannt ist. Zum Ausraster kommt es erst, als beim Rückwärtsfahren eines alten Buses dieser in unser Wohnmobil fährt. Drei Hilfsmechaniker stehen herum, ihre Anweisungen sind aber ungenau und widersprüchlich und so kommt es zur Kollision – glücklicherweise nur zu einer kleinen. Ernest, auf dem Dach von Bob, kann sich nicht mehr beherrschen und flucht auf gut Schweizerdeutsch diese“ Idioten“ da unten an. Wann hört all dieser Mist endlich auf.


Nilo hat uns versprochen, dass wir heute wegfahren können. Um etwa 14 Uhr geht es dann tatsächlich auf eine Probefahrt hinauf ins Hinterland - mit den beiden Mechanikern an Bord - und Bob läuft wie geschmiert. Die Tanks werden mit Diesel der Firma Primax (beste Tankstelle in Peru) randvoll gefüllt und es geht nochmals für einen weiteren Check in die Werkstatt und tatsächlich fahren wir gegen Abend zurück ins Quinta Lala. Irgendwie sind wir erschöpft und gehen sehr früh ins Bett. Nilo hat hervorragende Arbeit geleistet – besten Dank.
Wir entscheiden uns, in die Berge zu fahren und uns Machu Picchu anzusehen. Diese Sehenswürdigkeit ist nicht allzu weit entfernt (nur eine Tagesreise) und im Falle, dass mit Bob doch nicht alles in Ordnung ist, könnte erneut Hilfe von Cusco angefordert werden. Natürlich sind unsere Ohren immer sehr offen und jedes Geräusch wird registriert! Bob läuft aber ganz toll und macht keine Probleme. In Urubamba zweigen wir noch ab nach Yucay und besuchen Michi und Ursi mit ihren Hunden Sheela und Miro. Mit den beiden haben wir schon längere Zeit Mailkontakt und Informationen betreffend Reisen mit Hunden ausgetauscht. Gesehen haben wir uns auch schon einmal kurz auf dem Markt in Otavalo, allerdings ohne einander erkannt zu haben. Michi und Ursi (www.pawsontour.com) haben in Yucay ein Haus für ein paar Wochen gemietet und machen Pause vom Reisen. Auch Ursis Mutter ist anwesend – sie ist zwei Monate mit Michi und Ursi herumgereist. Wir geniessen einen kleinen Vesper und merken einmal mehr, wie klein die Welt ist: Nach nicht einmal 10 Minuten „quatschen“, stellen wir fest, dass wir einen gemeinsamen Freund haben resp. hatten: Franz Voney. Allerdings mussten wir leider erfahren, dass Franz Voney letztes Jahr verstorben ist. Nach dem Besuch geht es weiter nach Ollantaytambo und wir fahren durch die engen Strassen direkt zur Bahnstation. Bei Inka Rail buchen wir eine Fahrt für den nächsten Tag nach Aguas Caliente und dürfen auf dem Parkplatz der Bahngesellschaft parkieren und übernachten. Bereits hier in Ollantaytambo befindet sich eine sehenswerte Festung.


Mehrere Steinterrassen, die zum Schutz des Tals vor Invasoren gebaut wurden, führen den Hügel hinauf zur Festung Araqama Ayllu. Das Bollwerk umfasst den Sonnentempel, Königssaal, die Prinzessinnenbäder und den Intihuatana, der den Weg der Sonne nachzeichnet. Obwohl er unvollendet blieb, ist der Sonnentempel eines der schönsten Beispiele der Inka-Baukunst. Sechs rosafarbene Monolithen, die bei Sonnenaufgang leuchten, sind perfekt ineinandergefügt. 
Früh am Morgen steigen wir in den Zug und fahren im Urubambatal hinunter in Richtung Aguas Caliente.


Bald einmal ändert sich die Vegetation und die Fahrt geht, entlang dem Urubamba, durch schönes Dschungelgebiet (dies war für Ernest eine grosse Ueberraschung, erstens weil er glaubte, der Zug würde Richtung Machu Picchu hinauffahren und zweitens keinesfalls tropische Vegetation auf dieser Strecke in relativ grosser Höhe vermutete). Bei Ankunft in Aguas Caliente ist dieses nicht besonders hübsche Touristendorf noch etwas verschlafen. Wir lösen das Busticket und auch den Eintritt zur wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit Perus, Machu Picchu. Ein Bus fährt uns über viele Serpentinen steil hinauf zum etwa 2350 Meter hoch gelegenen Machu Picchu (alter Gipfel). Mit der Reiseführerin Ruth besuchen wir diese fantastische, guterhaltene Ruinenstadt inmitten steiler Schluchten hoch über dem Urubambatal.




