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2013GriechenlandkmKoordinaten Zielort
30.08.2013/FrZürich – Bagnolo in Piano53744°45.894‘N,10°40.283‘E
31.08.2013/SaBagnolo in P. – Ancona/Fähre293-
01.09.2013/SoIgoumenitsa (GR) - Sagadia3139°38.437´N, 20°8.469`E
02.09.2013/MoSagiada039°38.437´N, 20°8.469`E
03.09.2013/Di      Sagiada - Ioannina10039°40.675`N,20°50.615`E
04.09.2013/MiIoannina – Kalmpaka/Meteora15039°42.515`N,21°39.268`E
05.09.2013/DoMeteora – Paralia/Korinos 21140°19.227´N,22°37.675´E
06.09.2013/FrParalia – Olymbiada17740°35.27“ N, 23°47.16“ E
07.09.2013/Sa   Olymbiada540°35.27“ N, 23°47.16“ E
08.09.2013/SoOlymbiada – Amouliani – Ierissos8440°25.061´N,23°51.628 E


Wochenbericht,  30.08.-08.09.2013 / Zürich – Chalkidiki/Sithonia
Der Wecker geht um 4 Uhr. Fahrt nach Oberengstringen, Bob wird startklar gemacht. Nach Dübendorf. Auf dieser Reise begleiten uns unsere langjährigen Freunde, Hans und Ursi Wepf. Laden; Bettdecken, Kissen, Kleider, Schuhe, Esswaren usw. Noch ein starker Kaffee und los geht es. Via San Bernardino ohne Stau und mit wenig Verkehr fahren wir bis Bellinzona Süd und genehmigen uns ein kleines Frühstück. Bald kommen wir zur Grenze und ohne Stau und Passkontrolle fahren wir in Italien ein. Auf der neuen Autobahn geht es Richtung Mailand – die Zahlstellen passieren wir mit dem Telepass ohne Anstehen. Kurz nach der Mittagszeit gelangen wir nach Brescello (Nähe Parma), dem kleinen Ort wo die Geschichte von Don Camillo und Peppone spielt.


Wir besichtigen die Kirche, den Bahnhof, schiessen die obligaten Fotos mit Don Camillo und Peppone und geniessen feine Spaghetti in einem Restaurant beim grossen Dorf-/Kirchenplatz.


Nach kurzer Fahrt gelangen wir nach Bagnolo in Piano zum ersten Übernachtungsort. Der Parkplatz liegt direkt am grossen Stadtpark beim Wasserturm. Nach einem Apéro im Stadtpark bei den jungen Dorfschönen mit Kindern, einem kurzen Spaziergang durch den Park und das Städtchen und einem weiteren feinen Essen im nahegelegenen Restaurant legen wir uns schlafen – ein langer Tag!  

Nochmals früh Tagwache – wir wollen die Fähre ja nicht verpassen. Viel Verkehr um Bologna, Stau zum Glück nur auf der Gegenfahrbahn nach einer kleineren Massenkollision mit etwa 10 beteiligten Autos. Gegen 11.30 Uhr kommen wir in Ancona an und fahren direkt zum Hafen, können das Check-in machen und stellen Bob auf den PP. Mit dem Bus geht es zum Fährterminal und von dort zu Fuss in die sympathische Altstadt von Ancona. Ernest hat schon wieder Hunger und will „Hämhämm“. 


Auf dem Corso Giuseppe Mazzini beim Bonta delle Marche gibt es ein kleines „Plättli“ mit feinem Käse und Aufschnitt und Insalate di Caprese und zwei Karaffen Vino Bianco – la Vita e bella!!! Zurück mit dem Bus zu Bob und Fahrt zum Terminal.


Die Fähre hat zwar zwei Stunden Verspätung. Dank Gesprächen mit anderen Reisen ist die Wartezeit aber sehr kurzweilig.


Camping an Bord, d.h. wir können im Fahrzeug auf das Schiff einfahren und im Fahrzeug schlafen.


Nach der Abfahrt geht es auf einen Rundgang durch das Schiff. Auf dieser Fähre ist die Verrichtungsstelle für Hunde äusserst dürftig – gerade einmal ein mit Sand gefüllter Kasten von etwa einem m2 steht den zahlreichen Hunden für die Verrichtung ihrer „Geschäfte“ zur Verfügung – lausig, lausig!  Apéro auf Deck, Nachtessen im Bob.
„Relativ“ frühe Tagwache um 07.15 Uhr – d.h. in Griechenland ist es schon 08.15 Uhr.  Keine 20 Minuten dauert die Entladung der Fähre in Igoumenitsa und auch wir werden sehr schnell heraus gewunken.


Beim anderen Fährhafen interessieren wir uns für einer Überfahrt nach Paxi (Paxos). Da die Fähre aber eben abgefahren ist, entscheiden wir uns für einen Übernachtungsplatz etwas nördlich der Stadt. Unterwegs kaufen wir Brot, Gemüse und Früchte und fahren nach Sagiada.


Hier finden wir auch einige kleine Restaurants. Das im Wohnmobilführer empfohlene „letzte Restaurant“  hat allerdings offensichtlich „pleite“ gemacht. So essen wir im „ersten“ Restaurant – es gibt feine Meerfrüchte und Dorade mit Griechischem Salat und Pommes. Nach etwa 4.5km in Richtung Albanien (neuen Zoll scheint jetzt offen) finden wir einen schönen Stellplatz direkt auf dem Strand am Meer. Jetzt werden die Männer aktiv.


Kajak wird hervorgeholt und zusammen gestellt. Anstelle der bis anhin 20 Minuten Zusammenstellzeit braucht es heute fast eine Stunde – kein Rekord! Dann muss noch das neue Sonnensegel von Ursy montiert werden. Hans zeigt uns den „Spanner“. Ist nicht das, was nun gerade allen in den Sinn kommt – nein, der „Spanner“ ist ein Seilknoten, der verwendet wird wenn man Segel- oder Zeltschnüre an den Häringen befestigt und diese Schnüre mittels dieses Knotens spannen kann. Der fachmännische Ausdruck ist: Fuhrmannsknoten! Wir baden im Meer, die Wassertemperatur von 28.5° ist herrlich. Die Wasser- und Lufttemperatur kann dank der Superuhr von Hans immer genau gemessen werden. Ernest geht auf seine erste Kajaktour – das Aussteigen macht noch etwas Mühe!!


Gegen Abend kommt Wind auf und das Segel muss abgeräumt werden. Bei offenen Fenstern, offener Dachluke und sternenklarem Himmel schlafen wir herrlich. Wir bleiben noch einen Tag. Wiederum wird das neue Segel aufgespannt – diesmal richtig! Es hält auch einwandfrei bei stärkerem Wind. Kajaken, Baden, Lesen bei wunderschönem Wetter mit leichter Brise – was will man noch mehr!! Einziger „Fauxpas“ – uns ist bereits heute der Wein ausgegangen und so gibt es zum Nachtessen nur noch eine einzige Flasche Weissen! Dafür finden wir noch eine kleine Flasche Ouzo für den „Schlummi“.
Es geht weiter auf Nebenstrassen, bis Filates, Keramitsa, Vrosina  in Richtung Ionnania. Wir durchfahren drei grössere Hügelzüge und treffen immer wieder auf den Fluss Thyamis.  In Ioannina (500 m ü.M.) gehen wir erst einmal einkaufen und fahren dann zum Camping Limnopoula, direkt am See gelegen. Mit dem Taxi geht es in die Stadt und die überrascht. Es ist ein hübsches Städtchen mit vollständig erhaltener Stadtmauer, vielen kleinen Restaurants, Bars und auch Silberwarenläden aber noch nicht zu touristisch. Ioannina war lange Zeit das Zentrum der griechischen Gold- und Silberschmiedekunst. Vom 15. Jh. bis 1913 schrieben die Türken die Geschichtskapitel der Stadt. Despoten und Könige herrschten in Ioannina. Die schillerndste Figur war Ali Pascha, ein selbstherrlicher Vertreter der Hohen Pforte in Istanbul und Statthalter des Sultans. Vom Beginn des 19. Jh. bis zu seinem blutigen Ende 1822 hielt er die Fäden der Macht in den Händen. Er wurde auf der Insel Nisi, im See von Ioannina gelegen, ermordet und zwar nicht von den Griechen, sondern von den Türken aus Istanbul. Die Herrscher dort hatten von seinem Reichtum erfahren und auch von seinen Ambitionen, ein eigenes Reich zu gründen. Sie belagerten seine Zitadelle, doch es gelang Ali, auf die Insel zu fliehen und Zuflucht im Kloster zu finden. Einheimische, die ihm nicht wohl gesonnen waren, verrieten ihn und die Türken erschossen ihn durch die Holzdecke des Zimmers im Stockwerk darunter. Ali wurde geköpft, sein Haupt an den Sultan in Istanbul geschickt, als Beweis, dass der Auftrag erfolgreich ausgeführt worden war – eine blutige Episode aus der Vergangenheit, die in herbem Kontrast zur idyllischen Landschaft der Insel steht.


Weiter geht es wiederum auf Nebenstrassen durch hügeliges Gebirge in Richtung Metsovo. Weit unten sehen wir immer wieder die neu erstellte Autobahn mit vielen Tunnels und Brücken – es soll der teuerste Autobahnabschnitt in Griechenland überhaupt sein.


In Metsovo fahren wir, teilweise unter kritischem Blick der Anwohner, direkt ins Dorf (im Sommer während der Hochsaison ganz sicher nicht möglich!) und geniessen nach einem kleinen Rundgang einen feinen Eiskaffee in einem kleinen Restaurant am Dorfplatz. Gleich gegenüber sitzen die Dorfältesten und tauschen wohl die Neuigkeiten aus der Gegend aus.


Metsovo blüht und gedeiht seit langem dank den Steuervorteilen, die unter türkischer Herrschaft wegen der Lage des Ortes am Katara-Pass gewährt wurden. Die Kaufleute gelangten bei derart günstigen Bedingungen zu Wohlstand, und einige der stattlichen Kaufmannshäuser können besichtigt werden. Die Strasse schraubt sich weiter in windige Höhen bis zum höchstgelegenen Pass in Griechenland, den Katara-Pass, auf 1690 m.ü.M. gelegen.  Es gibt einige Schneepflugstationen – im Winter liegt hier Schnee. Teilweise sieht es aus wie in der Schweiz, Weiden mit Pferden, Kühen und Schafen. Wir sind alleine auf der Strasse unterwegs – absolut kein Verkehr, weshalb, sehen wir, als wir wieder in die Hauptstrasse einbiegen. Die Gegenfahrbahn ist gesperrt – warum auch immer!  Durch fruchtbare Gegend geht es weiter bis Kastraki und Kalampaka – beide Orte am Fuss der Meteora-Klöster gelegen.


Bei der Taverne „Arsenis“ reservieren wir einen Übernachtungsplatz und einen Tisch für das Nachtessen. Vorgängig geht es aber auf eine Rundfahrt durch die Klosterhügel. Der grosse Touristenstrom scheint vorbei und so haben wir bei fantastischer Sicht genügend Platz immer wieder Fotohalts einzuschalten.


Die Meteoraklöster (siehe Kurzgeschichte) faszinieren Hans sehr und so geht es vor dem Frühstück nochmals auf eine Rundfahrt. Wiederum haben wir Glück, das Wetter und die Sicht sind fantastisch und am Morgen ist das Licht für Fotos nochmals besser.


