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2013Panama City , Panama                      km
24.01.2013/Do      Flug Zürich - Amsterdam0
25.01.2013/FrFlug Amsterdam - Panama City, Panama           0
26.01.2013/SaPanama City0
27.01.2013/SoPanama City0
28.01.2013/MoPanama City - Bob aus Kinte auslösen15
29.01.2013/DiPanama City - Inspektion PNJ25
30.01.2013/MiPanama City0
31.01.2013/DoPanama City - Colon, Hafen - Panama City153
01.02.2013/FrPanama City0
02.02.2013/SaPanama City0
03.02.2013/SaPanama City0


Wochenbericht,  24.01.-03.02.2013 / Zürich – Amsterdam - Panama - Kolumbien
Calou kommt wieder mit auf den nächsten Streckenabschnitt und so haben wir die Reisen nach Panama in zwei Etappen gebucht. Eines unserer Gepäckstücke ist viel zu schwer und wir müssen Übergewicht bezahlen – Ernest is not very amused! Auch diesmal geht wieder einiges an Ersatzteilen, Literatur (Reisebücher und Karten), Schokoladen usw. mit. Weil wir Calou in Amsterdam „rausnehmen“ und eine Zwischenübernachtung einschalten konnten wir das Gepäck nicht nach Panama durchchecken. So heisst es in Amsterdam sowohl auf Calou auch auf das Gepäck warten. Calou wird auch bald gebracht und wir fahren mit dem Shuttlebus von Ibis zum gebuchten Ibis Airport. Das Hotel ist gut gelegen, sehr sauber und angenehm und hat im Haus drei eigene Restaurants. Die Umgebung ist ideal zum „Gassi gehen“ und Calou freut‘s – rund um das Hotel hat es zig Kaninchen und die müssen gejagt werden. Ein feines Nachtessen gibt es im Hotelrestaurant und sogar Calou darf mit.
Das Check-in-Prozedere ist etwas mühsam. Die Dame am Schalter meint, der Kennel sei zu klein für Calou und nachdem wir ihr erklärt haben, dass dieser Hund ein „frequent Traveller“ ist er mit dieser Kiste schon in der halben Weltgeschichte herumgereist ist, gibt sie ruhe.



Es bleibt nochmals Zeit für einen kurzen Spaziergang und dann wird der Kennel von einem Beamten untersucht und kontrolliert, ob keine Drogen oder weiss ich was geschmuggelt wird. Das ganze Prozedere zieht sich in die Länge und uns bleibt gerade noch Zeit so schnell wie möglich zum Gate zu hasten. Der Flug KLM 757 ist ruhig, aber etwas mühsam, da teilweise das Inflightsystem nicht funktioniert und die Auswahl der Filme auch nicht gerade toll ist. In Panama angekommen, können wir Calou und das Gepäck relativ schnell auslösen. Allerdings dann wird es mühsam bei der sogenannten „Einfuhr“ von Calou. Es fehlt anscheinend ein Stempel einer offiziellen Stelle aus der Schweiz, dass Calou gesund ist – das Attest der Tierärztin reiche nicht. Ganze zwei Stunden brauchen wir, bis das arme Tier endlich aus seiner Box darf und alle Papiere in Ordnung sind. Die Beamtin meint, wenn sie ganz strickt wäre, müsste Calou nun in die Quarantäne für 30 Tage – aber… für satte US$ 130.- kann das geregelt werden! Irgendwie spinnen die schon, hat es doch hier in Panama, wie auch im üblichen Zentralamerika zig tausende, wenn nicht millionen von Streunern und bei einem Hund mit allen notwendigen Impfungen usw. Aber eben, Vorschrift ist Vorschrift und die habe ich offensichtlich nicht ganz richtig mitbekommen (weitere Infos siehe „Reisepraxiss/Reisen mit Hund“).



Mit einem Taxi fahren wir zum Albrook Inn, einem hübschen Motel in einem angenehmen amerikanischen Villenquartier.
Die nächsten zwei Tage verbringen wir im hübschen Garten im Motel, lesen Reiseliteratur und geniessen das Nichtstun.



Die Temperatur ist um die 30° aber es geht immer ein angenehmer Wind und die Feuchtigkeit hält sich ebenfalls in Grenzen.



Am Montag ist es dann soweit: Um 8.30 Uhr holt uns eine Rebecca mit ihrem Auto ab und wir fahren zum Kinte/Lagergelände, wo unser Bob abgestellt ist. Hier erst einmal Rechnung bezahlen, Auslöse Papiere stempeln lassen und dann zur Polizei/Einreisebehörde und eine Bewilligung einholen, dass das Fahrzeug wieder ins Land einreisen darf. Dann läuft auch noch unsere Versicherung ab und muss für 2-3 Tage erneuert werden. Wir fahren mit Rebecca zum Versicherungsagenten und Ernest’s Geduld wird wieder einmal auf die Probe gestellt. Die Dame von der Versicherung erstellt auf jeden Fall am Schluss, nachdem schon einige Fehler auf der Police ausgebügelt worden sind, eine Versicherung über 13 Monate anstatt über einen Monat und unser Auto ist ein Sedan und kein MAN. Wenigstens mussten wir nur für einen Monat (nicht 13 Monate!) bezahlen. Dann wieder zum Kinte und nochmals Papiere unterschreiben. Endlich wird Bob von einem Mitarbeiter geholt und herangefahren (obwohl ja Ernest die Batterien im Dezember abgehängt hat!). Wir sind froh, er läuft, alles ist noch ganz, nichts fehlt, Kabinenbatterien sind voll – er war also absolut gut aufgehoben und so haben wir die doch happigen US$ 10.- pro Tag gerne bezahlt. Wir fahren zum Hotel und holen unser Gepäck und den Kennel und dann geht es zum Bilbao/Amador Yachtclub, nicht ohne, dass wir uns nochmals kurz verfahren haben (siehe Kurzgeschichte). Beim Stellplatz am Yachtclub wird dann eingeräumt und Calou kann sich auf der grossen Wiese ebenfalls wieder einmal so richtig frei bewegen. Bald halten wir auch ein Schwätzchen mit den einen oder anderen Reisenden, welche ebenfalls hier Station machen. Ein jüngeres Paar aus Frankreich ist mit einem 3-Chevaux Richtung Südamerika unterwegs und Ernest ist total fasziniert von diesem Auto.



Auf dem Rückweg vom Restaurant zum Bob bekommt Calou von einer Katze noch eines auf die Schnauze, er hat aber Glück, nur ein kleiner Kratzer.
Zwei weitere Hürden müssen heute genommen werden. Einerseits muss das ganze Prozedere wiederholt werden, damit wir mit dem Flieger ohne Bob ausreisen dürfen und andererseits muss Bob für die Ausreise von der PNJ kontrolliert und überprüft werden. Wir stehen auf einem schrecklich dreckigen Platz zwischen einem Wohnquartier und einer, sich im Bau befindenden Autobahnbrücke.



Zwischen zwei Wohnhäusern findet gerade eine Kinderparty im Swimmingpool mit Musik aus einem grossen Soundbooster statt. Insbesondere soll kontrolliert werden, ob auch die im Ausweis eingetragene Motornummer (bei uns im Ausweis gar nicht eingetragen!) mit dem sich effektiv im Fahrzeug befindenden Motor übereinstimmt. Wir erklären Rebecca, dass dies bei uns nur auf dem Display und nicht im Ausweis ersichtlich ist und wir bestimmt 1-2 Stunden investieren müssten, die Fahrerkabine zu leeren und zu kippen, um überhaupt an den Motor ranzukommen. Rebecca ist, gemäss Angaben von Tea unserer Agentin, Zollbeamtin und kennt sich in diesen Sachen aus. Tatsächlich begnügt sich der kontrollierende Polizist mit den Angaben im Display, kontrolliert noch kurz die Chassis-Nummer und die Sache ist erledigt – ausser natürlich, dass noch zahlreiche Stempel auf den zahlreichen Dokumenten fehlen.