Auf der gut zweistündigen Tour zeigt uns Ruth unter anderem den Heiligen Platz, den Sonnentempel, die Wächterhütten und die Brunnen. Die Inka machten sich eine natürliche Quelle auf einem Steilhang nördlich von Machu Picchu zunutze. Sie bauten einen 749 Meter langen Kanal, der das Wasser in die Stadt transportierte. Dort wurde es in 16 Brunnen geleitet, zur sogenannten „Brunnentreppe“. Das Wasser sammelt sich in Steinbecken des Brunnens, bevor es durch einen runden Abfluss in einem Kanal zum nächsten fliesst. Jeder dieser Brunnen besass einen rechteckigen Wasserspeier, aus dem ein Wasserstrahl in idealer Grösse für das Befüllen der „urpu“ (langhalsiger runder Tonkrug mit breiter Kante und schmalem Boden) floss. Auch die Erklärungen über die Baukunst, das Leben der Inkas in dieser Stadt usw. sind äusserst interessant.




Traurig ist die Tatsache, dass vor einiger Zeit 15 Lamas in die Anlage gebracht wurden (den Touristen wegen). Leider sind bis auf 6 alle schon nach kurzer Zeit gestorben. Das Klima ist zu warm und nicht geeignet für diese Tiere. Bald einmal füllt sich die Inka-Stadt mit immer mehr Touristen. Jetzt zur Nebensaison sind „nur“ etwa 2000 bis 2500 Besucher pro Tag anwesend, in der Hochsaison (Juli und August) jedoch 4000 – 4500 Personen, welche das UNESCO-Welterbe, besuchen.






Am frühen Nachmittag fahren wir wieder hinunter nach Aguas Caliente und bummeln durch das durch und durch auf Touristen ausgerichtete Städtchen mit vielen Souvenirläden und Restaurants und Bars.


Mit dem Zug geht es gegen Abend zurück nach Ollantaytambo. Das Nachtessen nehmen wir am Hauptplatz ein – eine Kurzgeschichte wert!


Auf der Rückfahrt nach Cusco besuchen wir Moray. Die Fahrt geht über eine schöne Hochebene mit sehr gepflegtem Ackerbau und schönem Blick auf die Cordillera Urubamba und dem schneebedeckten Salcantay,  6271m hoch. Auf den ersten Blick sieht Moray wie ein griechisches Amphitheater aus. Die Dimensionen sind überwältigend.


Es soll sich hier um eine Art „Getreidelabor“ handeln, in dem die Inka wohl Kornarten, Bewässerung, Anbaubedingungen usw. testeten. Die vier sich überlappenden „muyus“ (leicht elliptische Terrassen) haben aufgrund unterschiedlicher Sonnenstände und Höhe jeweils eine andere Temperatur. Die grösste ist etwa 45m tief. Die Terrassen wurden auf Stützwänden errichtet, mit Erde gefüllt und über ein Bewässerungssystem versorgt. Sie sollen Spuren von etwa 250 Getreide- und Gemüsesorten aufweisen. In jüngster Zeit spricht man aber auch davon, dass es sich vielleicht doch um eine Kult- und Zeremonienstätte gehandelt haben mag. Eigentlich wollten wir Moray nicht besuchen, wir würden dies aber sehr bereuen, es hat uns sehr gut gefallen!