Bereits setzt der Touristenrummel ein und wir fahren nach Kastriki für den Frühstückshalt. Leider finden wir kein passendes Kaffee und so gibt es Kaffee usw. im Bob bei der Bahnstation. Heutiges Ziel ist die Gegend vom Heiligen Berg Olympos. Auf der Schnellstrasse vorbei an Trikala und Larisa. Schon von weitem ist das Bergmassiv zu  sehen. Der Olymp – der Thron der Götter. Knapp 40 km lang und fast 30 km breit erhebt sich das gewaltige und weit verzweigte Massiv von Meereshöhe bis auf 2917 m. Es trennt dabei die fruchtbaren Ebenen von Makedonien und Thessalien. Der optische Eindruck könnte kaum grandioser sein! Lediglich 20 km vom Meer entfernt ragen die Olymp-Gipfel Mytikas (2917 m), Skolio (2911 m), Stefani (2909 m, Zeusgipfel), Agios Antonios (2815 m), Skala (2785 m) und Profitis Ilias (2786 m) gegen den Himmel. Die Götter hätten sich kein besseres Plätzchen in Griechenland aussuchen können. Leider sind die extreme Höhe und das nahe Meer dafür verantwortlich, dass ihre Residenz ganz oben fast immer mit Wolken verhangen ist. Vor Katerini verlassen wir die Autobahn und wollen die Küstenstrasse nehmen und uns die diversen Stellplätze ansehen. Der WomoBadeplatz Varikou gefällt uns gar nicht, überall liegt Müll herum und so fahren wir weiter – auf Nebenstrassen, durch grosse Baumwollfelder und Kiwihaine nach Korinos und weiter zum Strand. Hier bleiben wir und finden etwas abseits einen tollen Platz zum übernachten. Es befinden sich kleine Bars am Strand und es gibt auch einen kleinen Minimarkt. Die Männer schicken wir los zum Einkaufen – sie kommen zurück mit den gewünschten Eiern und einer Flasche Metaxa!


Frisches Brot zum Frühstück vom Minimarkt und Fahrt in Richtung Chalkidiki. Im Dorf Korinos müssten wir eine Unterführung passieren – Höhe 3.40. Passt nicht für uns und wir fahren nochmals auf einer Nebenstrasse in nördlicher Richtung. Das Navi führt uns über eine Brücke und danach sollte es eine Autobahnauffahrt geben. Die ist aber noch im Bau. Wir haben Glück, das Liferantentor der Shelltankstelle ist offen und so nehmen wir eine „Hintertüreinfahrt“ auf die Autobahn. Bei der Tankstelle füllen wir noch unseren Wassertank und erreichen nach zügiger Fahrt Thessaloniki. Ein kurzer Stopp bei Mediamarkt und weiter durch die lebendige, zweitgrösste Stadt Griechenlands, mit vielen Läden, einer schönen Strandpromenade, vorbei am berühmten Weissen Turm und raus aus dem Getümmel in die bergige Landschaft von Chalkidiki.


Auf einem Aussichtspunkt, etwas nördlich von Polygyros, der Hauptstadt der Provinz Chalkidiki, legen wir einen Halt ein und erhalten von einem Griechen den Tipp, doch durch den schönen Wald bei Stagira in Richtung Olimbiada (Olypias) zu fahren. Tatsächlich eine wunderschöne Fahrt durch hügeliges Gebirge mit einem wunderbaren Wald – könnte fast in der Schweiz sein.


Olimbiada entpuppt sich als kleines Fischerdorf und wir fahren durch das Dorf mit kleinen Läden, Hotels und Restaurants zum Hafen. Das 1922 gegründete Flüchtlingsdorf mutet etwas verschlafen an. Das liegt vermutlich daran, dass Olimbiada als Badeort für gediegenes Publikum gilt und die Gäste den Tag vornehmlich am Strand verbringen. Hier finden wir einen Platz direkt am Quai neben der Bootsrampe. Ernest, Ursi und Hans ziehen los und gehen für einen Apéro ins Restaurant vom Hotel Germany, wo wir später dann gemeinsam da Nachtessen einnehmen. Der Strand liegt gleich neben dem Hafen und Hans geht für einen „Schwumm“ – Wasser 28,2 Grad. Ernest geht auf einen Spaziergang mit Calou und entdeckt auf der kleinen Halbinsel das antike Stagira. Gegen Mitte des 7. Jh.v.Chr. waren es Kolonisten von der Insel Andros, die diese Gegend urbar machten. Olympias, die Mutter Alexanders des Grossen, soll hierher verbannt worden sein – was lag da näher, als dem Küstenabschnitt den Namen Olimbiada zu geben? Und ausserdem herrscht aufgrund der jüngsten Untersuchungen in Expertenkreisen inzwischen Einigkeit darüber, dass der alte Philosoph Aristoteles tatsächlich hier im antiken Stagiros geboren wurde, das oberhalb der Ortschaft zwischen Olivenbäumen auf einem Hügel liegt. Gegen Abend werden immer mehr Boote ins Wasser gelassen und wir wundern uns warum so spät. Es stellt sich heraus, dass viele Männer, aber auch ganze Familien mit ihren Booten in der Nacht fischen und dann so gegen Morgen ab 4 Uhr wieder mit ihrem Fang zurück zum Hafen kommen. Somit für uns eine eher kurze und unruhige Nacht!
Ernest will hier bleiben, vielleicht haben es ihm die schönen „Hintern“ der jungen Bulgarinnen, welche zahlreich am Strand liegen, angetan! 


Wir überstimmen ihn aber und wollen an einen ruhigen, einsamen Strand. Erst Einkaufen im Supermarket und dann weiter Richtung Süden. Alle Strände sind aber proppenvoll und was uns noch mehr erstaunt, vor allem besetzt durch Bulgaren. So geben wir klein bei und fahren zurück zum Hafen in Olimbiada. „Unser“ Platz ist noch frei. Ernest und Hans müssen unbedingt das Sonnensegel montieren und die Stühle und den Tisch rausstellen. Damit haben sie möglicherweise etwas übertrieben. Am späteren Nachmittag kommt ein Heini angefahren und teilt uns mit, dass hier campieren verboten ist, der Platz ausschliesslich für Autos mit Bootsanhänger reserviert ist und er zur Polizei gehen wird usw. Soll er doch, meinen wir, da etliche Autos ohne Anhänger (vorwiegend Bulgaren mit BMW, Mercedes usw.) hier parkieren. Erstaunlicherweise ist es aber Ernest der „kalte Füsse bekommt“ und Bob etwas weiter vom Ufer weg verstellen will. Er veranlasst, dass Sonnensegel, Stühle und Tisch wieder verstaut werden. Nachtessen und anschliessender „Schellenjass“ im Bob. Heute werden viel weniger Boote ins Wasser gelassen und die Nacht ist um einiges ruhiger.


Auf geht es zu unserem Reiseziel, der Insel Amouliani. Auf der Strecke „rekognoszieren“ wir noch den Spinxstrand bei Ierissos, er soll besonders schön sein und das können wir bestätigen. Nach einem Halt und Spaziergang am Strand fahren wir weiter nach Trypiti und nehmen die Fähre nach Amouliani.


Die Insel und die Strände sehen aus der Ferne vielversprechend aus. Nach einer 20-minütigen Überfahrt gehen wir wieder an Land und entschliessen uns erst einmal den südlichen Teil der Insel zu erkunden. Bald aber einmal müssen wir sehen, dass bei all den schönen Stränden alles vollgeparkt ist mit Autos und zwar allesamt mit BG-Kennzeichen – eine echte „Invasion“. Auch bei den zahlreichen schönen Tavernen findet man keinen Platz. Am südlichsten Ende wenden wir und fahren zurück – vielleicht ist es auf der westlichen Seite besser. Aber leider auch hier nur Campingplätze vollgepfercht mit Bulgarischen Wohnwagen und Zelten. Dies ist definitiv nicht unsere Insel. Nachdem wir alle weiteren Strände abgeklappert haben, entschliessen wir uns, die Insel wieder zu verlassen und zurück nach Ierissos an den Spinxstrand zu fahren.


Die Fähre wird bis auf den letzten Platz mit Autos gefüllt und zurück geht es auf das Festland und wieder nach Ierissos. Noch heute leben die knapp 3200 Einwohner des Hafenortes unter anderem auch von Kaikis, den  kleinen Boote, die ausschliesslich aus Holz gefertigt werden. An der Strasse neben dem Meer können wir solche Schiffsbauschuppen sehen. Der Spinxstrand eine Wohltat – Paradies auf Erden. Es stehen lediglich einige wenige Wohnmobile am kilometerlangen Strand und beim zweiten Umparkieren (was Ernest gar nicht liebt!!) finden wir den geeigneten Stellplatz. Stühle und Tisch raus, Hacktätschli auf den Grill und einfach geniessen. Das Wasser ist glasklar und der Strand sauber – ein Bad muss noch sein. Wassertemperatur 25,6°. Auch für Calou ist es ein Paradies, er kann sich frei bewegen und die Gegend erkunden. Von Zeit zu Zeit kommen gutmütige Streuner vorbei, werden aber von Calou sofort wieder vertrieben. Calou verteidigt uns und unseren Bob heldenhaft!


Kurzgeschichte  Wo36/2013  - Meteoraklöster
Zweifellos nicht nur eine der schönsten Szenerien Griechenlands, sonder sogar der Welt! Wer erstmals die einzigartige Formation der steil aufragenden, dunklen Felsen sieht, ist tief beeindruckt.
Das grandiose Panorama der himmelhohen, riesigen Steinsäulen und bizarren Felsnadeln des „Steinernen Waldes“ am Rand der thessalischen Tiefebene ist in der Tat unvergesslich und wohl der herrlichste und weltabgeschiedenste Platz, den man in Europa finden konnte, um die Klöster zwischen Himmel und Erde zu errichten. Während noch bis ins erste Drittel des 20. Jh. die Mönche in Körben und Netzen zu ihren Unterkünften hinauf gehievt werden mussten, führt heute eine gut ausgebaute Asphaltstrasse zwischen den Felsen entlang und kleine Brücken, zahlreiche Treppen oder kleine Seilbahnen führen die Besucher direkt zu den Klöster.
Die Geschichte der Klöster beginnt damit, dass sich auf den 200-300 m hohen Felsen im 9. Jh. Einsiedler in die Schluchten abseilten, um dort in Höhlen und Felsspalten ihre Gebetsstellen zu errichten. Erst gut 300 Jahre später, im 12. Jh., wird der Grundstein zum ersten Klosterbau, dem Kloster des heiligen Stephanos, gelegt. Die ersten grösseren Anlagen entstehen aber erst im 14. Jh. auf den Felsen. Heute sind von den insgesamt 24 lediglich noch vier Klöster bewohnt, und nur noch sechs kann man besuchen. Doch die meisten Mönche haben wegen des Rummels längst Reissaus genommen: an ihrer Stelle arbeiten zunehmend Studenten in Kutten, die nach „Dienstschluss“ wieder ins Weltliche entlassen werden.
Das Kloster Agia Triada ist wegen seiner exponierten Lage besonders auffällig. Der Felsen ist 565 m hoch und sieht aus der Ferne aus, als wäre er nicht zu besteigen, viel zu steil fallen die Wände ab. Aus diesem Grund diente dieses Kloster auch als Kulisse für den James-Bond-Film „In tödlicher Mission“. Die Hauptkirche (Katholikon) wurde im Jahr 1476 erbaut, das Vestibül erst 1689. In der Hauptkirche (gleicht eher einer Kapelle) sind einigen Ikonen zu besichtigen. Erhalten ist auch noch die alte Seilwinde, mit der bis 1922 die Mönche in Körben hinauf gehievt wurden. Seit 2005 gibt es die bequeme gepflasterte Auffahrtsstrasse, welche zu den verschiedenen Klöstern führt.