Wir erhalten einen Termin für all die Stempel um 13.30 Uhr und fahren zwischenzeitlich zur Albrook Mall und wollen unsere Flugtickets buchen. Auch das ist nicht ganz so einfach. Erstens werden Tiere nur von Montag bis Donnerstag befördert und um Calou buchen zu können, müssen wir zuerst unser Ticket lösen. Der Copa-Mitarbeiter erklärt sich nicht bereit, im Call Center anzurufen um zu erfahren, ob Calou am Montag Platz hat – wir müssen das tun. Hängen das erste Mal etwa 15 Minuten am Telefon um zu erfahren, dass er Platz hat und dann, nachdem wir unsere Tickets gebucht haben, nochmals etwa 20 Minuten um Calou buchen zu können. Das alles mit meinem Handy – die Telefonrechnung wird enorm sein, da wir für die kurze Zeit keine Panama-Telefonkarte gelöst haben. Wieder zurück zum PNJ und wieder dauert es etwa 1 ½ Stunden bis die notwendigen Stempel angebracht sind. In der Zwischenzeit haben wir einen ganzen Stapel Papiere und wohl nur ein „Eingeweihter“ kann dem ganzen Vorgehen folgen. Auf jeden Fall sind wir jetzt bereit für die Ausreise nach Cartagena (denken wir!) und können am Donnerstag Bob in Colon am Hafen abgeben.



Den Rest des Tages verbringen wir am Balboa Yacht Club und machen Bekanntschaft mit Franz und Brigitte, unterwegs mit Berner Nummernschild sowie Lukas und Brigitte, unterwegs mit Zürcher Nummernschild. Beide Fahren einen Sprinter, haben sich in Cartagena getroffen und sind in nördlicher Richtung unterwegs. Es ist schön, Erfahrungen austauschen zu können und wir geniessen die Gespräche und Unterhaltungen.
Ein weiterer Tag am Yacht Club mit vielen Gesprächen und netten Unterhaltungen. Wir treffen auch Vorbereitungen am Fahrzeug, da wir ja Morgen nach Colon zum Hafen fahren müssen. Am Abend werden wir von Brigitte und Franz zum Pizza-Essen eingeladen. Die Pizzas, welche in der Küche im Sprinter in der Bratpfanne gebacken werden, schmecken vorzüglich. Wir „spendieren“ Wein und zum Dessert wird ein Teil unsere „Mega-Ragusa Schokolade“, welche wir aus der Schweiz mitgenommen haben, begeistert verzehrt.
Am nächsten Morgen, kurz nach 7 Uhr fahren wir los in Richtung Colon. Mit uns fahren auch die Franzosen im 3-Chevau. Nach gut einer Stunde fahren wir in der Hafenstadt ein und finden bald einmal den Treffpunkt mit unserem Agenten beim Hotel 4 Points Sheraton. Wir sind zu früh und können in aller Ruhe noch die „Verbarrikadierung“ unserer Dachlucke vornehmen. Wir wollen sicher sein, dass niemand via Dachlucke einsteigen kann. Verabredet waren wir um 09.30 Uhr – natürlich auch um 9.45 Uhr kein Mensch da. Wir rufen an und es macht den Anschein, dass die uns vergessen haben, aber sofort jemand schicken. Nach einer weiteren halben Stunde immer noch keiner hier, wieder anrufen. Er sei vor Ort aber finde uns nicht! Da ich auf dem „Verschiffungspapier“ gelesen habe, dass die Deadline der Abgabe der Papiere um 12 Uhr ist, bekomme ich langsam „kalte Füsse“. Gegen 10.30 Uhr kommt dann Louis mit seinem Töff angefahren. Wir müssen von allen Papieren in der nahegelegenen Apotheke noch 4 Sets Kopien erstellen lassen. Dann will Louis Ernest mit zur Ausreisepolizei nehmen – mit seinem Töff, ohne Helm. Ernest weigert sich (mit Recht) und meint er sitze doch keinem ohne Helm und einem, den er nicht mal kenne, in diesem Verkehr auf den Töff. So kommt dann der Sohn von Boris mit dem Auto und fährt zusammen mit Ernest zu den Behörden. Wir warten lediglich etwa 1 Stunde, bis die wieder zurück sind. Weiter geht es zum Hafen. Warten, auf Papiere!!, etwa 2 Stunden, bis Ernest mit Bob ins Hafengelände einfahren kann. Bob wird zur Einlagerungshalle gefahren, gesichert und „abgegeben“. Warten, ½ Stunde, auf einen Hafenarbeiter, der Ernest und Louis die etwa 200 Meter mit dem Auto zum Büro zurück bringt, zu Fuss darf das Gelänge nicht begangen werden. Derweil sitze ich mit Calou und dem Gepäck auf dem Trottoir vor dem Hafenbüro und warte ebenfalls. Ins Gespräch komme ich mit einem Polizisten und er findet vor allem Gefallen an Calou. Jedem, der vorbeigeht, erklärt er, dass Calou aus der Schweiz komme, ein Irish Terrier sei usw. usw. Um etwa 16.30 Uhr können wir dann endlich in ein Taxi steigen und zurück nach Panama City, zu unserem Hotel fahren. Obwohl wir eigentlich nichts gemacht haben ausser nach Colon gefahren sind und gewartet haben, sind wir total „groggi“ und freuen uns aufs Bett.


Aguti im Hotelpark (gehört zur Familie der Hasen)

Die nächsten Tage verbringen wir mit Tagebuch schreiben, Wäsche machen (lassen), Lesen und geniessen einfach den schönen Garten im Albrook Inn. Auch lernen wir die Geschwister Robi und Madeleine Grawehr im Hotel kennen und verkürzen die Wartezeit auf die Ausreise nach Kolumbien mit anregenden Gesprächen.

Kurzgeschichte 01/13 – Verirrt in der Altstadt von Panama
Auf der Rückfahrt zum Balbao Yachtclub hat uns das Navi durch den alten Teil der Stadt Panama geführt. Wir sind in einer abgesperrten Strasse gelandet, welche uns wieder hätte auf die Hauptstrasse bringen sollen. Vor den grossen roten Plastik-Absperrungsblöcken steht ein Polizist und ich meine, ihn fragen zu können, ob er für uns die Absperrung aufhebt. Ernest sagt ist spinne wohl und stellt sich schon auf ein gröberes Rückwärtsmanöver ein. Trotzdem, ich steige mit meinen Navi/Handy aus und frage den Polizisten nach der nächstbesten Möglichkeit auf die grosse Strasse zu kommen. Er überlegt kurz und fragt, ob wir Touristen seien. Gerne erkläre ich, dass wir aus der Schweiz kommen und uns auf einer Reise durch Panama befänden. Er lächelt und sagt, dass er für uns gerne die Absperrung wegnimmt und wir direkt weiter fahren können. Das tut er auch und zudem hält er auch noch den ganzen Verkehr auf der stark befahrenen Avenida De Los Martires auf und winkt uns freundlich durch. So soll es doch sein, die Polizei „Dein Freund und Helfer“.  