Ursprünglich bezeichnete der Begriff „Inka“ nur den Herrscher. Heute meint man damit das ganze Volk. Es gab 13 Inka-Herrscher. Der erste war Manco Capac, der Sohn der Sonne, der Cusco im 12. Jahrhundert gründete. Die Inka breiteten sich um Cusco herum aus. Unter Pachacutec, dem 9. Inka (regierte 1438—1471), dehnte sich das Reich bis nach Chile und in die Zentralanden aus. Sein Sohn Tupac Yupanqui erweiterte das Gebiet von Quito in Ecuador bis Santiago in Chile. Sein Enkel Huayna Capac wiederum drang in den Norden nach Kolumbien vor und liess sich in Quito nieder, das er zur Hauptstadt des Nordens machte. In seiner Blütezeit um 1493 erstreckte sich das riesige Inka-Reich über 4800 Kilometer. Ganz in der Nähe des Campingplatzes Quinta Lala befindet sich Sacsayhuaman.


Diese Stätte ist ein beeindruckendes Beispiel militärischer Inka-Architektur. Es besteht aus drei grossen terrassenförmig übereinander gebauten Zickzackmauern. Die immensen Granitbefestigungen erstrecken sich über ca. 300 Meter mit bis zu fünf Meter hohen Steinen, die bis zu 350 Tonnen wiegen. Diese Steine passen ganz ohne Mörtel fugenlos auf- und aneinander.


Wir beschliessen, nochmals einen Ruhetag einzulegen und uns (endlich) Cusco noch näher anzuschauen. An der Plaza de Armas steht die Kathedrale. Der Bau begann 1560 und dauerte fast 100 Jahre. Die Kirche wurde auf dem Palast von Huiracocha, dem 8. Inka, mit rotem Granit von Sacsayhuman errichtet. Sie wird von zwei Seitenkapellen flankiert. In der Kirche befinden sich über 400 Gemälde der Schule von Cusco. Die als eine der wichtigsten Kunstströmungen Amerikas gepriesene „Escuela Cusco“ entstand aus dem Wunsch der spanischen Eroberer, die Einheimischen zum Katholizismus zu bekehren.


Mit dem Sieg über die Inka machten sich verschiedene katholische Orden daran, die meist des Spanischen unkundigen Menschen zu missionieren. Sie importierten zahlreiche sakrale europäische Renaissancegemälde, darunter Werke von Bartolome Esteban Murillo, Peter Paul Rubens und Francisco de Zubaran. Die gestiegene Nachfrage lockte Künstler, die nach Aufträgen suchten, nach Peru. Die Darstellungen von Jesus, von Heiligen oder die der Kreuzigung dienten den Priestern als Anschauungsmaterial, mit dem sie ihre Predigten unterfütterten. Die Kathedrale hat uns begeistert. Weiter haben wir auch die Iglesia de San Blas angeschaut.


Die 1563 errichtete Kirche ist die älteste Gemeindekirche in Cusco. Die prachtvolle Kanzel ist ein tolles Beispiel für barocke Holzschnitzkunst. Vom Glockenturm aus, den man besteigen kann, geniesst man eine schöne Aussicht auf das San Blas Quartier.


Gerne hätten wir uns noch das Museo Inka angeschaut, dieses ist aber leider am Sonntag geschlossen. Ernest hat ein feines Stück Rindsfilet auf dem Grill gebraten, Conny und Lutz waren unsere Gäste im Bob.



Kurzgeschichte 16/2014Ernest bestellt Cuy/Meerschweinchen!
Nach unserem tollen Ausflug nach Machu Picchu spazieren wir noch durch Ollantaytambo. Am Hauptplatz gibt es einige Restaurants. Ernest möchte endlich einmal Cuy (Meerschweinchen) probieren. Wir finden ein Restaurant mit Cuy auf der Speisekarte. Also, einmal Cuy für Ernest und einmal Gemüsesuppe für mich. Die Gemüsesuppe kommt prompt und schmeckt auch sehr fein. Dann kommt das Cuy! Es liegt auf dem Teller mit Beinen und Kopf, ist ganz flach und besteht eigentlich nur aus Haut und Knochen! Fleisch findet man gar keines – kurzum ein ausgetrocknetes kleines Ding, absolut ungeniessbar. Ernest ist wirklich nicht heikel, er isst eigentlich alles und ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals etwas zurückgegeben hat. Das hier ist aber zu viel: Die wollen mich „verarschen“, ich esse doch keine Ratte! Und so reklamiert er beim Kellner und gibt das „Ding“ zurück. Der Kellner besteht allerdings darauf, dass diese Zubereitungsart hier so üblich sei und es sich beim „Ding“ auf dem Teller um eine ausgesprochene Delikatesse handle.  Ernest ist nicht zu überzeugen, er gibt eine weitere Bestellung auf: Pollo mit Frites – da weiss man was man hat!