2013GriechenlandkmKoordinaten Zielort
09.09.2013/Mo  Ierissos/Spinxstrand740°25.061´N, 23°51.628 E
10.09.2013/Di  Ierissos/Spinxstrand740°25.061´N, 23°51.628 E
11.09.2013/Mi Ierissos/Spinxstrand540°25.061´N, 23°51.628 E
12.09.2013/DoIerissos/Spinxstr. – Toroni/Sithona 11839°59.529´N, 23°53.565´E
13.09.2013/FrToroni/Sithona039°59.529´N, 23°53.565´E
14.09.2013/SaToroni/Sithona1039°59.46´N, 23°53.28´E
15.09.2013/SoToroni/Sithona039°59.46´N, 23°53.28´E


Wochenbericht,  09.09.-15.09.2013 / Chalkidiki/Ierissos – Chalkidiki/Toroni
Heute werden wieder die Sonnensegel montiert und schon früh am Morgen geniessen wir ein Bad im Meer. Beim Spielen mit Calou passiert es dann. Wir sind etwas zu übermütig, Calou will sich bei mir seinen Spielring ergattern und erwischt meine Hand – ob mit den Zähnen oder mit den Krallen weiss ich nicht. Auf jeden Fall habe ich eine etwa 4cm lange und 0,5cm tiefe Schnatter eingefangen (siehe Kurzgeschichte). Ich bin aber für den Rest des Tages „ausser Gefecht“ und die anderen müssen heute ran mit Kochen und Abwaschen. Calou merkt auch, dass etwas nicht stimmt und ist der ganze Tag recht bedrückt.


Ernest und Hans „arbeiten“ heute. Es werden an den Reserverädern neue Schrauben angebracht die Ernest schon eine Zeitlang mit sich herumschleppt. Ernest liegt unter dem Fahrzeug, hält die Rätsche  und Hans absolviert ein „Fitnessprogramm“ mit den Hebelbewegungen. Danach „Bier her – Bier her“. Gegen Abend kommt starker Wind auf und wir müssen die Sonnensegel wegräumen.


Während ich beim Arzt bin, ist Ernest auf Einkaufstour. Heute findet zufällig der Wochenmarkt statt und es gibt viele leckere Früchte, Gemüse und Käse zu kaufen. Zurück am Strand geniessen wir das schöne Wetter, den tollen Strand und Ernest, Ursi und Hans das Schwimmen im Meer (Wasser 26,5°). 


Ich habe jetzt schön Zeit zum Lesen! Südlich liegt der östlichste Finger von Chalkidiki, die Mönchsrepublik Berg Athos. Während in byzantinischer Zeit rund 40.000 Mönche auf Athos lebten, ging die Zahl in den folgenden Jahrhunderten erheblich zurück. Heute wohnen etwa 2300 Mönche griechisch-orthodoxer Konfession in der Republik mit halbautonomem Status. Aber ihre Zahl ist seit der Öffnung der osteuropäischen Staaten wieder am Steigen begriffen. Das Selbstverständnis der Mönchsrepublik drückt sich schon in der Bezeichnung „Heiliger Berg“ aus: Athos soll ein Ort der Anbetung Gottes und der Gottesmutter sein („Gärtchen der Gottesmutter“) und will Mönchen und Pilgern – der Athos ist nach Jerusalem wichtigstes orthodoxes Pilgerziel – die Möglichkeit zu Askese und mystischer Frömmigkeit bieten. Für orthodoxe Griechen ist der Zugang zur Athos-Republik jederzeit möglich. Doch auch für alle übrigen Männer, die sich für einen Besuch interessieren, wurde der Zutritt inzwischen durch die vereinfachten Einreiseformalitäten erleichtert. Neben spirituellen Motiven lockt der Athos vor allem auch als Wandergebiet. Auffallend viele Deutsche, Österreicher und Schweizer unternehmen den Vier-Tages-Trip zum Heiligen Berg und seinen Klöstern, und die Wandersucht in alpenähnlichen Gefilden spielt dabei wohl eine grosse Rolle. Die Freundlichkeit und Fürsorge der Mönche macht es den Besuchern leicht, diese Oase der Stille und Abgeschiedenheit inmitten der schnelllebigen Zeit geniessen zu können. Frauen haben auf Athos absolut keinen Zugang.


Es gefällt uns so gut hier am Spinxstrand, dass wir nochmals einen Tag bleiben. Kleine Spaziergänge, Baden, Lesen und sich „weiterbilden“ mit Reiseführern und Lektüre über Mythologien usw. Natürlich die tägliche Prozedur mit Sonnensegel aufspannen, richten, korrigieren, verbessern, halbieren wegen viel Wind und schlussendlich wieder demontieren wegen zu viel Wind. Am Abend gibt es gefüllte Auberginen auf dem Grill. Hans kocht. Am Donnerstag geht es weiter - vorbei an Gomati und Plana durch viele Olivenhaine. Bei Agios Nikolaos gelangen wir zur Halbinsel Sithonia, dem mittleren Finger der Chalkidiki. Die Ostküste bietet eine Menge Kontraste, im Norden viel Wald, Rhododendren, Farne, Platanen, Brombeer- und Lorbeersträucher, Kiefern, schilfartige Gewächse sowie Olivenhaine,  lange Sandstrände und bei klarer Sicht wie heute sieht man den Marmorgipfel des Athos-Massives 2033 m hoch auf der gegenüberliegenden Halbinsel Republik Athos aus dem tiefblauen Meer aufsteigen. In Sarti fahren wir durchs Dorf, sehr touristisch mit vielen kleinen Läden, Bars, Restaurants usw. Teilweise ist es recht eng, für unseren Chauffeur aber kein Problem. Sarti wurde erst 1922 von Flüchtlingen aus Kleinasien gegründet und hat trotz zunehmender Touristenzahlen bis heute Charakter. Das Leben der Einwohner spielt sich in den kleinen Tavernen, Kefenia und in den engen Gassen ab. Schön ist auch der langgezogene Sandstrand – Ernest würde am liebsten hier bleiben, wir aber drängen weiter und meinen, einen noch schöneren Ort zu finden. Zuerst wird Porto Koufo angefahren. Seine Bucht bildet den grössten Naturhafen Griechenlands. Auch die Akustik soll bemerkenswert sein: Von einer über 100 m hohen Hügelkette umschlossen, kann man hier das Meer nicht hören – „koufo“ heisst auf Griechisch „taub“. Der Ort aber gefällt uns nicht besonders und wir fahren weiter bis Toroni. Erstaunlich wenig Touristen gibt es hier (wenn dann, vorwiegend Bulgaren) in dem kleinen, lang gezogenen Dorf, das in der Mitte der gut 3 km langen Toreneos Bucht liegt.


Am Ende des Dorfes finden wir einen Stellplatz am Strand auf einem kleinen Hügel (ziemlich provokativ – aber die Männer finden das toll) in der Nähe von anderen Wohnmobilen. Der Ort Toroni und sein Name sind uralt. Schon die griechische Mythologie kennt „Toroni“, Frau des Meeresdämons Proteus und Mutter von Poligonos und Tilegonos welche vom sagenhaften Herkules besiegt wurden. Die Stadt wurde im Laufe der Zeit mehrmals dem Erdboden gleichgemacht und trotz der vielen Überfälle und Verwüstungen immer wieder aufgebaut. Vermutlich liegt es an der idealen Lage mit geschütztem Hafen und der Nähe zum grössten Naturhafen. Ebenfalls an der Bucht kann man die Ruinen der Festung Levhonia sehen.  Zu Fuss gehen wir zum ersten Restaurant mit lauschiger Veranda und schönem Garten. Es gibt Mousaka und Pulpo sowie Weisswein. Am Abend sitzen wir auf unseren bequemen Stühlen vor Bob. Mit Sicht aufs Meer gibt es Saronno-Schinken, Melone und Wein. In der Nacht zieht ein mittelmässiges Gewitter mit Blitz und Donnerschlag auf. Ernest geht raus und verstaut Tisch und Stühle unter dem Fahrzeug – Ursi macht sich Sorgen um ihre Gummischuhe. Die sind aber am Morgen noch am gleichen Ort – so stark war der Sturm doch nicht.


Wieder schönes Wetter. Fahrräder raus – Männer auf Brotsuche ins Dorf. Nach dem Frühstück gehen Ernest und Hans mit Calou auf eine Velotour. Der gegenüberliegende Strand wird auskundschaftet ob es doch noch schöner wäre als an unserem jetzigen Platz. Voller Begeisterung kommen sie zurück – er hat eine Superbar, wenig Wohnmobile und ein schöner Strand. Morgen sollen wir „dislozieren“. Am Nachmittag ist wieder „Faulenzen“ angesagt. Wir geniessen die Aussicht von unserem Burghügel aus und lesen. Hans und Ursi gehen schwimmen und prompt tritt Hans in einen Seeigel (siehe Kurzgeschichte). Nach einem Apéro an der Bar von Maria wieder ein feines Nachtessen bei zügigem Wind, sternenklarem Himmel und zunehmendem Mond. Auch muss noch alles eingepackt werden, damit wir morgen die paar Kilometer frühzeitig in Angriff nehmen können. In der Bäckerei genehmigen wir uns einen Cappucino und fahren dann weiter bis zum Strand. Unterwegs entdeckt Ernest ein Restaurant und geht später mit dem Fahrrad auf „Rekognoszierung“. Heute ist Basteltag. Ursi und ich häkeln je einen Strohhut – Resultat sehr befriedigend! Nach dem Apéro in der Bar geht es zu Fuss, respektive mit den Fahrrädern zum gut einem Kilometer weit entfernten Restaurant von Georgos. Die vorreservierten Doraden und die hausgemachten Beilagen schmecken vorzüglich. Im Bob noch ein Metaxxa. Wieder ein toller Ferientag. Es ist so schön hier, dass wir nochmals einen Tag hier bleiben.  Lesen, Baden – einfach nur „Sein“.