    

2013Panama - Kolumbien                                     km
04.02.2013/Mo        Flug Panama City - Cartagena, oder eben nicht -
Calou geht verloren                                                    
0
05.02.2013/Di             Panama/Tocumen - Suche nach Calou0
06.02.2013/MiPanama/Tocumen - Suche nach Calou0
07.02.2013/DoPanama/Tocumen - Suche nach Calou0
08.02.2013/FrPanama/Tocumen - Suche nach Calou0
09.02.2013/SaPanama Tocumen - Flug nach Cartagena/Kolumbien        0
10.02.2013/SoCartagena0


Wochenbericht  04.–10. Februar 2013 / Panama – Kolumbien
Calou suchen in Panama

Robi fährt uns freundlicherweise zum Flughafen, bevor er sich auf den Heimweg nach Pedasi macht. Auf dem Flughafen erledigt eine Elsy die Abfertigung für den Flug nach Cartagena. Der Flug von Calou wird noch bezahlt und wir werden geheissen zum Gate zu gehen, es sei alles in Ordnung, auch mit Calou in seiner Kiste. Beim Abflugsgate 21 angekommen, kommt Elsy aufgeregt auf uns zu und teilt uns mit, dass Calou abgehauen ist. Wir können nicht glauben, was wir hören und ich springe mit Elsy durch den ganzen Flughafen, durch die Zollkontrolle und hinaus auf das Parkplatzgelände. Auf dem Weg dorthin erklärt mir Elsy, dass die Beamten den Kennel nochmals durchleuchten wollten, sie (Elsy) die Türe geöffnet habe um Calou herauszunehmen. Calou hätte sie geschnappt als sie ihn festhalten wollte. Ein Festhalten sei nicht möglich gewesen und somit sei er  weggesprungen – dies ohne Halsband! Im Kennel ziehe ich Calou das Halsband immer aus, damit er nirgends hängen bleibt (ist wohl ein riesen Fehler!). Diverse Leute hätten versucht Calou einzufangen. Er sei zuerst auf dem oberen Stockwerk in der Abflughalle herumgeirrt, dann die Treppe hinunter ins untere Stockwerk zur Ankunftshalle und dann raus auf den Parkplatz. Möglicherweise hat er das Auto von Robi in der Reihe 8 noch gesucht und ist dann aber bei den Mietautostationen in die Pampa verschwunden. Auch mein Rufen und das Pfeiffen hat ihn nicht bewogen zurück zu kehren. Ins hohe Gras durfte ich nicht wegen den Schlangen. Er wird dann nochmals gesehen, wie er auf das Flugfeld gesprungen ist. Ernest ist in der Zwischenzeit auch wieder zur Abflughalle gekommen und einige Leute von Copa versuchen, uns zu beruhigen und sichern uns zu, Calou zu suchen und zu finden. Im Laufe des Nachmittags können wir mit einem Auto und diversen Leuten von der „Fauna-Gesellschaft“ und von Copa zum Flugfeld fahren und Calou suchen. Keine Spur von ihm. Am Abend werden wir zum Hotel Riande gefahren und bekommen ein Zimmer und ein Nachtessen.



Am Dienstag nach dem Frühstück geht es wieder zum Flughafen und die Suche geht weiter. Es ist äusserst mühsam, bis endlich eine weitere Bewilligung ausgestellt wird, um wiederum auf das Gelände fahren zu dürfen um weiter zu suchen. Am Nachmittag hören wir, dass ein Copa-Mitarbeiter gesehen hat, wie ein Taxifahrer gestern Abend ein Hund eingeladen hat. Der Mitarbeiter hat die Taxinummer aufgeschrieben. So begeben wir uns zu Polizei und müssen eine Anzeige erstatten, dass nach diesem Taxifahrer überhaupt gefahndet werden kann. Es wird ein Protokoll erstellt. Obwohl bereits eine Standartanzeige vorhanden ist und nur noch Anmerkungen gemacht werden müssen und die Personalien aller eingefügt werden müssen, bringt es der Beamte mit seiner „Adlertechnik“  fertig, dafür geschlagene drei Stunden aufzuwenden. Da ich schon aufgebracht bin ob der ganze Sache muss ich mich äusserst zusammen nehmen, dass ich dem nicht die Tastatur entreisse um wenigstens unsere Personalien etwas schneller einzugeben. Während der Zeit des Protokollerstellens allerdings, ist die Polizei schon tätig und ermittelt den Taxifahrer. Wie wir vernehmen müssen, ist es tatsächlich so, dass der Taxifahrer Gäste mit einem Hund geladen hat. Die Polizei präsentiert ein Bild vom Hund – es ist aber nicht Calou. Natürlich breche ich in Tränen aus und kann das ganze Geschehen nicht verstehen. Ohne Calou heute gesichtet zu haben, werden wir wieder ins Hotel gebracht.



Einen weiteren Tag Suche. Heute lernen wir Jorge Izarraga kennen. Er arbeitet schon seit 45 Jahren auf dem Flughafen und versichert uns, dass er im Flughafengebäude und auch auf dem Gelände nach Calou Ausschau halten wird. Von einigen Copa-Mitarbeitern werden wir wieder herumgefahren und es wird uns versichert, dass Flyers gemacht werden und diese im und um den Flughafen ausgehängt werden. In der Zwischenzeit habe ich auch Daniela informiert, dass Calou verschwunden ist. Sie hat sogleich mit den Pendlern Frau K. und unseren Nachbarn Max und Pina Kontakt aufgenommen. Es wird mittels Pendel versucht Calou zu orten.
„Ja, so geht es. Er müsste nahe der untersten Ecke des Gebäudes sein, Jetzt müsste man Pläne vom Inneren des Gebäudes haben.... Oder Fröhlichs müssten Aufzeichnungen machen und das mailen, damit man Calou besser orten könnte. Seine Energie ist immer noch sehr gut, ich bin recht sicher, dass er lebt !
herzliche Grüsse - B.K“

Solche Mails geben uns Mut und wir suchen den ganzen Tag weiter nach Calou und informieren auch Jorge, damit er sich genauer im Gebäude umsieht. Wir erfahren, dass nochmals ein Hund verloren gegangen ist. Der Kennel einer Dänischen Dogge wurde auf das Förderband ins Flugzeug gehievt und ist dann runtergefallen. Der Kennel hat sich geöffnet und die Dogge ist abgehauen (wurde nach zwei Tagen im Dorf gefunden!). Überhaupt hören wir immer wieder Geschichten von Copa Mitarbeitern, dass Hunde „verloren“ gingen – die einen seien nach einem Tag, andere nach einer Woche oder mehreren Monaten wieder aufgetaucht! Hilft uns auch nicht gerade viel und tröstet auch nicht. Da unser Wohnmobil Bob bereits auf dem Weg nach Cartagena ist, müssen wir uns mit dem Gedanken befassen, nach Cartagena zu fliegen und Bob auszulösen. So entscheiden wir uns für den Samstagflug. Herr Michael und Frau Doralis von Copa kümmern sich heute um uns und beide sind sehr freundlich und einfühlsam. Aber auch am heutigen Tag ist die Suche leider erfolglos geblieben.
Irgendwo muss doch unser Calou sein und wir machen uns Gedanken, warum er sich nicht zeigt oder nicht zum Flughafengebäude zurück kehrt. Natürlich hat man in solchen Situationen böse Vorahnungen und die positiven Gedanken überwiegen nicht gerade. Auch heute wieder keine Spur von Calou. Am Abend treffen wir im Hotel  einen Direktor von Copa. Er ist uns allerdings nicht sehr sympathisch und diese Person verspricht auch nicht gerade eine grosse Hilfe zu sein.
Das Check-in für den Flug nach Cartagena/Kolumbien erledigt Doralis und sie begleitet uns auch zum Gate. Sie versichert uns, dass viele Leute von Copa (leider aber nicht aus der Direktion!!) weiterhin nach Calou Ausschau halten werden und uns sofort informieren würden, wenn Calou gesichtet wird. Meinen Tränen sind kaum auf haltbar und ich kann einfach nicht begreifen, dass wir ohne Calou weiter fliegen müssen.


Der Flug dauert lediglich 50 Minuten und die Einreise erfolgt reibungslos. Noch kurz wechseln wir etwas Geld und mit einem Taxi fahren wir zum Hotel Pueblito Playa an der Bocagrande. Der Hotelier Brian ist ein freundlicher Schotte und tut alles, nach dem er unsere Geschichte von Calou gehört hat, dass wir uns in diesem einfachen aber sauberen Haus wohl fühlen. Cartagena gefällt uns auf Anhieb sehr gut und wir bummeln heute auch gleich durch die Altstadt. Am Abend essen wir an der Bocagrande im Carachol hervorragend. Die Besitzerin, eine nette ältere Dame kommt mit uns ins Gespräch und mit unserem immer noch recht dürftigen Spanisch erzählen wir von unserer Reise, warum wir hier sind und was mit Calou passiert ist.                                                    


Auf einer Stadtrundfahrt mit einem Doppeldecker Bus erfahren wir einiges über die Geschichte von Cartagena und können uns gleich etwas orientieren. Auf einem Stadtrundgang mit einer einheimischen Führerin lernen wir dann auch noch die wunderschöne Altstadt kennen und lassen uns einige Adressen von guten Restaurants geben. Das Nachtessen nehmen wir nochmals im Carachol ein. Wir wollen bezahlen und die Besitzerin bringt uns anstatt der Rechnung eine Visitenkarte mit der Bemerkung „You are our guests today“. Wir sind sprachlos und bedanken uns – nach einem Versuch, doch noch bezahlen zu dürfen – ganz herzlich. Bestimmt kommen wir wieder. Ein Schlummertrunk muss noch sein und wir setzen uns an eine Bar. Ein weiteres Ehepaar ist noch anwesend und bald merken wir, dass es ebenfalls Schweizer sind, er mit einem holländischen  Akzent. Mit Ottilie und Woulter kommen wir ins Gespräch und dürfen wieder einmal einen sehr netten Abend mit Reisebekanntschaften verbringen. Heute habe ich mich entschlossen, am Dienstag wieder nach Panama zu fliegen um Calou weiter zu suchen.