2014Cusco – Copacabana/BoliviakmKoordinaten/Uebern’ort/M.ü.M
06.10.2014/MoCusco  - Puno406-15.823978S,-70.005423W/3834
07.10.2014/DiPuno – Arequipa322-16.400463S,-71.542297W/2316
08.10.2014/MiArequipa0-16.400463S,-71.542297W/2316
09.10.2014/DoArequipa - Puno322-15.823951S, -70.005443W/3831
10.10.2014/FrPuno (Ausflug Uros)0-15.823951S, -70.005443W/3831
11.10.2014/SaPuno – Copacabana/Bolivia147-16.166383S, -69.090091W/3818
12.10.2014/SoCopacabana0-16.166383S, -69.090091W/3818


Heute geht es weiter in Richtung Süden. Nochmals durch Cusco durch, tanken und dem fruchtbaren Tal des Rio Vilcanota folgend zum Templo de Wiracocha in Raqchi. Diese Ruinenstätte auf 3500 m Höhe zu Füssen des Quimsachata-Vulkans überrascht uns mit einem 100x25m grossen, ungewöhnlichen Tempel im Zentrum einer einst rechtwinklig angelegten Siedlung mit Häusern und runden Lagersilos, die von einer ursprünglich 6m hohen, heute noch vorhandenen Mauer umgeben war.


Die über 12 m hohe innere Stützmauer des Tempels und 21 kleine Säulenansätze sind gut erhalten. Säulen sind aber absolut untypisch für die Inkazeit. Ausserdem sind die Steine mit Lehmmörtel etwas „schlampig“ und oberflächlich verarbeitet. Ungewöhnlich war auch das einstige Satteldach des Tempels. Deshalb schliessen Archäologen auf ein Heiligtum aus der Präinkazeit und bringen es mit der Tiwanaku-Kultur in Zusammenhang. Ein hübsche und alleweil besuchenswerte Anlage, natürlich auch mit den dazugehörenden Verkaufsständen der Indigenen Bevölkerung, vorwiegend der Frauen mit ihren Trachten.


Sicuani, der grösste Ort zwischen Cusco und Juliaca durchfahren wir. Hier hat sich eine alte Frau keinen guten Platz zum Sitzen ausgesucht wie auf dem Bild ersichtlich ist.


Erst wollten wir in Aguas Calientes, einen Halt einschalten. Da es aber bei und in den Quellen dermassen viele Besucher hat, fahren wir weiter auf dem Pass La Raya auf 4338 m und gelangen auf den berühmten Altiplano. Diese andine Hochebene zwischen 3500 und 4000 m Höhe zieht sich von hier über den Titicacasee bis weit nach Bolivien hinein. Viele Hunderte von Lamas und Alpakas weiden in der jetzt breiter werdenden und leicht abfallenden Hochebene.




Unterwegs überholen wir den Touristenzug der Peru Rail, der Gäste von Cusco nach Puno bringt.


In Juliaca sollen wir unbedingt die Umfahrungsstrasse nehmen – nur welche? Wir fragen und werden auf die Ostumfahrung gewiesen. Diese entpuppt sich auf die wohl schlimmste Strasse die wir auf dieser Reise je gefahren sind. Für etwa 4km brauchen wir bestimmt eine gute halbe Stunde. Nur Wasser- und Schlammlöcher und Baustellendreck sondergleichen. Die Stadt hinterlässt gar keinen guten Eindruck bei uns.


. In Puno fahren wir, um zu unserem Stellplatz beim Hotel Sonesta Posada del Inca zu kommen, mitten durch die Stadt und mitten durch die Marktstrasse – alle nehmen es sehr gelassen! Im Hotel gibt es das wohl beste Nachtessen, das wir auf dieser Reiseetappe bekommen haben.  Die Strecke zwischen Puno und Arequipa ist Landschaftlich wunderschön. Schiene und Strasse folgen hinter Juliaca (haben einen besseren Weg gefunden, die Stadt zu durchfahren, wertet diese aber trotzdem nicht auf!) dem Tal des Rio Cabanillas bis nach Santa Lucia, einem kleinen Dorf mit ultramodernem, tophässlichem Dorfplatz. Danach geht es weiter zur Laguna Saracocha auf 4200m und zur Laguna Lagunillas auf 4360m. In dieser Laguna auf dieser Höhe können wir sogar Flamingos beobachten.