Kurzgeschichte  Wo37/2013 - Hundebiss/Krallenschramme und Seeigelstachel
Wir, d.h. Calou und ich, sind etwas zu übermütig, Calou will sich bei mir seinen Spielring ergattern und erwischt meine Hand – ob mit den Zähnen oder mit den Krallen weiss ich nicht. Auf jeden Fall habe ich eine etwa 4cm lange und 0,5cm tiefe Schnatter eingefangen. Es blutet wie verrückt und im Bob verarzte ich mich unter Mithilfe von Ernest (ohne, dass er Ohnmächtig wird – er kann normalerweise kein Blut sehen!). Jetzt heisst es mal kurz rechte Hand ruhig stellen und abwarten. Am Strand kommt eine Engländerin vorbei, die Geld sammelt um streunende Hunde zu kastrieren. Ich gebe ihr 10 Euro und frage gleich mal noch sicherheitshalber nach einem Arzt. Es gibt ein „Health Center“ mit Arzt im Dorf. Wir fahren hin, es ist 15 Uhr,  die machen aber um 14 Uhr zu. Nächstes Spital im Polygyros, etwa 40km entfernt. Da nichts schmerzt und wir die Wunde „im Griff“ haben, entschliessen wir uns erst morgen nochmals zum „Health Center“ zu fahren. Ich bin aber für den Rest des Tages „ausser Gefecht“ und die anderen müssen heute ran mit Kochen und dem Abwasch. Calou merkt auch, dass etwas nicht stimmt und ist der ganze Tag recht bedrückt. Am nächsten Tag fahren wir ins Dorf zum „Health Center“. Es hat doch einige „Patienten“ die warten. Die meisten davon haben irgendwelche Büchlein in der Hand und scheinen auch gar kein Gebrechen zu haben. Ich höre wie da lediglich vom Arzt diverse Stempel in diese Büchlein gedrückt werden und die Leute relativ schnell wieder draussen sind. Nach einer guten halben Stunde bin ich dran. Der Arzt ist etwa 35 Jahre alt und spricht gutes Englisch. Er will die Wunde weder nähen noch kleben. Sie soll offen bleiben und mit Jod mehrmals täglich abgetupft werden. Zudem verordnet er mir noch eine Tetanusspritze (mein Impfbüchlein liegt daheim im Dokumentenordner und ich weiss natürlich nicht, wann die letzte Spritze gemacht wurde!!) und Antibiotika. Dieses Zeug muss ich aber zuerst in der nahegelegenen Apotheke besorgen. Zurück in der Praxis warte ich natürlich wieder eine gute halbe Stunde bis er mir dann die Spritze verpasst. Ich frage nach der Rechnung und er schaut mich mit grossen Augen an und meint,  hier in Griechenland werden alle Gesundheitskosten vom Staat bezahlt und ich hätte gar nichts zu bezahlen (ausser Medikament und Spritze aus der Apotheke). Anmerkung: Die Wunde heilt schnell und nach 2 Wochen war nicht einmal mehr eine Schrunde zu sehen.


Noch eine Verletzung: Hans und Ursi gehen schwimmen und prompt tritt Hans in einen Seeigel – ein kleines Drama! Ein Seeigelstachel im mittleren Zeh vom linken Fuss. Ursi muss Krankenschwester spielen, kann aber nicht viel richtig machen, da der Patient eher etwas ungehalten ist…….  Der arme Hans jammert was das Zeug hält:  „Hoffentlich stirbt mein Fuss nicht ab, hoffentlich erleide ich keine Lähmungen und hoffentlich erleide ich keine bleibenden Schäden“. Wir meinen: „Wenn es doch ganz schlimm kommen sollte nehmen wir einfach die Geflügelschere und amputieren den Zeh“. Anmerkung: Nach zwei Tagen war sein Zeh wieder in Ordnung – Hans hat überlebt. 



2013Griechenland/AlbanienkmKoordinaten Zielort
16.09.2013/Mo Toroni - Psakoudia7340°15.035´N, 23°30.372 E
17.09.2013/DiPsakoudia - Ioannina     35039°40.675`N, 20°50.615`E
18.09.2013/Mi Ioannina - Sagiada11039°37‘34“N, 20°10‘48“O
19.09.2013/DoSagiada/GR – Plazhi Palase/AL    14040°09‘56“N, 19°35‘22“O
20.09.2013/FrPlazhi Palase - Berat12440°42‘12“N, 19°57‘12“O
21.09.2013/SaBerat - Shengijn20041°47‘21“N, 19°36‘11“O
22.09.2013/SoShengijn – Grille/Lake Skhodra6342°07‘54“N, 19°28‘21“O


Wochenbericht,  16.09.-22.09.2013 / Chalkidiki/Sithonia/Toroni/GR – Grile/Lake Skhodra/AL
Bei Porto Karras/Carras an der Westküste von Sithonia fahren wir zur Weinkellerei und kaufen zwei Flaschen Rotwein. Für ein paar Minuten regnet es leicht und bald schon zeigt sich wieder die Sonne. Porto Karras ist eine gigantische Ferienanlage. Es war einmal ein Traum in den 50er-Jahren, geträumt vom griechischen Reeder Ion Jannis Karras. Er kaufte hier auf dem mittleren Finger Sithonia 5000ha Land und begann mit der Gründung eines Staates im Staat, vergleichbar dem Mönchsstaat Athos. Das eigentliche Vorbild für Karras war jedoch vielmehr der monegassische Fürstensitz. Pläne für ein autarkes „Monte Carlo auf Chalkidiki“ waren schnell erstellt, Modelle wurden gebaut, Weinbau und Viehzucht in Angriff genommen. Der Visionär Karras (von einigen mitleidig als Spinner belächelt) wollte den Tourismus, der den Nachbarfinger Kassandra damals längst erreicht hatte, auch für sich zur Haupteinnahmequelle machen. Um zahlungskräftiges Publikum anzulocken liess er zwei gewaltige Hotelanlagen aus dem Sand stampfen, Tennisfelder und einen Golfplatz anlegen und leistete sich sogar ein eigenes Casino mit Jachthafen. Als Karras daran ging, das Schild für ein eigenes Zollamt am Hafen anzubringen, kam aus Athen das klare Nein zu solchen Autonomiebestrebungen. Ein Regierungswechsel im Land und Finanzprobleme des Reeders brachten das Projekt Massentourismus schliesslich zum Stocken. Ein eilig umgesetzter Notplan bescherte dem Nachbarort Marmaras noch weitere drei Hotels, die Bauruine einer halb fertigen Appartementsiedlung auf dem Hafengelände wird inzwischen wieder von Büschen und Pflanzen überwuchert. Als Karras 1999 starb, verkauften die beiden Kinder aus zwei Ehen das Grundstück samt Weinkellerei und Privathaus an den Unternehmer Strengos aus Athen. Von Strengos weiss man hier kaum etwas, und die Bevölkerung scheint auch nicht allzu gut auf ihn zu sprechen zu sein. Eilig liess er das riesige Anwesen des neu geschaffenen Grand Resort mit einem drei bis vier Meter hohen Maschendrahtzaun abriegeln, sodass es nun in weiten Teilen eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Hochsicherheitstrakt aufweist. Das Weindomizil erhielt ebenfalls eine neue Umfriedung, der Zaun flankiert beide Strassenseiten über Kilometer. Die Zufahrt zum Jachthafen und allen seinen Einrichtungen, die einem Grenzübergang nicht unähnlich ist, wird von einem Sicherheitsdienst abgeriegelt. „Würdiges “ Publikum hat eine Zugangsgebühr von 5 Euro zu entrichten – Camper usw. wird der Zugang verweigert. Wir versuchen es gar nicht erst!  Im Fischladen von Metamorfosi kaufen wir noch zwei schöne Doraden und gelangen bald an den Psakoudia Beach mit schönem lang gezogenem Sandstrand. Das Dorf selber ist klein, hübsch und noch etwas verschlafen. Nach dem Dumping in freier Natur finden wir unweit vom Dorf einen geeigneten Stellplatz.


Nochmals durchfahren wir die Hauptstadt Makedoniens, Thessaloniki und gelangen bald auf die wunderbar ausgebaute Autobahn in Richtung Igoumenitsa. Aus dem Staunen kommen wir fast nicht heraus. Die Strasse führt zuerst durch das weite, grüne Tiefland und schlängelt sich bald ins Gebirge. Auf der vierspurigen Autobahn sind wir sozusagen alleine unterwegs. Die Landschaft ist faszinierend und abwechslungsreich. Wir wissen nicht, ob die Fahrt via Autobahn oder auf den Nebenstrassen schöner ist. Zahlreiche Tunnels und Viadukte bereichern die Fahrt. Für die ganze Strecke von Thessaloniki bis Ioannina bezahlen wir ganze Euro 18.- für unser Gefährt. Im Gegensatz zu den übrigen Gebieten ist es entlang dieser Autobahn sehr, sehr sauber. Wir lesen im Führer, dass diese wichtige 680km lange Ost-West-Verbindung (von Igoumenitsa bis zur griechisch/türkischen Grenze) eine der spektakulärsten und teuersten Autobahnprojekte in Europa ist.


In Ioannina, der Stadt Ali Paschas, fahren wir nochmals auf den Campingplatz am See mit dem dazugehörenden Ruderclub. Viele Jugendliche mit ihren Ruderbooten – vom Einer bis zum Vierer – sind auf dem See in einer Trainingsstunde. Der See als solches gleicht eher einem Gewässer, in welches tonnenweise grüne Farbe hinein gekippt wurde – gar nicht einladend für ein Bad. Ein weisser Pudel springt ins Wasser und kommt als grünes undefinierbares Hundevieh heraus.
Frisches Brot vom Bäcker und frische Früchte vom Bauer. Mit dem Frühstück nehmen wir es gemütlich, die heutige Strecke soll nicht allzu lange werden. Nach weiteren etwa 70 km auf der tollen Autobahn gelangen wir nach Igoumenitsa und fahren gleich weiter nach Sagiada. Hier parken wir am kleinen Strand beim Damm und bleiben. Es windet recht zügig, ist aber trotzdem noch angenehm warm. Es wird wieder „auswärts“ gegessen – im „ersten“ Restaurant. An diesem Abend trinken wir definitiv zu viel Wein und vor allem zu viel Ouzo. Kopfweh in dieser Nacht ist bei allen vorprogrammiert!


Der Grenzübertritt von Griechenland nach Albanien erfolgt zügig und absolut problemlos. Pässe werden kurz angeschaut (Hund nicht beachtet) und weiter geht es nach extrem holpriger Strasse via Mursi nach Butrint. Ernest will uns heute wieder einmal zu einen „Kulturtripp“ animieren. Vorerst aber müssen wir den Vivari-Kanal überqueren mit einer „Fähre“. Bei der Anfahrt stockt uns gleich einmal der Atem und wir können uns nicht vorstellen, dass wir mit diesem Ding Bob über diesen Wasserweg bringen. Zuerst erscheinen die Fährführer gelassen. Erst als Bob schon halb darauf stand, haben sich die „Flösser“ erkundigt, wie schwer unser Fahrzeug ist. Bei der Bekanntgabe von 10,5 T werden schon etwas die Stirne gerunzelt - aber man gibt sich zuversichtlich.


Wir waren schon auf einigen Fähren oder Flossen – diese Überfahrt aber strapaziert schon ein bisschen unsere Nerven. Dass Floss biegt sich beängstigend und ächzt gewaltig. Die Zugseile wie auch die Schwimmer sind total verrostet und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wie lange das Ding überhaupt noch betrieben werden kann.


Wir kommen aber heil am anderen Ufer an und besuchen die Ausgrabung von Butrint – sehr beeindruckend. Butrint liegt ausgesprochen malerisch auf einer bewaldeten Halbinsel in der Lagune an der Meerenge von Korfu. Buthorthum war seit der griechischen Besiedlung in der Antike bis in die osmanische Zeit ein wichtiger Hafen, Handelsort und kulturelles Zentrum und ist eine der bedeutendsten archäologischen Stätten im Mittelmeerraum. Ausgrabungen belegen, dass der Ort seit mindestens 20.000 Jahren besiedelt ist. Ein Rundgang (Hunde erlaubt) führt zu den wichtigsten Ausgrabungsplätzen, an denen zumeist Funde aus verschiedenen Epochen dokumentiert werden.