Kurzgeschichte 02/13 – Suche nach Calou – Unterstützung und Handling durch Copa Airlines
Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass die Uhren in Zentral- und Südamerikanischen Ländern anders ticken als in Europa und der Schweiz. Die Organisation ist bei weitem nicht so fortgeschritten wie bei uns. Wenn oberflächlich auch alles relativ gut zu funktionieren scheint, wie man sich das von einem internationalen Flughafen erwarten darf, bemerkt man beim genaueren Hinschauen folgendes:
Personal (auf allen Ebenen) ist schlecht ausgebildet und arbeitet ineffizient.
Kaderangestellte drücken sich, lassen sich nicht sehen oder verleugnen sich.
Schalterpersonal hat wenige Kompetenzen und kann keine Eigeninitiative entwickeln.
Am Flughafen gibt es unzählige Ämter und Stellen, die sich entweder überschneiden oder die nicht miteinander zusammen arbeiten, sich vielleicht sogar behindern oder ihren eigenen Machtbereich demonstrieren wollen.
Durch die geschilderten Umstände, insbesondere auch die Tatsache, dass zwischen den verschiedenen Stellen eine Koordination fehlt, ist die Lösung eines Problems, in diesem Falle das Suchen von Calou, sehr schwierig. Immer wieder geht wertvolle Zeit verloren. Wenn sich z.B. bei Copa Airlines die Ansicht durchsetzt, ja, man könnte tatsächlich auf dem Airfield nach Calou suchen, weil er dort zuletzt gesehen worden ist, dauert es Stunden, bis vom zuständigen Amt, ev. auch von den zuständigen Ämtern, die entsprechende Erlaubnis kommt.
Generell darf gesagt werden, dass sich das Schalterpersonal bei der Suche und Betreuung Mühe gegeben und sich eingesetzt hat. Vom höheren Management war nichts bis wenig zu hören.


2013ef Kolumbien - sf Panama/Tocumen - Suche nach Calou        km
11.02.2013/Mo    Cartagena0
12.02.2013/Disf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
13.02.2013/Misf Panama/Tocumen - ef Cartagena10
14.02.2013/Dosf Panama/Tocumen - ef Cartagena10
15.02.2013/Frsf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
16.02.2013/Sasf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
17.02.2013/Sosf Panama/Tocumen - ef Cartagena0

Wochenbericht  11.–17. Februar2013 / Cartagena/Kolumbien – Panama/Tocuman
Heute besuchen wir die Festung von Cartagena,ein eindrückliches Bauwerk mit einer wunderbaren Aussicht auf dieAltstadt von Cartagena und die umliegende Region. Das "Castillo de San Felipe de Barajas" in Cartagena ist diemächtigste historische Wehranlage in Lateinamerika. Es wurde von den Spaniernauf dem San Lázaro-Hügel zur Überwachung des maritimen Zugangs zur Stadterrichtet.


Drei Jahre nach der Gründung Cartagenas wurde im Jahr 1536 mit dem Bauvorhaben begonnenen, das bis zur endgültigen Fertigstellung fast 200 Jahre dauerte. Das Äußere wird beherrscht von dem Wachturm und der Artilleriestellungen. Im Inneren ist ein Gewirr aus Tunneln, Galerien, Kasematten, Fluchtwegen, Fallen, Pulverkammern und Sprengvorrichtungen für den Fall einer Eroberung durch den Feind. In den Kellern befanden sich auch die Verliese für die Gefangenen. Einziger Zugang ist eine Rampe, die von einer Zugbrücke gesichert wird. Die Gestaltung der Mauern sollte eine Einnahme der Festung von außen verhindern. Im Jahr 1984 nahm die UNESCO das Castillo zusammen mit der Altstadt von Cartagena de Indias in die Liste des Welterbes auf. Im Anschluss an die Besichtigung gehen wir zum Büro von Ernesto und Sonja de la Rota und müssen einiges an Papierkram erledigen. Morgen sollte Ernest Bob zum Hafen heraus holen können, da das Schiff in der Zwischenzeit angekommen ist.



Mit dem Taxi fahre ich am Dienstagmorgen zum Flughafen und fliege zurück nach Panama. Im Hotel Riande nehme ich ein Zimmer und begebe mich auf die Suche nach Calou. In der Zwischenzeit hat Daniela auch noch einen Tierkommunikator aus der Schweiz eingeschaltet. Calou soll es gut gehen und ich erhalte Informationen, wo er sich in etwa aufhält. Die Angaben decken sich auch mit denjenigen von Frau K.. Der Ort befindet sich in einem Gelände der Universität von Panama, Abteilung Agrarwirtschaft. Hier waren wir schon einmal letzte Woche mit Copa-Leuten. Diese wollten aber nicht nochmals rein, da anscheinend eine Bewilligung notwendig sei. Ich bin einfach rein, zu Fuss, habe mit einigen Arbeitern gesprochen und man hat mir die Erlaubnis gegeben ein- und auszugehen. Den Unterstand, wo sich Calou aufhalten sollte, habe ich schnell gefunden. Hier lebt eine Herde Ziegen und zahlreiche Schweine stehen oder liegen in einem grossen Stall. Ingenieure Lopez ist auch anwesend und erlaubt mir, das umliegende Gelände abzusuchen. Allerdings solle ich nicht in die Büsche wegen der Schlangen! Kein Calou weit und breit.  Ernest ist derweilen in Cartagena und versucht Bob aus dem Hafen rauszubekommen.  



Mit Victor, einem Taxifahrer fahre ich in die Stadt und hinterlasse Flyers im Balboa Yachtclub und im Hotel Albrook Inn. Alle sind bestürzt über die Tatsache, dass Calou weg ist. Gegen Abend fahren wir nochmals zum Universitätsgelände und können auch noch tiefer ins Gelände einfahren. Auch Ingenieure Lopez hat heute keinen Calou gesehen. Wieder ein erfolgloser Tag und trotzdem fasse ich wieder Mut nach folgendem Mail des Tierkommunikators: „Anbei nun die heutige Telekommunikation mit Calou. Ich glaube die Gespräche und die Engel haben Calou Mut gemacht. Er wirkt fit und läuft im Gelände umher. Anbei auch eine aktuelle Ortung. Aufgrund des Fotos mit Farah habe ich sie auch noch kurz angefragt. Sie sagte sie habe auch Kontakt zu Calou. Er sei aber "än glattä Vogel". Sie glaubt er sei so sehr mit sich beschäftigt gewesen, dass er Susanne gar nicht wahrgenommen habe. Sie glaube aber, dass wir schon am richtigen Ort suchen würden und dass wir kurz vor dem Ziel seien.“


Die heutige Suche konzentriere ich wieder rund um den Flughafen und tatsächlich bekomme ich am Nachmittag die Meldung, dass Calou gesehen und auf dem Flughafendach auch fotografiert wurde. Obwohl ich im Flughafengebäude war, ruft man mich nicht, sondern versucht Calou einzufangen. Natürlich erfolglos und er ist wieder abgehauen…. aus lauter Angst nehme ich an.