Der höchste Punkt ist Crucero Alto mit 4500m. Immer wieder sehen wir grosse Herden von Vicunas, Lamas und Alpakas, die auf den kargen Weiden in der typischen Punalandschaft ihr Futter suchen. Dann geht es weiter durch eine Wüstenlandschaft abwärts auf gut ausgebauter Strasse über viele Windungen nach Arequipa. Wir stehen für zwei Nächte im Garten des Hostal Las Mercedes, mitten in der Stadt. In etwa 10 Minuten zu Fuss ist man direkt an der Plaza Principal/Plaza de Armas. Die Stadt gefällt uns ausserordentlich gut und ist die schönste Stadt, die wir in Peru bis anhin gesehen haben. Sie ist sauber und kann mit vielen schönen Kolonialhäuser, Gotteshäusern, Klöstern und Museen aufwarten. Auf der Terrasse eines Restaurants über den schönen Arkaden am Plaza Principal gibt es Pisco Sour zum Sonnenuntergang!


Eigentlich wollen wir heute eine Busrundfahrt machen. Da diese aber 4 Stunden dauert und die 2-stündige irgendwo in einem Vorort endet und man mit dem Taxi selber  zurück in die Stadt muss, verzichten wir darauf. So besuchen wir erst einmal das wunderschöne Kloster Santa Catalina. Es ist in heutiger Zeit vielleicht etwas schwer zu verstehen, was Frauen vor ein paar Hundert Jahren in Arequipa am klösterlichen Leben so beeindruckte. Auf jeden Fall reichten die drei damaligen Klöster der Stadt nicht aus, um dem Andrang gerecht zu werden, so dass der Rat der Stadt beschloss, ein neues, sehr grosses Kloster zu bauen.








Im Jahre 1579, weniger als 40 Jahre nach der Ankunft der Spanier in Arequipa, wurde das Kloster Santa Catalina de Siena gegründet, in das 150 Nonnen eintreten sollten. Seit seinem Beginn traten Frauen aus unterschiedlichen sozialen Schichten in das Kloster ein, um als Klausurnonnen zu dienen und nie mehr in ihr Zuhause zurückzukehren. Zudem lebten zu dieser Zeit auch 400 Dienstmädchen, welche den Nonnen dienten in diesem Kloster. Der Öffentlichkeit blieb mehr oder weniger verborgen, was über 300 Jahre hinter den Tuffmauern geschah. Aus vulkanischem Sillargestein erbaut, ist es das wichtigste Zeugnis kolonialer Architektur in Arequipa. Die kontinuierlichen Erdbeben in dieser Gegend riefen einige Veränderungen in der Struktur hervor und machten es zu einem Gebäude mit einzigartigen Charakteristiken. In dieser „Stadt in der Stadt“ richteten die Nonnen private Zimmer ein und führten ein abgeschiedenes Leben fernab von der Zivilisation, die sie umgab. Zu diesem Zwecke wurde ein Teil der Altstadt geschlossen.  Nach den zerstörerischen Erdbeben der Jahre 1958 und 1960 wurde das Kloster restauriert und am 15.8.1970, einem Feiertag in Arequipa, dem Publikum geöffnet, und zwar am 430. Jahrestag der Stadtgründung im Jahr 1540. Mit Beginn der Restaurierungsarbeiten im Kloster, vor seiner Öffnung für das Publikum, fand man über die gesamte Ausdehnung von Santa Catalina verteilt eine grosse Sammlung von Gemälden mit vornehmlich religiösen Motiven, die Exponate der Malerei Perus sind. Ungefähr 400 Stück wurden einer Konservierungsbehandlung unterzogen, um jetzt ausgestellt zu werden. Die meisten Strassen oder Gassen in der Anlage werden nach spanischen Städten benannt, wie z.B. Calle Malaca, Calle Cordoba, Calle Toledo und Calle Burgos. Heute leben im Kloster nur noch 22 Nonnen. 15 davon sind zurzeit in Bolivien und unterstützen ein Hilfswerk. Durch das Kloster hat uns eine deutschsprechende Führerin geführt, leider hat sie so schnell gesprochen, dass man schon genau hinhören musste, um das Deutsch zu verstehen. Im Hintergrund konnte man durch Lautsprecher wunderschönen kirchlichen Gesang hören. Ernest hat unserer Führerin gefragt, ob dies „Live“ sei und tatsächlich von den nur 7 anwesenden Nonnen gesungen wurde. Dies wurde vehement bejaht!