Es gibt das Asklepius-Heiligtum aus der Zeit 4-2. Jh. v. Chr., ein Römisches Theater und Thermen aus der römischen Kaiserzeit, 2. Jh. n.Chr., die Agora und das Forum aus dem 4 Jh.v.Chr. bis 5. Jh. n.Chr., ein Gymnasium aus der römischen Kaiserzeit, 1.-2.Jh., ein römisches Wohnhaus aus dem 5. Jh., ein Baptisterium aus dem Byzantinischen Reich, 6.Jh und vieles mehr.


Vom Akropolis-Hügel geniesst man eine fantastische Aussicht auf die Vrina-Ebene und den Vivari-Kanal. Von der Aktropolis sind nur einige wenige Mauerreste erhalten. Die Rekonstruktion der venezianischen Burganlage aus den Jahren 1920-30 entsprang allerdings der blühenden Fantasie des damals von Mussolini beauftragten italienischen Archäologen Luigi Maria Ugolini.


Dem Burint-See folgend fahren wir nordwärts und gelangen bald nach Saranda. Durch die Nähe zur antiken Handelstadt Butrint war Saranda immer nur ein Nebenschauplatz der Geschichte. Saranda ist eine freundliche und entspannte Hafenstadt und lebt hauptsächlich vom Saisongeschäft und dem Tagestourismus mit der nur drei Kilometer entfernten griechischen Insel Korfu. Ortsmittelpunkt ist die Strandpromenade, welche heute Fussgängerzone ist und nicht mehr befahren werden kann. Von der Küstenstrasse aus können wir immer wieder hübsche Strände und Buchten entdecken. Nachdem wir einige Stichstrassen heruntergefahren sind und entweder verlassene Dörfer (da keine Touristen mehr) oder verschmutze Buchten vorgefunden haben wollen wir bis zum Strand von Palasa fahren.


Unterwegs sehen wir wieder eine Burg von Ali Pascha und passieren Porto Palermo. Die baumlose und karstige Bucht, an deren Hängen meterhohe Agaven wuchern, wurde zu allen Zeiten wegen ihrer Tiefe als natürlicher Schutzhafen genutzt, konnte sie doch auch von grossen Schiffen angefahren werden. Den Italienern, die der Bucht den Namen Porto Palermo hinterliessen, folgten im 2. Weltkrieg die deutschen Besatzer. Das kommunistische Regime baute Porto Palermo mit Hilfe der UdSSR zu einem geheimen U-Boot Hafen aus, dessen Eingang man heute noch sieht. Bis 1997 war die ganze Bucht militärisches Sperrgebiet, sodass damals die Durchgangsstrasse oberhalb durch die Berge führte.




Palasa ist ein naturgewaltiger, vier Kilometer langer Kiesstrand im Schatten des mächtigen, meist wolkenvergangenen Mali i Cikes. Die Fahrt hinunter zur Bucht ist abenteuerlich und führt über eine steile, ausgewaschene Naturstrasse. Für unser Gefährt und unseren Fahrer bei diesem Wetter kein Problem! Wir geniessen einen wunderbaren Sonnenuntergang und beschliessen den abwechslungsreichen Tag mit einem „Schällejass“ und dem dazugehörenden Metaxa. Nach einem heftigen Gewitter fährt am späten Abend die Polizei vorbei – sie hupen kurz und winken und alles ist in bester Ordnung. Die Fahrt auf den Llogara-Pass ist atemberaubend. Die Strasse ist gut und die vielen Kehren sind bestens zu befahren. Von Meereshöhe geht es in wenigen Kilometern auf gut 1000 m.ü.M.


Der Pass liegt zwischen den Massiven der 2045 Meter hohen Maja e Cikes (Mädchenberg) und der 2018 Meter hohen Maja e Gjipalit (Nadelberg).Wie an vielen ehemals osmanisch besetzten Orten im Mittelmeerraum sollen sich auch von der Maja e Cikes junge Mädchen heldenhaft in die Tiefe gestürzt haben, um nicht in die Hände der türkischen Soldateska zu fallen. Kurz vor der Passhöhe – ein Ort zwischen Himmel und Meer - halten wir und blicken nochmals zurück auf die wunderschöne Bucht von Palase an der Ionischen Küste.


Die Nordseite des Passes zeigt sich als mediterraner Bergwald – dichte Wälder und kleine Bäche, ebenfalls eine wunderbare Landschaft. Das Gebiet gehört zum 1.010 Hektar grossen Nationalpark, der bereits 1966 unter dem kommunistischen Regime entstanden ist. Es geht zügig hinunter in Richtung Vlora. Diese Stadt haben wir als unschöner Ort in Erinnerung und sind perplex. In den vier Jahren, seit unserem letzten Besuch hat sich extrem viel getan. Viele neuen Hotels wurden und werden noch gebaut, alles scheint sehr aufgeräumt und sauber. Die Bucht von Vlora ist heute eines der wichtigsten Urlaubszentren für den Grossraum Tirana und wird zum grossen Teil mit einer Schnellstrassenverbindung an die Hauptstadt angeschlossen. In der Stadtmitte, in der Nähe vom Hotel Intercontinental finden wir einen Parkplatz und machen eine kurze Pause an der Bar vom genannten Hotel. In diesem Hotel haben wir (ef/sf) am 8.6.2009 Ernests 60. Geburtstags-Festessen eingenommen. Von hier aus geht es auf einer guten Autobahn in Richtung Fier, weiter auf extrem holpriger Strasse via Roskovec nach Berat, unserem heutigem Ziel. Gleich neben dem Stadtpark finden wir einen Parkplatz und auf geht es zu einem Spaziergang – und bald einmal in die nächste Bar für ein Bier.


Die Altstadt von Berat zählt mit übe 2400 Jahren kontinuierlicher Besiedlungsgeschichte zu den ältesten Städten Albaniens. Ihre gut erhaltenen Stadtviertel aus osmanischer Zeit bilden ein beeindruckendes Ensemble türkisch-albanischer Stadtkultur, das als eines der bedeutendsten Reiseziele des Landes jedes Jahr Tausende von Besuchern anzieht. Im Jahre 2005 wurde die Stadt in die UNESCO-Weltkuturerbe-Liste aufgenommen. Den Besuch der Burg planen wir für morgen. Für ein vorzügliches und ausgiebiges Nachtessen bezahlen wir  für alle total etwa CHF 40.-. Den Tag beschliessen wir mit einem weiteren Bummel durch die Fussgängerzone. Hier sind, wie an vielen Orten, hauptsächlich Männer unterwegs oder sitzen in den Kaffeehäuser und Bars.


Die Keimzelle Berats liegt in der Burgsiedlung oberhalb der Stadt, hoch über dem Fluss Osum, auf einem 187 Meter hohen felsigen Hügel am Ausgang zur Myzeqe-Ebene. Mit einem Taxi fahren wir hinauf und werden gleich von einem Führer „abgefangen“ und so unternehmen wir eine Tour mit Tony - und haben gut daran getan. Erst erzählt er uns die Geschichte der Burg und zeigt uns auch zwei äusserst interessante und hübsche Kirchen. Im unscheinbare Kirchlein Shen Todrit aus dem 16. Jahrhundert findet man Wandmalereien von Onufri. In der Kirche Shen Konstandinit und Helenes kann man Fresken aus dem Jahre 1644 bewundern. Bei allen dargestellten Personen sind die Augen zerstört, respektive zerkratzt. Dies ist das Werk von Islamisten – Götter oder Heilige dürfen nicht dargestellt werden! Die Kirche Shen Triadhes an der westlichen Spitze der Burg, an der das Gelände steil zum Osum hin abfällt kann zur Zeit nicht besichtigt werden, da sie renoviert wird. In der ganzen Burganlage wohnen heute noch 110 Familien. Sie leben hauptsächlich vom Verkauf von eigens hergestellten Decken, Blusen und anderen handwerklich hergestellten Waren. Die ersten Siedlungsspuren stammen aus dem 2. Jahrtausend v.Chr., Ab den 4. Jh. v. Chr. siedelte hier der illyrisch Stamm der Desareter. Sie legten auch die erste, bereits 9,6 Hektar grosse Siedlung auf der flachen Bergkuppe an, auf deren Grundmauern die Burg steht. Neben Kruja ist die Burg von Berat mit ihren 24 Wachtürmen die einzige bewohnt mittelalterliche Burganlage aus türkischer Zeit in Albanien.


Stolz ist man auf die lange christliche Geschichte und die elf noch erhaltenen, meist ausgemalten orthodoxen Kirchen, aus denen einige der berühmtesten albanischen Ikonen stammen. Die malerischen Steinhäuser mit ihren dicken Mauern und kleinen Gärten scheinen sich seit Jahrhunderten kaum verändert zu haben. Zu Fuss geht es hinunter in die Stadt.



Wir fahren zurück auf schlechter Strasse bis Fier und weiter auf der Autobahn, vorbei an Durres und Tirana zur Lagune von Patok. Ein Damm führt mitten durch eine bizarre Lagunenlandschaft. Einmalig in Albanien ist die grosse Ansammlung von windschiefen Fischerhütten und kleinen Schilfhüttencafés auf hohen Stelzen mitten im Wasser, die durch lange hölzerne Stege zu erreichen sind.



Als Übernachtungsort ist die Gegend nicht geeignet (unser Auto ist zu hoch für die Einfahrt zum Campingplatz) und so fahren wir weiter Richtung Shengjin, einem anscheinend beliebten Badeort. Unterwegs treffen wir auf weitere Offroadmobiler (Martin und Monica) und erhalten den Tipp, in Grille am Lake Shodra Station zu machen. Fahren wir morgen hin. In Shengjin wird viel gebaut, die Strandstrasse ist sehr schlecht und der Strand ist wieder einmal sehr schmutzig. Trotzdem finden wir einen annehmlichen Platz etwas ausserhalb der Stadt (in der Nähe einer Bar!!) und schlagen hier unser Nachtlager auf. Nachtessen, Schällejass, Metaxxa – wie gehabt.
Schon von weitem sieht man kurz vor Shkodra den grossen Hügel mit der Burg Rozafa. Sie liegt auf einem 135 Meter hohen felsigen Kalksteinberg. Dazu gibt es eine Legende: Drei Brüder begannen eine Burg zu bauen, die so stark sein sollte, dass sie die ganze Umgebung schützen konnte. Sie setzten die Fundamente und begannen die Mauern aufzurichten, doch immer, wenn sie die Burg am Abend verliessen, zog starker Nebel auf und am nächsten Morgen fanden sie die Mauern zusammengebrochen und ihre Arbeit zunichte gemacht. Als sie schon niedergeschlagen aufgeben wollten, erschien ein alter Mann. Er sagte ihnen voraus, dass die Burg niemals mehr fallen würde, wenn sie diejenige ihrer Frauen, die als erstes an der Burg erschienen, in der Burgmauer lebendig einmauern würden. Die drei Brüder versprachen das Schicksal entscheiden zu lassen und mit ihren Frauen nicht über diese Begebenheit zu sprechen. Doch die zwei älteren brachen ihr Wort, sodass am nächsten Tag nur die Frau (Rozafa) des jüngsten Bruders an der Burg erschien. Bevor sie eingemauert wurde, äusserte sie einen Wunsch, denn sie hatte einen kleinen Sohn, den sie noch säugte: Beim Bau der Mauer sollte ihr rechtes Auge, ihr rechter Arm und ihre rechte Brust ausserhalb der Mauer bleiben; das Auge, um nach dem Sohn zu schauen, der Arm, um ihn zu wickeln, und die Brust, um ihn zu säugen. So wurde sie eingemauert, und seit diesem Tag steht die Burg von Shkodra an Ort und Stelle. Im Volksmund nennt man das Regenwasser, das milchig trüb von der Burgmauer rinnt, Rozafas Milch. Sie soll ein Heilmittel sein, wenn Mütter nicht genug Milch zum Stillen haben, und auch bei unerfülltem Kinderwunsch helfen. Die Stadt Shkodra (Shkoder) ist mit ihren ca. 114000 Einwohnern die drittgrösste Stadt des Landes und wirtschaftliches Zentrum Nordalbaniens. Bald gelangen wir nach Grile/Omaraj und fahren zum Lake Shodra Resort, einem tollen Campground mit allen Annehmlichkeiten. So wird der heutige Tag zum Wasch- und Putztag welcher mit einem köstlichen Nachtessen im Camp eigenen Restaurant abgeschlossen wird.