Die starten sofort eine Suchaktion per Helikopter!!!! Aber bitte, wie findet man von oben einen Hund in einem Gebiet mit viel Grünzeug und im ärmlichen Ort Tocumen, alle Häuser ineinander geschachtelt, mit vielen streunenden Hunden, viele gleich gross wie Calou und mit ähnlicher Fellfarbe…… Ich bin total sauer aber auch erleichtert, Calou lebt. Aber auch meine Suche bleibt erfolglos. Ich beschliesse, die heutige Nacht auf dem Flughafen zu verbringen. Jemand hat herausgefunden, wo und wie Calou auf das Dach des Flughafens gelangt ist. An diesem Ort harre ich von abends 22 Uhr bis morgens 8 Uhr aus. Eine streunende schwarze Hündin leistet mir Gesellschaft und frisst natürlich auch das für Calou bestimmte, ausgelegte Futter. Zudem klaut die mir noch einen Hotdog aus der Tasche – wäre auch für Calou gewesen. Calou taucht aber heute Nacht nicht auf.
Ich nehme mit der Hundetrainerin Kathy per Internet und Telefon Kontakt auf und bitte sie mir bei der Suche zu helfen. Sie spricht sehr gut englisch und ist mit der Gegend vertraut. Sie will ebenfalls die Organisation Angels of Animals einschalten. Kathy will morgen vorbei kommen ins Hotel und wir wollen das weitere Vorgehen besprechen. Ich gehe wieder ins Unigelände, suche und rufe und gehe zu Fuss zurück zum Hotel in der Hoffnung, Calou nimmt meine Spur auf. Bis spät um Mitternacht bin ich wieder auf dem Flughafen – immer noch kein Calou.l



Mit Kathy fahren wir im Dorf Tocumen herum und suchen nach Calou. An vielen Orten bringen wir weitere Flyers an und erkunden uns, ob Calou gesehen wurde. Drei Jungs sind tatsächlich der Meinung, sie hätten Calou gesehen. Wir geben ihnen den neuen Flyer mit dem Vermerk eines Finderlohns von US 500.- und sofort machen sie sich mit grossem Gegröle auf die Suche…..  so fängt oder findet man bestimmt keinen Hund.
Ich habe schon das Gefühl, dass ich immer zur falschen Zeit am falschen Ort bin nachdem ich folgende Meldung per Mail erhalten habe: „Hallo Frau Lang - Man sollte auf das Dach des Flughafens steigen und mal sehen wo der Kerli hinauf und hinunterkommt. Er war nämlich letzte Nacht so ca. um 3.00 Uhr wieder auf dem Dach. Sagen sie das Mal ihrer Freundin. Ich wünsche ihnen einen schönen Abend. EL“.
Heute muss Kathy arbeiten. Sie arbeitet bei Copa als Hostess und erzählt mir, dass sie bereits am zweiten Tag nach dem Verschwinden von Calou der Direktion von Copa ihre Hilfe angeboten hat. Sie meint, als Hundetrainerin hätte sie gute Chancen gehabt, Calou schneller zu finden. So suche ich heute selber weiter und begebe mich erst einmal zum Parkplatz beim Flughafen und dann zurück zum Hotel. Am Nachmittag setze ich mich in den Garten und versuche mein Buch zu lesen. Ich werde langsam müde und kann immer noch nicht gut schlafen in der Nacht.  

Kurzgeschichte 03/13 – Gespräche zwischen Tierkomunikator Paul und/Calou vom 11.und 12.02.2013
11.02.2013: Erster Eindruck: Calou wirktgefasst, sehr müde und hungrig.
Hallo Calou. I bi däPaul, än Tierkommunikator. Dini Familie hät mich beuftreit mit Dir Kontakt ufz'neh. Wötsch mit mir redä?