Beherrscht wird die Stadt durch die (gemäss unserer Führerin durch die Kathedrale) nicht mehr aktiven Vulkane in der nahen Umgebung, den 5822 m hohen kegelförmigen Misti, den 6057 m hohen Chachani und den kleineren und entfernteren Pichu Pichu. Auch erzählt sie, dass es in Arequipa täglich bis zu 22 kleine Erdbeben gibt. Diese seien nur zu spüren, wenn man ganz ruhig im Bett liegt und explizit darauf achtet. Einzigartig für Peru ist, dass die Kathedrale die gesamte Breite der Nordseite der Plaza einnimmt. Mit ihrem Bau wurde 1629 begonnen, ihre heutige endgültige Form erhielt sie aber durch den 1844 abgeschlossenen Wiederaufbau nach einem Brand. Nur wenige Jahre später wurde sie durch das starke Erdbeben von 1868 erneut schwer beschädigt. Beim Erdbeben von 2001 ist der linke Glockenturm auf das Dach der Kathedrale herabgestürzt.


Das Dach hat standgehalten und der Turm wurde bis 2004 wieder aufgebaut. Zum Ende des 19. Jahrhunderts ließ man für die innen wenig spektakuläre Kathedrale eine holzgeschnitzte Kanzel aus Frankreich und eine 12 Meter hohe Orgel aus Belgien anschaffen. Zudem wurde an vielen Stellen Marmor aus Italien verwendet. Die Kathedrale von Arequipa ist zudem eine der weniger als 100 Kirchen weltweit, denen es erlaubt ist, die Flagge des Vatikans zu hissen. Im dazugehörenden Museum sind zahlreiche sehenswerte kirchliche Artefakte aus vergangener und jüngster Zeit zu sehen. Nach so viel Kultur – zwei Pisco Sour auf der Dachterrasse bei Sonnenuntergang!
Auf der gleichen Strecke geht es wieder zurück via Juliaca in Richtung Puno. Unterwegs besichtigen wir die Grabtürme von Sillustani.


Das archäologische Gebiet von Sillustani liegt auf einer Halbinsel am Umayo-See, 32 km von Puno entfernt. Das Aymara-Wort Chullpa bedeutet „Begräbnisturm“. Für die Colla war Sillustani heilig. Hier begruben sie ihre wichtigsten Persönlichkeiten und zwar mumifiziert und in Embryostellung in Tüchern eingewickelt. Die Steine für die Türme wurden von vier Steinbrüchen geholt. Da die Steine der Türme stark eisenhaltig sind, schlagen hier öfters Blitze ein. Darum stehen auch Blitzableiter herum. Ein weiteres ganz feines Nachtessen im Sonesta.


Unser Führer Walter zeigt uns anhand eines Modelles auf einer Schilfinseln, wie eine solche Insel einerseits entsteht und wie darauf gelebt wird. Auf „unserer Insel“ leben 5 Familien, meist Eltern mit jungen Frauen und zwei Kleinkinder. Die Frauen stellen Textiles Handwerk her und die Männer kleine Boote, Schmuck usw., welches an Touristen verkauft wird und kümmern sich um die Instandstellung der Insel und der Gebäude. Die heutigen Uros leben vorwiegend vom Tourismus. Zwar erklärt uns Walter, dass die Uros auf Fischfang gehen, Vögel und Enten jagen und Teile einer Schilfpflanze essen. Wir hören aber auch von den jungen Frauen, dass diese einmal in der Woche mit dem Schiff nach Puno fahren und dort Einkäufe tätigen.