Kurzgeschichte Wo38/2013 - Müll, Müll und nochmals Müll
Bis anhin war unsere Reise toll. Einmaligen Landschaften, schöne Strände, wunderbare Kulturgüter – dies in Griechenland und Albanien. Nur eines ist unübersehbar und leider sehr, sehr störend. In den bereisten Gegenden  in Griechenland wie auch in Albanien liegt überall Müll. Ganz offensichtlich hat man dieses Problem weder im einen noch im anderen Land im Griff. Wir sind überzeugt, dass das ganze Übel bereits bei der Erziehung der Kinder und beim nicht vorhandenen Umweltbewusstsein der Erwachsenen liegt. Wir fragen uns auch wie sich die ganze Problematik in Griechenland mit den EU-Bestimmungen vereinbaren lassen.
In Albanien endete 2010 eine Umweltkampagne der Berisha-Regierung, deren sichtbares Ergebnis vor allem die tägliche Reinigung der Stadtzentren war. Plastikmüll ist nach wie vor dort zu finden, wo sich niemand für die Entsorgung zuständig fühlt. Der Müll wird in zentralen Müllcontainern (welche hoffnungslos überfüllt sind und die ganze Umgebung vermüllt ist) abtransportiert, landet aber letztendlich doch nur auf Kleindeponien am Strassenrand oder Grossdeponien und wird keiner Verwertung zugeführt. Illegal verkippter Müll liegt nach wie vor in Flüssen, auch viele Strände sind verdreckt. Es ist immer noch üblich, Müll zu verbrennen, im privaten wie im kommunalen Bereich, was durch den hohen Plastikanteil extrem giftige Dioxine freisetzt. Faszit: Müllvermeidung ist nach wie vor kein Thema. Die schlechte albanische Umweltpolitik ist auch einer der Gründe, warum es mit der EU-Mitgliedschaft Albaniens nur schleppend vorangeht. Die verschiedenen Regierungen haben bisher etliche Abkommen unterzeichnet, aber kein einziges davon ratifiziert.



2013Alb./Montenegro/KroatienkmKoordinaten Zielort 
23.09.2013/Mo   Grille/AL – Kotor/MNE158 42°25‘40“N, 18°46‘05“O
24.09.2013/DiKotor/MNE – Dubrovnik/HR9942°39‘43“N, 18°04‘15“O
25.09.2013/MiDubrovnik042°39‘43“N, 18°04‘15“O
26.09.2013/DoDubrovnik – Stobrec/Split22043°30‘13“N, 16°31‘36“O
27.09.2013/FrStobrec/Split - Trogir3843°31‘05“N, 16°15‘11“O
28.09.2013/SaTrogir – Krka/Skradin8543°49‘5.05“N,15°55’13.97“E
29.09.2013/SoKrka/Skradin - Zadar13944° 8'8.73"N, 15°12'52.43"E


Wochenbericht,  23.09.-29.09.2013 / Grille/Lake Skhodra/AL –Zadar/HR (Kroatien)
Ernest entdeckt im Führer noch ein kulturelles „Muss“ – die beeindruckende Mesi-Brücke über den Kir. Auf extrem holpriger und schlechter Strasse fahren wir hin. Die Brücke wurde Mitte des 18. Jahrhunderts gebaut und lag auf dem alten Handelsweg über das Dukagjin-Gebirge in den Kosovo. Die Brücke ist 108 Meter lang, drei bis vier Meter breit und weist 13 steinerne Brückenbögen auf; der mittlere Bogen überspannt den Kir auf einer Länge von 13 Metern. Leider liegt auch hier eine Unmenge Abfall herum.


Zurück nach Shkodra und weiter zur Montenegrinischen Grenze südlich vom Shkodrasee. Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt und was für ein frappanter (positiver) Unterschied in Bezug auf Strassenverhältnisse und Sauberkeit. Eine gut ausgebaute Strasse bringt uns durch eine schöne Schlucht nach Ulcinj, einem Badeort an der montenegrinischen Küste. Weiter über Bar und Budva nach Kotor. In der Nähe des Fährhafens finden wir einen Parkplatz und wir können auch über Nacht bleiben. Zu Fuss gehen wir in die Innenstadt und sind begeistert.


Eine gut erhaltene Stadtmauer umgibt das hübsche Städtchen mit vielen kleinen Gässchen und schön erhaltenen alten Gebäuden und Kirchen. Viele Touristen sind zugegegen – ein Kreuzfahrtschiff liegt im Hafen und ein weiteres liegt in der Bucht vor Anker. Willkommen zurück in der „Zivilisation“…..


Wir fahren auf der Küstenstrasse entlang der Bucht von Kotor und bei Perast ist der erste Fotohalt ein „Muss“. Die hübsche kleine Stankt Georg-Insel ist ein paar Bilder wert.


Wie schon in den letzten vier Reisewochen haben wir mit dem Wetter unheimliches Glück – immer noch meist strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. Nach Herceg Novi passieren wir die Grenze nach Kroatien. Auch hier müssen wir lediglich die Pässe zeigen und das ganze Prozedere ist in ein paar Minuten erledigt. In Sveti Stefan im Hotel Adrovic gibt es Mittagessen. Das hübsche Inseldörfchen liegt zu unseren Füssen.


Bald können wir einige schöne Blicke auf die Altstadt von Dubrovnik und die Kreuzfahrtschiffe im Hafen werfen und fahren weiter zum Autocamp Solitudo, einem schön angelegten und gut gelegenen Campingplatz.


Ernest und Hans fahren mit dem Fahrrad in die Altstadt. Und kommen nach gut zwei Stunden zurück. Die Strecke ist sehr hügelig und etwas Kondition ist schon gefragt. Offensichtlich wollte jemand in der Stadt auf dem Veloparkplatz die beiden Fahrräder klauen. Dank den guten Schlössern ist dies aber nicht gelungen.
Über eine steile Treppe geht es im historischen Zentrum hinauf zum Wehrgang auf der Mauerkrone. Dubrovniks gewaltige Stadtmauer, mit deren Bau im 9. Jh. begonnen worden war, ist insgesamt 1940 m lang und weist 15 Wehrtürme auf.


Die Mauer ist teils bis 25 Meter hoch und an der ehemals offenbar besonders gefährdeten Landseite 4-6 Meter dick. Von hier oben hat man einen tollen Überblick auf die Stadt und hinaus auf die See und die vorgelagerten kleinen Inseln. Nach der Umrundung der Stadtmauer und einem Spaziergang durch die Altstadt geht es zurück zum Camp und wir geniessen den Rest des Tages mit Lesen. Die Stadt Dubrovnik hat eine sehr belebte Geschichte bis hin zur Neuzeit hinter sich. Nach dem 1. Weltkrieg wurde Ragusa 1918 jugoslawisch, nun unter dem Namen Dubrovnik.


Ab Oktober 1991 wurde Dubrovnik von der jugoslawischen Nationalarmee belagert. In den folgenden Jahren wir die auf der UNESCO-Liste schützenswerten Weltkulturerbes stehende Stadt bis 1995 fast jeden Tag meist einem mörderischen Granathagel überzogen. Man liest, dass es Tage gegeben haben soll, an denen nicht weniger als 600 Einschläge registriert wurden. Durch den Beschuss starben in den vier Jahren alleine in Dubrovnik fast hundert Zivilisten und 129 Soldaten. 1992 schliesslich erlebt Dubrovnik die Bekräftigung Kroatiens als selbständiger Staat. Die Kriegsschäden von 1991-1995 sind längst wieder behoben. Seit 1. Juli 2013 ist Kroatien EU-Mitglied.


Auf der grandiosen Brücke über die Bucht von Mekosica erhaschen wir einen Blick auf das abfahrende, 163.5m lange Schiff Eclipse des Oligarchen Roman Abramowitsch.


Auf toll ausgebauter Küstenstrasse geht es bis zur Grenze nach Bosien-Herzegowina. Wir werden durch gewunken. Gemäss einem Abkommen zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina können Kroaten und Touristen ungehindert den Neum-Zipfel im Transit befahren. Bei der Wiedereinreise nach Kroatien müssen wir lediglich kurz die Pässe zeigen. Weiter geht es durch das fruchtbare Neretva-Delta nach Ploce, wichtigster Umschlaghafen Süddalmatiens. Westlich ist die Insel Hvar zu sehen. In Makarska parkieren wir etwas ausserhalb auf dem Bus- und Lastwagenparkplatz und gegen die etwa 10 Minuten zu Fuss ins Zentrum. Vom Pier, mit vielen kleinen Restaurants und Kaffes, führen Stufen zum Kačić-Platz (Kačićev trg) im historischen Stadtkern. Auf der nördlichen Seite des Platzes steht die barocke Pfarrkirche St. Marko (erbaut 1700-1776), die bis 1828 auch die Episkopalkirche war. Vor der südlichen Gebäudeseite befindet sich ein barocker Brunnen aus dem Jahr 1775. Auf der östlichen Seite der Kirche gibt es einige kleine Restaurants – hier wird das Mittagessen eingenommen.


Ein kurzer Besuch noch auf dem Markt an der westlichen Seite der Kirche und „eisschleckend“ geht es zurück zum Bob. Wir folgen weiter der Dalmatinischen Küste in Richtung Norden mit der davorliegenden Insel Brac. Kurz vor Split fahren wir auf das Autocamp Stobrec und gehen noch auf einen Spaziergang.
Split ist die größte Stadt Südkroatiens und gilt daher im Volksmund als „Hauptstadt Dalmatiens“, ohne dass ihr dieser Status je offiziell zugesprochen wurde. Die Stadt ist Verwaltungssitz der Gespanschaft Split-Dalmatien (kroatisch Splitsko-dalmatinska županija), die den mittleren Teil Dalmatiens umfasst. Split zählt etwa 220.000 Einwohner, wobei die gesamte Metropolregion 408.251 Einwohner umfasst. Split ist eine bedeutende Hafenstadt und Sitz der katholischen Erzdiözese Split-Makarska.