Jo.
Wie gots Dir?
Müed. I chan do nödguet schlofä, han immer eis Aug offä und fühl mi do nöd so wohl ällei.
Dini Familie vermisstDich sehr und sie wönd Dich unbedingt finde.
Wo sind sie dänn? Isueche sie scho sit Tagä! Die Mensche händ mini Box g'öffnet und i han denktsie chömed mich döt go holä. Sie sind aber nöd döt gsi und dänn bin i wegglaufäund han sie gsuecht. I han sie gspürt, sie sind ganz i minere Nöchi gsi, aber ihan döt nöd here chöne.
Die Mensche döt händDini Familie nöd zu Dir loh, sie händ alles versuecht. Das sind Regle wo mir aunöd verstönd... Chasch Du üs beschriebä wo Du jetz bisch?
Jo i glaub scho.
Bisch Du wiet vomFlughafä wegglaufä?
Nei. Aber es isch mirdöt z'lut gsi und äs sind überall Auto umägfahrä und i han nirgends Ruhegfundä.
Chasch mir beschriebäwo Du durä bisch?
Zerscht bin i in eregrossä Hallä gsi, wo überall Chischtä und Karton umägstandä sind. Nochher bin idöt zur Türä us uf än Platz cho wo umgeh gsi isch mit ämä grossä Zaun. Döt sindaber immer Lastwägä inä und usägfahrä und i han eifach chönä usäspatziere. I bidänn dä Stross noglaufä. Die Stross hät nur eimol ä Kurve gmacht und isch dännmehr oder weniger grad verlaufä. Links und Rechts häts kargi Wiesä. Die Strossführt vom Flughafä weg.
Isch das äteereti Stross gsi oder mit Chies oder eifach Erde?
Zerscht isch sieteeret gsi, dänn Erde. Isch ä recht staubigi Sach do.
Wo bisch dänn here?
Eifach dä Stross nobis zu ä paar Barackä. Döt sind mängisch äs paar Mensche, aber sie sind nöd däganz Tag döt. Döt stönd Auto umä und än Traktor. I liegä jetzt unter ämä chlinäHüsli mit Blechwänd und Dach. Es isch nöd ganz so höch wie än Mensch und dostoht au ä Maschine, weiss aber nöd was das genau isch. Und äs hät än grossäPneu do. Die Maschine isch ziemlich roschtig und dä Pneu isch scho alt. Es ischzwor heiss do, aber wenigschtens git mir dä Unterstand chli Schattä.
Wie lang bisch Du öpäglaufä bis döt härä?
Hm, viellicht ä halbStund. Aber i han immer wieder umeglueget und d'Umgebig erkundet.
Chasch üs d'Distanznenne?
Also i gseh däFlughafä immer no. Au d'Flügerghör i do. Abernümä so luut wie uf däm Platz bim Flughafä.
I welliHimmelsrichtig bisch denn glaufä?
I bi mir nöd sicher,glaub Oschtä. I bi aber nöd so dä Hirsch mit Himmelsrichtigä.
Dini Familie hätFlyer usghänkt am Flughafä, damit Dich d'Lüüt erkenned. Isch es Dir möglichzrug z'go zu däm grossä Gebäude und Dich döt dä Mensche z'zeigä? Sie wüsseddänn wer Du bisch und sie holled dänn grad Dini Familie. Vielleicht versuechedsie Dich feschtz'haltä oder i'zfangä. Gang doch eifach zrugg döt zumFlughafä-Gebäude und blieb ganz nöch döt zue. Wenn Dini Familie chunt go luegewirsch sie ghörä.
Hm, i weiss nödrecht. I han kei Vertraue i die Mensche.
Das verstohn i Calou.Aber wenn Du Dini Familie schnell möchtsch wieder gseh, dänn wär das sicher dieschnellscht Variante. Wenn Dich d'Mensche döt gsehnd, rüefeds Dini Familie gradund sie händ mir gseit, sie chönd innert ärä Stund döt bim Flughafä si. Vertraumir Calou. I schickä Dir än Engel wo Dich zu dä richtigä Mensche leitet und Dirhilft, dass Du schnell wieder zu Dinere Familie chunsch.
Ok. I gang döt zumFlughafä zrugg und zeig mi dä Mensche. Schick mir viel Kraft und Muet. Dasbrucht chli Überwindig für mich.
Klar, das mach i!  Bruchsch Du süscht no öpis?
Nei. I möcht eifachzu minere Familie zrugg. Säg ihnä, sie sölled so än Stick mitbringä, wo i sogern han. - Und Wasser!
(Er zeigt mir einTrockenfleisch-Stick. Sieht aus wie ein Würstchen...) Klar, i säg ihnä das.
Dankäfür s'Gspröch.
 12.02.2013: Erster Eindruck: Calou wirktmüde und auf eine gewisse Art aber auch entspannt. Es wirkt so, als erwarte erseine Familie und freue sich auf das baldige Wiedersehen.Hallo Calou. Dörf i nomol mit Dir redä?
Klar.
Wie gots?
Müed! Es isch soooheiss do, das schafft mi richtig.
Wo bisch dänn jetzt?
Unter däm Unterstand,won i Dir geschter beschriebe han.
Bisch nöd zumFlughafä gangä?
Doch. Geschter z'Obighät mich än jungä Maa vo do vertriebä. Er hät mich mit ämä Stock weggjagt.Zerscht hät er mir äs Brötli mit Butter geh zum fresse und won er wieder zu däBarackä us cho isch, hät er mir gseit im müess jetz go. Dänn hät er mi mit ämStock weggjagt. I bi sofort ufgstandä und bi ä chli vo dä Barackä wegglaufä unddas hät ihm schoglanget. Wäli dänn sowieso scho uf dä Bei gsi bin, bin i zumFlughafä glaufä. Es sind äs paar Lüüt döt gsi und i bi zu dä eintä here. Ä Frauhät mich gstriechlet, isch aber dänn is Auto gstiege und weggfahrä. Uf äräandere Sietä hät än Maa Chübelsäck in än Lastwagä gladä. Au dä hät mi nödrichtig wohrgnoh. I han dänn kei Luscht meh gha und bi wieder zrugg. Jetzt warti do. I gseh vo do uf dä Weg (Stross) und würd gseh, wenn mini Familie chunt. Ifreu mi riesig uf sie!
Ok. Dänn blieb jetzbitte döt bi däm Unterstand. Mir glaubed z'wüssä wo Du bisch und händ Dichuspendlet. D'Susanne chunt hüt um dä Mittag umä mit äm Flüger a und chunt Dichgo hollä. Los und gspür bitte ab äm Mittag ganz fescht, öb Du sie wohrnimmsch.
Klar, das mach i.
Wenn Du sie gspürsch,chasch ihrä jo au in Richtig Flughafä entgegelaufä.
Mach i.
Also, dänn wünsch iEu beidnä viel Erfolg, dass ihr Eu ganz schnell finded und Du wieder bi däFamilie bisch.I schicke Dir nod'Engel, damit sie Dich und d'Susanne leited und Eu zämä führed. Übrigens,d'Susanne hät s'Würschtli däbi! ;-)
Dankä.:-) 13.02.2013: Erster Eindruck: Calou wirkt heutewieder etwas fiter als gestern. Ich habe das Gefühl er hat irgendwogefressen...Hallo Calou. Dörf inomol mit Dir redä?
Jo.
Wie gots?
Hüt gots mir guet! Biam umäspatziere...
Wie meinsch das?
I mag nümä umähockäund warte. Drum bin i jetzt am umäluege. Chunt d'Susanne hüt mich go hollä?
Klar! Sie sehnt sichsehr noch Dir! Chasch Du üs sägä wo Du bisch?
Hüt Morge frühe bin iwieder bi därä Baracke gsi. Döt isch ä jungi Frau gsi. Sie hät blaui Hosä(vermutlich jeansartig) a und ä knallrots Oberteil. Sie hät mir öpis z'Fressegeh und isch öpis go holä und dänn grad wieder weggfahrä mit äm Auto. Sie hätmir au chli Wassergeh vo ihrer Trinkfläschä.
Und wo bisch dännjetzt?
Am Umälaufä...
Dörf ich Dich orte?
Klar, aber i bi amlaufä...
Hm, das wird schwierig.Chasch Du zum Flughafägebäude härä cho? Döt wo dä gross überdacht Parkplatzisch? Lauf doch am beschte is Flughafägebäude. Die Lüüt vo dä Fluggsellschaftkenned Dich jo und äs hät überall Flyer vo Dir. D'Mensche werde Dich sichergseh und dä Susanne rüefe.
Häsch gmerkt, dass iwieder Muet gfasst han, gell? Weiss nöd öb i scho so viel Muet han, aber iversuechs mol. Allerdings muess i zerscht wieder luege, wie i döt fürä chumä...
Dä Stross no? ;-) Schmöckscheigentlich nüt vo dä Susanne? Sie isch geschter stundälang bi däm Weiher und bidänä Barackä umäglaufä. Findsch kei Spur vo ihre?
Hm, nei. I schmecksie nöd...
Hm... Dänn händ mirvermuetlich di Falsch spur vo Dir... Bisch dänn Du jetz i dä Nöchi vomFlughafä?
Jo. I gseh d'Flügeramigs landä und startä...
I tuen Dich jetznomol ortä und gib dä aktuelli Standort dä Susanne durä. Versuech bitte zumFlughafägebäude z'cho. Döt wo viel Mensche mit Koffere durelaufed.

Anmerkung sf: Calou wurde am 14.2. auf dem Dach des Flughafens gesehenund fotografiert – er ging zurück zum Flughafen!!


2013  Cartagena/Kolumbien - Panama/Tocumen            km
18.02.2013/Mo   sf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
19.02.2013/Di           sf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
20.02.2013/Misf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
21.02.2013/Dosf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
22.02.2013/Frsf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
23.02.2013/Sasf Panama/Tocumen - ef Cartagena0
24.02.2013/Sosf Panama/Tocumen - ef Cartagena0

Wochenbericht  18.–24. Februar 2013 / Cartagena/Kolumbien – Panama/Tocumen
Von Jorge bekomme ich die Meldung, dass Calou heute Morgen wieder in der Nähe der Cargoaera gesichtet wurde. In dieser Gegend werden auch die Mahlzeiten für die Flüge vorbereitet und es fällt immer etwas für streunende Hunde ab. So fahre ich mit dem Shuttlebus zum Flughafen. Wieder ist natürlich eine Bewilligung notwendig damit ich ins Flughafengelände darf. Nach etwa zwei Stunden fahren zwei Copamitarbeiter mit mir zum Busdepot. Von dort aus geht es mit einem grossen Bus zur Cargoaera und zum Gate 15. Den Bus darf ich zwar verlassen, darf mich aber nicht davon entfernen und so bleibt mal wieder nur rufen und pfeifen. Nach einer guten Stunde fahren wir wieder, ohne überhaupt einen Hund gesehen zu haben, zurück zum Busdepot. Wieder eine erfolglose Suche. Soll ich glauben, wo Calou anscheinend überall gesehen wird, müsste er sich in einem sehr grossen Radius bewegen. Nur glaube ich nicht immer daran, dass es sich beim vermeidlich gesehenen Hund tatsächlich immer Calou handelt.
Manchmal können wir auch einige Witze per SMS machen – dies wohl zu unserer aller Aufmunterung! SMS von Daniela: „Gerade habe ich von Frau K. eine Ortung erhalten: Bei den Bäumen rechts vom Hotel, also ganz nahe bei Dir. Calou hat wohl ein gutes Hundeleben. Susanne in der Nähe und eine Hündin die er vielleicht decken kann. Die schwarze Hündin hat vermutlich kein festes Zuhause. Wenn die Hündin läufig ist, wird Calou so lange nachgehen, bis er darf. Hat er denn noch nicht gemerkt, dass es nicht Farah ist!“. Meine Antwort:
„Calou ist ein Blödmann, ich weiss!“ Daniela: „Dä Foifer und s Weggli. Und danach hast du viele kleine Calous die Du zum Distelweg bringen kannst und dazu eine neue schwarze Hündin. Ich beantrage schon mal einen eigenen Robidog!  (Dies ist die schwarze Hündin, mit welcher her herumgezogen ist!) 