Wir dürfen ein Haus besichtigen. Darin steht ein Bett, ein Gestell mit einem (sehr alten) Fernseher, ein Radio (werden mit Batterie betrieben), diverse Handarbeiten – sehr spartanisch, aber auch sehr ordentlich und hübsch. Gekocht wird draussen in einem speziellen Ofen, der wiederum auf einer feuchten Schicht Seegras, welcher in einen Block gepresst wird, steht. Die ganze Insel wird mit verschnürten Schilfrohrbündel gebaut und müssen etwa alle 6 Monate ausgewechselt werden, da sie sich mit der Zeit mit Wasser vollsaugen, schwerer werden und zu sinken drohen. Ständig müssen beschädigte oder verfaulte Teile ersetzt oder ausgebessert werden. Das Haupttransportmittel der Uro-Gemeinschaft sind ihre leichten Boote. Früher hab es nur Totora-Boote, heute werden diese durch Holz-, Kunststoff- und Motorboote verdrängt. Zum Bau eines kleinen Totora-Bootes wird Schilf zunächst zu Rollen zusammengepresst, die in der Mitte dicker sind. Anschliessend werden diese dann zu bootsförmigen Paketen mit spitzem Bug und Heck verschnürt. Der grösste Bootstyp ist das Chatcha, das bis zu 15 Personen oder dementsprechende Lasten transportieren kann. Um ein solches Boot zu bauen dauert es etwa zwei Monate. Ein solches Boot kann etwa zwei Jahre gebraucht werden, ist dann angerottet und wird unbrauchbar. In solchen Booten werden heute die Touristen auf eine kleine Tour mitgenommen.




Es war schöner Ausflug bei tollem Wetter und hat viele schöne Fotomotive hervorgebracht. Allerdings ist das ganze heute sehr „Touristisch“ aufgemacht. Ein „Abschlussnachtessen“ im Sonesta, morgen geht es weiter Richtung Bolivien.
Der Titicacasee ist mit einer Fläche von 8562 qkm fast 13 Mal grösser als der Bodensee und liegt 3810müM. Er ist der höchstgelegene schiffbare See der Erde und liegt inmitten des Altiplano zwischen Peru und Boliven (gut 30% der Seefläche gehören zu Bolivien). Weder mit dem Atlantik noch mit dem Pazifik hat er eine Verbindung. Der See ist 195 km lang, 65km breit und ist bis zu 304 m tief. Von Puno führt die Strasse zunächst dem See entlang. Hinter dem Dorf Juli eröffnen sich wunderschöne Blicke über den tiefblauen See und wir können schon die dahinterliegenden Eisriesen der Königskordilleren in weiter Ferne erblicken. Kurz nach Pomato biegt die Strasse Richtung Yunguyo ab und bald kommen wir zum Grenzort Kusani. Zuerst müssen wir unsere Ein-/Ausreisekarte stempeln lassen. Hier wird geprüft, ob wir uns nicht zu lange im Land aufgehalten haben. Dann in die Immigration und Abmelden, mit Stempel im Pass. Weiter zum Zoll und Bob’s Papiere für die Ausreise stempeln lassen. Es ist heute der 11.10., und wir müssten spätestens am 13.10. raus sein. Dies bemerkt der Zöllner und meint lachend, wir hätten gerade mal noch Glück gehabt, nach dem 13. hätten sie uns „die Kehle aufgeschnitten“! Dann weiter nach Bolivien. Bob wird auf dem Parkplatz abgestellt. Wir melden uns in Bolivien an und auch dieses Prozedere in der Douane mit Bob ist eine Sache von wenigen Minuten. Bevor die Schranken gehoben werden, muss noch die Polizei kontrollieren ob alles in Ordnung ist. Nach einer kurzen Fahrt mit schönem Blick auf den Titicacasee kommen wir nach Copacabana und parkieren an der Strandpromenade.