Die Ursprünge der Stadt sind auf den Diokletianspalast zurückzuführen und dies ist auch das Ziel unseres Stadtrundganges. Der Diokletianpalast ist ein antiker Baukomplex, der als Alterssitz für den römischen Kaiser Diokletian diente, welcher als einziger römischer Kaiser 305 n. Chr. freiwillig aus dem Amt schied, gemeinsam mit seinem Mitkaiser Maximilian. Der Diokletianpalast bildet heute die Innenstadt und wurde nach der Römerzeit zu einer bewohnten Festung umgewandelt, welche in der Folge an unterschiedliche kulturelle Einflüsse angepasst wurde.


Zahlreiche Gebäude oder bautechnische Veränderungen aus unterschiedlichen Epochen zeugen von der lebhaften Geschichte der Stadt. Die UNESCO erklärte den Innenstadt-Bereich des Diokletianpalastes im Jahr 1979 zum Weltkulturerbe. Da immer mehr Touristen die Innenstadt bevölkern (von den Kreuzfahrtschiffen, welche im Hafen liegen), verlassen wir die Stadt nach gut zwei Stunden. Nächstes Ziel ist Trogir. Die Stadt liegt nur etwa 40 Kilometer von Split entfernt. Wir haben Glück und können unseren Bob gleich vor der Innenstadt auf einem Parkplatz am Quai abstellen und für die Nacht stehen lassen. Zwar kostet der Platz satte CHF 50.-, dafür ist er bewacht und nur einige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Die gesamte Altstadt von Trogir zählt ebenfalls seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO.


Der Ort gilt als herausragendes Beispiel für städtebauliche Kontinuität. Die romanische Stadt Trogir stellt nicht nur an der Adria den am besten erhaltenen romanisch-gotischen Komplex dar, sondern in ganz Osteuropa. In dem mittelalterlichen, von Stadtmauern umgebenen historischen Stadtkern befinden sich ein erhaltenes Schloss, ein Turm, etwa zehn Kirchen und eine Reihe von Wohnhäusern und Palästen aus den Perioden der Romanik, Gotik, Renaissance und des Barock. Trogir diente in „Winnetou III“ als Santa Fe. Winnetou und Old Shatterhand ritten hier durch die alten Gassen. Das Rathaus diente als Gouverneurspalast. Wir schlendern durch die engen Gässchen, dem Schiffsquai entlang und geniessen die beschauliche Ruhe – hier legen zum Glück keine Kreuzfahrtschiffe an!


Mittagessen in der Stadt, Nachtessen im Bob und anschliessend noch ein Abendrundgang mit „Schlummi“ auf dem Platz vor der Kathedrale.
Da für die kommenden Tage die Wetterlage nicht gut aussieht, beschliessen wir direkt zu den Krkafällen zu fahren und am Sonntag und Montag die Städte Sibenik und Zadar zu besuchen. In Skradin dürfen wir gleich auf der Wiese neben dem Friedhof parkieren und auch für die Nacht bleiben. Die Preise hier sind doch schon um einiges moderater und wir bezahlen lediglich ca. CHF 8.- für anderthalb Tage. Vorgängig zur Schifffahrt macht Ernest noch einen kleinen Stadtrundgang – er sucht ein gutes Restaurant für das Nachtessen! Das Wetter spielt immer noch mit und wir steigen bei Sonnenschein in das Boot, welches uns in ca. 25 Minuten zu den Krka Fällen bringt (Calou darf mit).


Die Wasserfälle sind das Markenzeichen und die Hauptattraktion des Nationalparks Krka. Insgesamt reihen sich 17 Barrieren, dutzende kleinere und ein Handvoll großer Wasserfälle aneinander, die zusammen auf der ganzen Länge des Parkareals 46 Höhenmeter überwinden. Auf seiner Reise durch das Plateau erstreckt sich die Krka mal auf eine Breite von über 100 Metern, fräst dann wieder fjordähnliche Schluchten in den porösen Stein. Während das Wasser außerhalb des Parks oft grau und trübe wirkt, fließt es hier - angereichert durch Minerale - in schillerndem grün über die Travertinbrücken. Einen besonders schönen Blick auf die Wassermassen erhaschen wir von der Brücke oberhalb und dem Holzsteg unterhalb der Hauptfälle aus. Auf einem etwa 2 Kilometer langen Rundgang, vorwiegend über schön angelegte Stege, geniessen wir die wunderschöne Landschaft.


Wieder zurück mit dem Boot nach Skradin und auf dem direkten Weg zum kleinen Restaurant mit gemütlicher Laube. Bei der alten Dame bestellt Ernest heimischen Schinken, Käse, Oliven und natürlich Wein. Zum Dessert gibt es Kornelkirschen, einen roten Schnaps, dem Röteli sehr ähnlich und als „Probiererli“ noch einen Slibovic! Zum Glück muss Ernest nicht mehr fahren!


In Sibenik möchten wir noch die Kathedrala sv. Jakova, deren Dach aus einem Tonnengewölbe aus freitragenden Steinplatten besteht, besuchen. Die Kathedrale gehört ebenfalls zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Bei der Einfahrt zur Stadt werden wir von der Polizei angehalten und sehen bald, dass sich eine Prozession in unsere Richtung bewegt.


Wie wir sehen können, nehmen viele Vereine und Organisationen (kirchliche und weltliche) teil. Es wird dem heiligen St. Michael gedacht und die Predigt wird über alle in der Altstadt aufgestellten Lautsprecher übertragen. Am anderen Ende des Hafens finden wir einen Parkplatz und gehen zu Fuss auf der nett angelegten Promenade, vorbei an vielen kleinen Restaurants und Bars, ins Zentrum.



Auf dem Platz der Kathedrale findet die Hauptfeierlichkeit statt und diverse kirchliche Würdenträger halten ihre Predigten oder Messen. Auffallend ist, dass in der ganzen Stadt in jedem Schaufenster Bilder des letzten Krieges zu sehen sind. Sibenik wurde ebenfalls durch die JNA und serbische Paramilitärs während des Kroatienkrieges (1991-1995) angegriffen und arg in Mitleidenschaft gezogen. Einen Blick in die Kathedrale des Heiligen Jakob können wir trotz der grossen Menschenmenge werfen.



Weiter geht es nach Zadar. Das Wetter verschlechtert sich zunehmend. Gerade noch reicht es für einen kurzen Spaziergang im Areal des Autocamp Borik und dann geht ein gröberes Gewitter los. Im Bob ist es aber gemütlich und angenehm. Heute wird das erste Mal die Heizung in Betrieb gesetzt.

Kurzgeschichte Wo39/2013 - Lidl überall(es)
Ich gebe zu, ich bin absolut kein „Fan“ von Lidl, Aldi, Ottos Warenposten usw. Wenn ich einkaufe – und das tue ich nicht besonders gerne – dann sollen mir die Auslage, das Angebot und vor allem die Qualität Freude bereiten.  Aber irgendwie kommen wir auf unserer Reise um Lidl nicht herum! Den ersten sehen wir in Ioannina/GR. Hans und Ursi sind begeistert. Da müssen wir hin. Wir kaufen ein – im grossen Stil. Wein, Käse, Wurst, Milch, Konfitüre, Brot sowie Früchte und Gemüse. Ich ärgere mich, dass wir Früchte/Gemüse und Brot im Lidl gekauft haben – ganz in der Nähe unseres Stellplatzes gibt es einen kleinen Laden mit frischer Ware vom Bauern und eine Bäckerei mit ofenfrischem Brot und feinen Süsswaren. Auf der Strecke zu den Meteora Klöstern und eigentlich überall in Griechenland gibt es viele Stände am Strassenrand mit frischen und getrockneten Feigen, wunderbaren Trauben, feinen Äpfeln, frischem Gemüse und hausgemachter Konfitüre usw. Ich versuche mich immer wieder durchsetzen, dass Gemüse und Früchte vom Bauern gekauft wird.  Gelingt – teilweise.  Lidl ist in Griechenland allgegenwärtig – es gibt gut 200 Filialen. So kaufen wir weiter Wein, Wurst, Milch, Joghurt und Emmentaler (Gummikäse) bei Lidl. In Ierissos/Chalkidiki entdeckt Ernest einen Bauernmarkt und  wo er frische Früchte und frisches Gemüse sowie Fetakäse ersteht. Der Fetaproduzent erklärt mit grossem Stolz, dass er im Guiness Book of Records vermerkt ist – er hätte den grössten Fetakäse aller Zeiten gemacht – stimmt und so kann im Internet gelesen werden: The largest goat's cheese weighed 939 kg (2,070 lb) and was made by Ioannis Stathoris Ltd. (Greece) at Ierissos, Halkidiki, Greece, on 29 December 2010.The ingredients used were: Milk - 5861 kg (12,921 lb), Culture (yoghurt) - 12 kg (26.46 lb), Salt - 140 kg (288 lb), Water - 1000 kg (2,204 lb).
Einige Male noch kommen wir an Lidl nicht vorbei, kaufen aber vorwiegend alkoholische Getränke und Grundnahrungsmittel. In Albanien gibt es doch tatsächlich noch keinen Lidl. Da wir uns in diesem Land nicht sehr lange aufhalten, auswärts essen oder unsere Vorräte aufbrauchen ist das kein Unglück. Dafür stolpern wir in Kroatien wieder in allen grösseren Orten über diesen Grossmarkt. Hier hat es bereits etwa 80 Filialen, in Slowenien 50, in Italien 511 und in der Schweiz 89. Es lebe LIDL.


2013Kroatien/Italien/SchweizkmKoordinaten Zielort
30.09.2013/MoZadar – Plitvize15142°25‘40“N, 18°46‘05“O 
01.10.2013/DiPlitvize – Senj11744°59'39.23"N,14°53'59.89"E
02.10.2013/MiSenj – Rovinj16045°5'44.23"N, 13°38'29.55"E
03.10.2013/DoRovinj/HR – Fiume Stella/I 22745°45'48.37"N, 13° 3'42.80"E
04.10.2013/FrPeceniccho – Zürich58447°24'31.11"N,  8°27'15.54"E


Wochenbericht, 30.09.-04.10.2013 / Zadar - Zürich
Beim Hafen in Zadar wird parkiert und zu Fuss geht es in die Altstadt – leider regnet es sehr stark. Zadar, auf einer schmalen Landzunge am Adriatischen Meer und am Kanal von Zadar gelegen, wird vom Festland durch einen Wassergraben getrennt. Zadar war bis 1873 eine Festung.


Die Altstadt hat vier Tore, darunter das Marinetor mit einem eingesetzten Stück eines römischen Triumphbogens und besteht aus vier Stadtteilen. Der überwiegende Teil ist venezianischen Baustils. Unter den Plätzen sind der Herrenplatz (Piazza dei Signori) mit schönem Hauptwachtgebäude und der Gradska Straza (mit der Stadtbibliothek) sowie der Brunnenplatz mit antiker korinthischer Säule nennenswert. Eine solche ziert auch den Simeonsplatz. Die römisch-katholische Kirche des Heiligen Donat neben der Kathedrale Sv. Stošija entstand am Anfang des 9. Jahrhunderts. Die zweigeschossige Rundkirche des heiligen Donatus gilt als das repräsentativste kroatische Baudenkmal aus altchristlicher Zeit. Es ist das berühmteste Denkmal und Symbol der Stadt Zadar.