Kathy und ich sind wiederum auf der Suche im Dorf Tocumen. Ich habe das heulende Elend und weine wie ein Schlosshund ob all der erbärmlichen Kreaturen. Mitten auf der Strasse finden wir ein Hundebaby, geschätzte 2 Wochen alt. Das arme Tierchen ist voller Flöhe, Läuse und Zecken. Kathy zögert nicht, steigt aus dem Auto und packt den kleinen Hund ins Auto.  Es bekommt von uns gleich einen Namen und wird Calouha genannt. Dann bekommen wir noch eine ganz erbärmliche Kreatur in einem Garten zu Gesicht. Der Hund liegt in der Sonne, ist bis auf die Knochen abgemagert, hat kein Fell mehr und wird offensichtlich nicht gefüttert und es steht  weit und breit auch kein Wassertopfit.


Es gibt da auch noch zwei andere Hunde, die sind gut genährt. Kathy spricht mit den zwei anwesenden jungen, sehr ungepflegten Frauen und bringt in Erfahrung, dass der arme Hund ihrem Onkel gehört. Die Hündin wird nicht mehr gefüttert weil sie krank ist! Kathy fragt, ob wir das Tier mitnehmen können und zum Tierarzt bringen dürfen. Dagegen hat niemand etwas einzuwenden und Kathy trägt das Tier ins Auto. Es kann nicht einmal mehr alleine stehen, so schwach ist es. Es muss eine recht grosse und stattliche Hündin gewesen sein.  Auf der Fahrt zum Tierarzt taufen wir den Hund Xenia Ophra. Beim Tierarzt ist man ebenfalls sehr erschüttert über den Zustand des Tieres. Sie wird erstmals gebadet und dann untersucht, geimpft und gefüttert. Leider sind die Chancen nicht sehr gross, dass das Tier überleben wird – aber die Tierärztin Frau Dr. Letti versucht alles. Der Hund wird in eine grosse, mit Decken ausgelegte Box gelegt und schläft erschöpft ein.


Gegen Abend kann ich noch an einem Schutzhundetraining von Azael, Kathys Mann, teilnehmen. Ebenfalls zugegen sind Gerardo und Erika, Journalisten/Fotografen. Grundsätzlich machen sie eine Reportage über das Schutzhundetraining. Als sie von der Geschichte von Calou hören, wird sofort auch ein Interview mit mir gestartet – soll im Fernsehen ausgestrahlt werden. Kathy bringt mich zurück zum Hotel und ich gehe wieder auf die Suche nach Calou, er soll in der Nähe des Flughafens beim Bach sein, bekomme ich per SMS zu wissen. Wieder ein Tag, ohne Calou gesehen zu haben. Am Abend telefoniere ich mit Ernest und sage ihm, dass ich mit meinen Nerven langsam am Ende bin und so oder so die Reise nicht mehr weiter machen möchte.  Wieder bin ich mit Kathy unterwegs, im Unigelände, in Tocumen und auf dem Flughafen. Gegen Mittag fahren wir zu ihr nach Hause und ich lerne auch ihre kleine, 7 jährige Tochter Sarah kennen.


Im netten Einfamilienhaus wohnt Kathy mit ihrer Familie. Ebenfalls zur Familie gehören mindestens 7 Hunde, ein grosses Pittbullweibchen namens Ashley, diverse Chihuahuas, ein Pinscher und ein Dobermann.  Azael ist berufsmässig Hundetrainer. Er bildet Schutzhunde für Sicherheitsfirmen oder auch amerikanische Familien aus. 


Nach dem Mittagessen nimmt mich Kathy mit zuzwei Trainingsstunden bei amerikanischen Familien. Bei der ersten Stunde holtKathy den Hund bei der Familie ab und sie trainiert den Hund gleich vor demHaus in der parkähnlichen amerikanischen Wohnsiedlung. Dem Hund wird „Sitz“ und„Fusslaufen“ beigebracht – ohne Besitzer! Die Stunde dauert etwa 20 Minuten unddafür bekommt Kathy 50 Dollar – kein schlechter Stundenansatz für Panama. Beider zweiten Familie wird der junge Labrador gleich im kleinen Einfamilienhausgarten„trainiert“ – auch er lernt „Sitz, Platz“ und wird an die Leine gewöhnt. Auchhier wieder ohne Besitzer! Andere Länder, andere Sitten! Am Abend machen wirzusammen mit Azael eine „Tour“ Rund um den Flughafen. Wir begeben uns auch zurCargoaera und zum alten Flughafengebäude. Hier können wir uns sinnigerweisewieder einmal frei bewegen. Auch beim Gate 15 wird noch ein Halt eingeschaltet-  irgendwo muss Calou doch sein – aberauch heute keine Spur von ihm! Habe mit Ernest abgemacht, dass ich noch bisSonntag suche und am Montag dann nach Cartagena fliege. Kathy und eine Samantha(treffen wir morgen) werden Calou weiter suchen und sie ist immer nochüberzeugt, dass er gefunden wird. Leider ist heute die grosse Hündin in derTierklinik für immer eingeschlafen.          
Zu dritt sind wir heute Freitag auf der Suche in den gewohnten Gebieten.Auf dem Unigelände waren wir bei Mr. Lopez – Kathy überlegt sich, Schafe zukaufen. Zusammen mit Azael besitzt sie ein 6000m2 grosses Gelände ausserhalbder Stadt wo einige Schafe Platz hätten. Auf diesem Gelände trainiert Azaelseine Hunde.  Calouha, der kleineBabyhund ist jetzt bei Samantha und ihr geht es sehr gut und sie gedeihtprächtig. Bis Mittag sind wir unterwegs und leider keine Spur von Calou. AmNachmittag um 14 Uhr habe ich ein Treffen mit Mr. M. (Direktor) vereinbart.  Ich stehe um 15 Uhr immer noch amverabredeten Ort. Ich koche vor Wut und kann einfach nicht verstehen, dass manmich so hängen lässt.  Jorge versucht,ihn aus dem Büro zu locken, aber er zeigt sich nicht. Dafür schickt er Mr. L.,verantwortlich für den Gepäckservice. Als er mich sieht, ist er sehr erstauntund meint, er hätte gehört, dass Calou schon lange gefunden sei und die Sacheerledigt wäre – so viel zur internen Kommunikation von Copa Airlines! Ich willheute den Kennel von Calou mitnehmen, damit ich ihn am Sonntag Kathy abtretenkann. Der Kennel steht in einem Büro der Copa und ich werde mal in denAufenthaltsraum der Copa-Mitarbeiter (Boden- und Flugpersonal) gesetzt undbekomme einiges mit, was da gesprochen wird. Mir macht es den Eindruck, dassdie Stimmung sehr schlecht ist und auch meine Anwesenheit hält keinen davon abüber andere zu schimpfen und zu lästern. Mit dem Kennel fahre ich im Shuttlebuszum Hotel. Ich muss wieder heulen was das Zeug hält. Nach einem Gespräch mitErnest geht es mir etwas besser und ich setze mich in den Garten und trinkeeinen Fruchtpunsch ohne Alk – mein Standartgetränkt in den letzten Tagen. GegenAbend marschiere ich nochmals zum Unigelände, pfeiffe, rufe – kein Calou. Geherelativ früh ins Bett, denn morgen um 06.30 Uhr gehen wir wieder auf Tour,zusammen mit Samantha und weiteren zwei Frauen von Sinaproc, einerOrganisation, welche unter anderem gefundene Hunde aufnimmt und weitervermittelt. Kathy hat am Samstag und Sonntag Dienst und ich werde sie erst amSonntagnachmittag wieder sehen.