. Es geht auf einen Spaziergang und wir wollen uns erkundigen, wann morgen Schiffe auf die Isla del Sol fahren. Hier bekommen wir zu hören, dass morgen Sonntag Wahlen sind und nicht’s läuft, aber gar nicht’s. Es dürfen auch keine Schiffe, keine Autos oder andere Fahrzeuge fahren – so hat es Herr Evo Morales verordnet!  So entscheiden wir uns für eine sofortige private Schifffahrt mit einem älteren Kapitän mit eigenem Boot. Zuerst geht es quer durch die Bucht von Copacabana und der Küste entlang bis nach Yumani auf die Isla del Sol. Die kleine Insel mit ihren gut 2000 Bewohnern liegt doch etwa 20 km nördöstlich von Copacabana und die Schifffahrt dauert eine Stunde. Ursprünglich hiess die Insel Titicachi, davon leitet der Titicacasee seinen Namen ab. Auf der autolosen Insel gibt es einige Ruinen und viele terrassierte Hänge. Leider fehlt uns die Zeit für eine kleine Wanderung und so bewundern wir die Escalera del Inka und den Inkabrunnen. In der Ferne können wir auch die Insel Isla de la Luna erblicken. Dort soll ein ungewöhnlicher Mondtempel oder „Tempel der Sonnenjungfrauen“ sehenswert sein.


Bei Sonnenuntergang fahren wir zurück nach Copacabana und gehen noch kurz auf eine Einkaufstour. Hier gibt es noch ganz eigenartige Relikten zu sehen, wie z.B. ausgetrocknete Lamaembryos oder kleine vertrocknete Lamas in jeglicher Grösse – nicht wirklich ein schöner Anblick. Auch wenn Copacabana ein Touristenort ist, der Markt ist sehr authentisch geblieben. Volkstümlich ist auch der Franziskanerpater Bernardino, der Mo-Fr um 10 Uhr und 14.30 Uhr sowie am Sa/So um 10 Uhr vor der Kirche weit hergekommene und herausgeputzte Autos, geschmückt mit Girlanden, Blumen usw.  mit Weihwasser segnet. Kurz vor dem Eindunkeln klopf Jonathan (haben wir in Cusco kennen gelernt) an unsere Tür. Er steht mit seinem Auto weiter hinten in der Buch, haben wir leider bei der Ankunft gar nicht gesehen. Es gibt ein gemütlicher Abend mit einem Schluck Bier. Jonathan will morgen weiter. Wir haben ihm gesagt, dass man nicht fahren kann – wir nehmen an, er versucht es trotzdem!


Tatsächlich ist es heute bemerkenswert ruhig, kein Bus, kein Auto, kein Motorrad ist zu hören. Nur, Jonathan kommt mit seinem Fahrzeug und verabschiedet sich. Wir essen gemütlich Frühstück und dies bei herrlichem Sonnenschein. Nach einer guten Stunde klopf Jonathan wieder an die Tür. Es ist nicht sehr weit gekommen! Nach gut 100m wurde er von der Polizei angehalten, musste das Auto stehen lassen, den Fahrzeugausweis abgeben und man droht ihm mit einer Busse! Er könne sein Auto um Mitternacht wieder auslösen, morgen früh ginge auch! Jonathan nimmt es gelassen und meint, dass er mit „joomere“ wohl um die Busse herumkommt. So packen wir unsere Stühle und den Tisch aus und machen es uns gemütlich. Mit selber ist nicht so gut, sei es die Höhe oder weil ich etwas Ungutes erwischt habe, ich weiss es nicht. So gehe ich sehr früh ins Bett und Ernest muss sich für einmal seinen „Znacht“ selber kochen.


Kurzgeschichte 17/2014 – Bob will immer noch nicht so ganz!
Bob’s Motor läuft grundsätzlich seit der Reparatur bei Nilo gut. Wir sind zwar immer noch „auf Zack“ und jedes ungewöhnliche Geräusch wird registriert. Auf der Rückfahrt von Arequipa nach Puno pfeiffen auf einmal die Bremsen beim Einsetzen der Motorbremse. Am nächsten Tag hat sich diese Sache wie von selber erledigt, die kein pfeiffen mehr. Beim Anlassen des Motors am Zoll von Bolivien stottert dieser etwas und dann fängt Bob an zu qualmen und nebelt den Parkplatz mit weissem Rauch ein. Nach ein paar Minuten ist der Spuk vorbei. Auch das hat sich von selbst erledigt, ist nicht wieder vorgekommen. Seit einem Gespräch mit Walter Schmid, dem Besitzer vom Hotel Oberland in La Paz wissen wir, dass jeder, aber auch jeder Wohnmobilfahrer in dieser Höhe irgendein Problem hat mit seinem Fahrzeug – ist doch irgendwie beruhigend!