Weiter geht es auf einer neu gebauten Autobahn durch das Velebit Gebirge in Richtung Plitvicer Seen. Das bedeutendste Bauwerk dieser Autobahn ist der Sveti-Rok-Strassentunell (5.681 m), der zwei Klimazonen miteinander verbindet: das Gebirgsklima Zentralkroatiens mit dem mediterranen Klima an der kroatischen Küste. Die Temperatur fällt in der Nähe der Plitzvicer Seen bis auf 8°C und nach wie vor regnet es in Strömen. Wir erkundigen uns bei der Information über die Wander- und Besichtigungsmöglichkeit und beschliessen den Park erst am nächsten Tag zu besuchen – das Wetter soll etwas besser werden. Etwas ausserhalb des Parks finden wir ein Privates Autocamp. Lesen, Nachtessen und Jassen.


Wir haben Glück, der Regen hat aufgehört. Beim Parkplatz Nr. 2 wird parkiert und mit dem Trolley fahren wir zur Station 3. Von dort aus machen wir eine etwa 2-stündige Wanderung talabwärts. Der Weg besteht grösstenteils aus gut angelegten Holzstegen (für Hunde nicht ganz ohne, da die Holzplanken nicht immer sehr sauber verlegt sind) und führt vorbei an den grösseren und kleineren Seen, an Wasserfällen, Bächen und durch bereits herbstlich gefärbten Wald. Trotz des eher trüben Wetters und Nebensaison hat es ganz ordentlich Touristen und wir möchten nicht daran denken, welche Völkerwanderungen es im Sommer hier hat.


Die Nationalparkverwaltung zählt jährlich etwa eine Million Besucher! Bei der Station 2 steigen wir (irrtümlicherweise) in das Schiff, welches uns in die Nähe zur Station 1 bringt. Wieder zurück zur Station 2 und mit dem richtigen Boot auf die andere Seite in Richtung Parkplatz.


Die Wanderung hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Gegend ist traumhaft. Der Nationalpark Plitvicer Seen ist der flächenmäßig größte Nationalpark Kroatiens und zugleich auch der älteste Nationalpark Südosteuropas. Er wurde 1949 gegründet. Das geschützte Nationalparkgebiet umfasst 296,85 Quadratkilometer. Die Plitvicer Seen wurden 1979 als eines der ersten Naturdenkmäler weltweit in das UNESCO-Weltnaturerbe aufgenommen. In diesem Park wurden "Der Schatz im Silbersee" und die Winnetou Trilogie gedreht. Die Karl-May-Filme der sechziger Jahre sind Deutschlands erfolgreichste Filmserie. Lex Barker (Old Shatterhand) und Pierre Brice (Winnetou) waren für eine ganze Generation die Helden unserer Kindheit.


Am frühen Nachmittag geht es im Bob weiter in Richtung Senj. Die Fahrt geht durch Hochplateaus mit goldgelben Gräsern und schönen Hochmooren. Immer mehr zeigt sich die Sonne. Auffallend viele Häuser weisen immer noch Einschusslöcher auf. Die meisten dieser Häuser sind allerdings leer und nicht mehr bewohnt. In der Regel stehen neben diesen neu gebaute Heime. In einem kleinen Restaurant gibt es Cappuccino, Verpflegung (Sandwiches) im Bob, da die Küche des Restaurants geschlossen ist. Die Strasse schlängelt sich von etwa 600 m.ü.M. hinunter auf Meereshöhe bis nach Senj. Im kleinen Städtchen selber gibt es ein Autocamp, direkt neben dem Hafen. Der Platz ist schon gut gefüllt mit anderen Wohnmobilen. Wir lesen, dass viele Plätze ihre Tore Ende September schliessen.


Senj ist die älteste Stadt der oberen Adria. Das bekannteste Denkmal von Senj ist die Festung Nehaj. Sie ist eine gut erhaltene Festung aus dem 16. Jahrundert und war Hauptsitz der Uskoken, einer militärischen Gemeinschaft christlicher (mehrheitlich katholischer) Kriegsflüchtlinge. Die Geschichte „Die Rote Zora“ spielt ebenfalls in Senj und der Festung – das Buch ist spannend und auf jeden Fall lesenswert. Die Geschichte wurde auch verfilmt und in den Hauptrollen spielen u.a. Linn Reusse, Mario Adorf, Ben Becker usw.


Unsere Fahrt geht auf der schönen Küstenstrasse entlang der Kvarnerbucht mit Blick auf die vorgelagerte Insel Krk (der, zusammen mit der Insel Cres grössten Inseln an der Adria) bis kurz vor Rijeka. Dort nehmen wir die Autobahn und fahren vorbei an Opatija und weiter durch das fruchtbare Istrien bis nach Rovinj.  Anstatt auf dem teuren Busparkplatz zu parkieren (Euro 4.- pro Stunde) entscheiden wir uns, auf den Autocamp Porton Biondi zu fahren. Zu unserer Überraschung liegt dieser nur etwa 600m vom Stadtzentrum entfernt. Das Befahren des Camps ist für grössere Fahrzeuge nicht einfach. Es erfordert einiges fahrerisches Können von Ernest unseren Bob in einen geeigneten Platz zu manövrieren.


Dann geht es zu Fuss in die Stadt. Ernest kennt die Stadt aus früheren Ferienzeiten und führt uns gleich auf den Hauptplatz beim Hafen. Ernest sieht sich das Park Hotel an, wo er früher als Kind/Jugendlicher mit seiner Familie in den Ferien war.


Wir gehen durch die verwinkelten Gässchen bis hinauf zur Kirche Sveta Eufemija (Heilige Euphemia) aus dem 18. Jahrhundert. Diese Kirche ist das Wahrzeichen der Stadt und steht auf dem höchsten Punkt der ehemaligen Insel. Das Vorbild des Kirchturms ist der Campanile von Venedig. Euphemia war eine Märtyrerin zur Zeit des Kaisers Diokletians. Der Legende nach taten ihr die wilden Tiere, denen sie zum Fraß vorgeworfen worden war, nichts zuleide. Sie musste durch einen Dolchstoß getötet werden. Der Sarkophag mit ihren Gebeinen wurde in Byzanz aufbewahrt, verschwand jedoch in den Jahren des Bildersturms. Im Jahre 800 soll er auf wundersame Weise bei Rovinj ans Land geschwemmt worden sein. Seit dieser Zeit werden die Gebeine der hl. Euphemia hinter der Kirche von Rovinj in einem Steinsarkophag aufbewahrt. Die Hl. Euphemia wurde zur Schutzpatronin Rovinjs.  Geschichtlich wurde Rovinj erstmals im 5. Jahrundert als Castrum Rubini erwähnt und war erst Teil von Byzanz, bevor es zunächst von Langobarden, dann von Franken beherrscht wurde. Ab 1283 zu Venedig gehörend, erlebte Rovinj eine kurze Blütezeit und war dann Teil des Reiches der Habsburger. Nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns fiel Rovinj mit Istrien an Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es 1947 an Jugoslawien bzw. zur Teilrepublik Kroatien, die seit 1991 unabhängig ist. Apéro und Nachtessen gibt es beim Hafen und auf dem Rückweg zum Autocamp geniessen wir den Sonnenuntergang und nochmals den schönen Blick auf die Altstadt.


Porec hat sich seit unserem letzten Besuch nochmals stark verändert und die riesigen Hotel- und Campanlagen lassen erahnen, wie viele Touristen in den Sommermonaten Istrien bevölkern. Kurz vor Portoroz geht es nach Slowenien und dann bei Koper nach Italien. Auf der Autobahn fahren wir vorbei an Trieste in Richtung Lignano. Unsere letzte Nacht verbringen wir beim Ristorante Fiume Stella (Preceniccho) auf dem Parkplatz. Nach einem vorzüglichen Mittagessen geniessen wir nochmals die wärmende Sonne und sitzen in den Stühlen vor Bob und lesen. Das Mittagessen ist recht üppig ausgefallen und so müssen wir uns fast zwingen am Abend nochmals zu essen. Tun wir aber doch und unser, auf dieser Reise, letztes gemeinsames Nachtessen, geniessen wir mit einem vorzüglichen Wein.


Relativ früh machen wir uns auf den Heimweg und fahren auf der Autobahn vorbei an Venedig, Vicenza, Verona, Bergamo, Mailand bis zur Grenze in Chiasso. Wir staunen, wie zügig der Grenzübergang vonstattengeht.  Kein Anstehen am Zoll und weiter dann auch kein Stau im Tessin. Wiederum entscheiden wir uns für die Fahrt via San Bernardino. Im Tessin ist das Wetter bedeckt und auf der Fahrt hinauf nach San Bernardino kommt sogar starker Nebel auf. Heute ist sozusagen „verkehrte Welt“. Im Tessin grau/trüb und nach der Ausfahrt aus dem Tunnel Sonnenschein und blauer Himmel.


In Splügen wird nochmals ein Halt eingeschaltet und im Hotel/Restaurant Bodenhaus gibt es Gerstensuppe mit Brot. Auch auf den letzten Kilometern bis nach Dübendorf und Oberengstringen keinerlei Verkehrsbehinderungen.  

Kurzgeschichte40/2013 – Schlussbericht
Griechenland mit seinen schönen Stränden, guten Restaurants und der vielseitigen Landschaft, den tollen Kulturgütern und den freundlichen Menschen hat uns sehr gut gefallen. Insbesondere hat uns das „wild Campen“ sehr zugesagt und wir haben an zahlreichen schönen und fast menschenleeren Orten verweilen können. Das Wetter war toll, meist zwischen 25°-28° warm, wolkenlos, teilweise recht windig, aber immer sehr angenehm. Einziger Makel sind die teilweise verschmutzen Strände und der überall gegenwärtige Müll.  
Albanien ist nach wie vor kein Ferienland für Badeferien. Zum Bereisen mit dem Wohnmobil aber sehr interessant, da es doch einige kulturelle Güter und Stätte aufzuweisen hat. Die Strassen, welche die grossen Städte verbinden sind gut, die Nebenstrassen grösstenteils in sehr schlechtem Zustand. Leider liegt auch hier überall Müll herum und Müllhalden sind allgegenwärtig.
Montenegro haben wir nur an der Küste durchfahren sind aber sehr positiv überrascht. Alles ist sehr aufgeräumt und ordentlich, die Strassen sehr gut und Müll gibt es keinen zu sehen. Kotor und die Bucht von Kotor waren ein Highlight auf unserer Reise.
Bosnien/Herzogewina haben wir auch nur kurz durchfahren und können dazu keine konkreten Angaben machen.
Die Küste von Kroatien, insbesondere mit den Städten Dubrovnik, Trogir, Sibenik, Zadar, Senj und Rovinj sowie die Krkafälle und die Plitvicer Seen haben uns wiederum sehr gut gefallen. Kroatien ist uns aber ein wenig zu „organisiert“, d.h. wild Campen ist grundsätzlich verboten. Überall aber findet man gut ausgestattete Autocamps und wir meinen, diese sind vor allem eingerichtet auf Langzeiturlauber welche ihre längeren Sommerferien hier verbringen.
Fazit: Wir sind etwa 5000 km gefahren und dank der umsichtigen und professionellen Fahrweise von Ernest ohne Unfall, ohne kritische Momente und ohne Pannen – wir haben uns sehr wohlgefühlt. Einen speziellen Dank an ihn von uns allen.  Es war eine schöne, gelungene und interessante Reise.
Freuen wir uns auf ein nächstes Abenteuer.