„Calou ist im oder auf dem Flughafengebäude, vielleicht hat er das Fressen entdeckt - Viel Glück bei der Suche“ schreibt Frau K. So fahren wir alle zusammen zuerst zum Flughafen und dann wieder nach Tocumen. Irgendwie haben die Frauen von Sinaproc und Samantha nicht ganz die gleiche „Wellenlänge“ und bald sucht jeder für sich! Samantha zeige ich, wo Calou im Flughafenareal aufs Dach des Flughafengebäudes gelangen kann. Wir marschieren einfach auf die Baustelle. Niemand nimmt von uns Kenntnis oder wundert sich, was da zwei Frauen auf der Baustelle machen. Samantha spricht einige Arbeiter auf Calou an und drückt denen Flyers in die Hand. Einer meint, Calou kürzlich gesehen zu haben – Hoffnung keimt auf.
Die ganzen Nächte habe ich natürlich nicht gut geschlafen und bin immer früh wach. So gehe ich wieder um 5 Uhr, ist noch dunkel, auf das Unigelände. Mit der Zeit habe ich die Furcht vor Schlangen und anderem Getier verloren und wage mich auf einer Nebenstrasse recht nahe zum Weiher und zum Tierunterstand. Trotzdem erschrecke ich kurz, da auf einmal ein Pferd etwa 2 Meter neben mir steht – ich habe es absolut nicht gehört und auch als es wegläuft ist nichts zu hören. Bevor ich wieder ins Hotel gehe, mache ich noch eine Tour rund um das Hotelgelände, irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass Calou in der Nähe sein muss. Jorge ruft an und meldet, dass er immer noch sucht und wir die Hoffnung, Calou zu finden, nicht aufgeben sollen. Gegen Abend kommen Kathy, Sarah und Samantha ins Hotel und holen den Kennel ab. Mir ist elendig zu Mute als der Kennel in das Auto verfrachtet wird. Wir verabschieden uns alle unter Tränen und die Frauen geloben, Calou zu finden – ihre Zuversicht und Ihr Glaube sind bewundernswert. Natürlich hoffe ich auch insgeheim, dass Calou gefunden wird. Genehmige mir einen Drink an der Bar – mit Alkohol!

Kurzgeschichte 04/13 – Meine Zeit ohne Susanne in Cartagena
Dieser Bericht wird noch nachgeliefert/ef.


2013 Cartagena/Kolumbien                                          km
25.02.2013/Mo           Panama - Flug nach Cartagena15
26.02.2013/Di          Cartagena0
27.02.2013/MiCartagena0
28.02.2013/DoCartagena10
01.03.2013/FrCartagena0
02.03.2013/SaCartagena - Ausflug Baru0
03.03.2013/SoCartagena0

Wochenbericht  25. Februar – 03. März 2013 / Panama - Cartagena/Kolumbien
Mit dem Shuttlebus fahre ich zum Flughafen. Viele Shuttlebusfahrer, die unsere Geschichte mit Calou kennen, sind mit mir traurig, dass er nicht gefunden wurde. Einige von ihnen haben sich an der Suche ebenfalls beteiligt und während ihren Fahrten Ausschau gehalten. Nach dem Check-in gehe ich zum Gate und mich übermannt wieder das heulende Elend. Genau an dem Gate, wo Calou das letzte Mal auf dem Dach gesehen wurde, muss ich in den Flieger. Dazu kommt noch, dass meine Boardingkarte von Elsy kontrolliert wird. Sie sagt lediglich „hi“ – kein Wort der Entschuldigung oder des Bedauern über den Vorfall, nichts. Sie ist diejenige, welche Calou am 4.2. aus dem Kennel gezerrt hat. Irgendeine Reaktion hätte ich schon erwartet.


Der Flug ist ruhig und kurz. Am Flughafen holt mich Ernest ab – er kommt mit Bob. Irgendwie ist es wie ein Nachhause kommen – nur eben, einer fehlt! Ernest hat in der Zwischenzeit einige Reparaturen vorgenommen und schon einige Nächte im Fahrzeug geschlafen. Bob wurde an der Wohnkabine und bei der Aufhängung während der Überfahrt von Colon nach Cartagena leicht beschädigt. Wir fahren zum Strand. Es windet stark, was aber sehr angenehm ist in Anbetracht der Temperatur von etwa 32 Grad. Ernest ist bereits mit Ernesto de La Rota in Kontakt getreten und hat den Rücktransport von Bob nach Europa organisiert. Bob soll am 1. März im Hafen abgegeben werden für die Abfahrt am Sonntag, 3.3. So bleibt uns noch Zeit, das Fahrzeug „schiffstauglich“ zu machen. Die Nacht verbringen wir auf einem Hinterhof bei Tom auf einer Baustelle.
Bob lassen wir nochmals einen Tag auf dem Baustellengelände stehen und begeben uns zu Fuss zum Frühstück bei McDonald. Die Internetverbindung ist dort sehr gut. Am frühen Nachmittag steigen wir nochmals in den Stadtrundfahrtenbus und fahren in die Stadt. Entlang der Stadtmauer steht ein anderes Wohnmobil und wir entscheiden, morgen ebenfalls hierhin „umzuziehen“.



Mit Bob fahren wir zu einem  Shoppingcenter um Geld zu beziehen und dann weiter an die Calle 31 zur Stadtmauer und parken dort. Hinter der Stadtmauer auf gleicher Höhe befindet sich das 5-Sterne-Hotel Charleston Santa Teresa mit guter Internetverbindung. Hier genehmigen wir uns leckeren Apéro und nehmen auch gleich das Nachtessen ein. Da Bob grundsätzlich am 3.3. verschifft werden soll, suchen wir noch eine Bleibe für die Zeit bis zu unserem Abflug. Zu Fuss begeben wir uns zum Quartier „Getsemani“ und klappern einige, im Lonely Planet aufgeführte Hostals ab. Keines kann uns überzeugen und wir entschliessen uns, die letzten Nächste dann wieder im Pueblito Playa zu verbringen.



Von de la Rotas erfahren wir gegen Abend, dass  Bob doch nicht am 3.3. verschifft wird – das nächste Schiff geht erst am 18.3.! Da wir aber in der Zwischenzeit unsere Flüge zurück in die Schweiz gebucht haben, muss Bob vor unserem Abflug am 7.3. bereits zum Hafen gebracht werden. Ein Fahrzeug darf nur vom Besitzer, welcher im Fahrzeugausweis eingetragen ist, kurz vor der Abfahrt des Schiffes in den Hafen eingefahren werden – ein gröberes Problem, das noch gelöst werden muss. Heute sind Kreuzschifffahrt Touristen in der Stadt unterwegs und die Kutschen und Restaurants haben Hochbetrieb. Ebenfalls an der Calle 31, wo unser Bob steht, herrscht ein reger Betrieb. Hier warten alle Touristenbusse, welche die Gäste dann wieder zurück zum Kreuzfahrtschiff bringen – wir werden gerade mal noch so geduldet.


Ein junger Mann klopft an unsere Tür und stellt sich als Alberto vor. Er zückt seine Schweizer ID und erklärt uns, dass er sowohl Kolumbianer, Italiener und Schweizer ist.  Mit seiner Freundin lebt und arbeitet er seit einigen Jahren in Cartagena. Seine Mutter besitzt auf der Halbinsel Baru, in der Nähe des Parque National Natural Corales del Rosario ein Hotel, dieses wiederum wird von seinem Bruder geführt. Natürlich erzählen wir bei ein paar Dosen Bier unsere Geschichte von Calou und auch, dass es mit Ernesto de La Rota nicht ganz so läuft wie es sollte. Alberto bietet sich an, mit ihm zu sprechen. Zudem lädt er uns spontan auf ein Wochenende auf die Insel Baru ein. Wir wollen uns dies noch überlegen, da wir uns nicht so sicher sind, dass wir Bob zwei Tage alleine hier mitten in der Stadt stehen lassen wollen.
Nach einem weiteren Bummel durch die Stadt fahren wir nochmals ins Büro von de la Rotas und erfahren, dass wir Bob möglicherweise am Dienstag in den Hafen fahren können, Abklärungen würden laufen. Einen Teil des Papierkrams sollen wir bereits versuchen am Montag zu erledigen. Das ganze Prozedere sei zwar etwas schwierig, da es grundsätzlich nicht möglich sein, ein Fahrzeug so lange im Hafen stehen zu lassen, aber er tue sein Bestes. Er teilt uns auch noch mit, dass das Schiff, welches am 18.3. unseren Bob hätte mitnehmen sollen, Cartagena nicht anläuft und die Abfahrt mit dem nächsten Schiff erst am 23.3. erfolgen soll!


Ernesto fragt so ganz nebenbei, wer dieser Alberto sei, der in unserem Namen angerufen hat. Wir erklären, dass es unser Kolumbianischer Freund ist, den wir schon länger kennen würden!  Es ist gut Freunde zu haben, denn auf einmal geht es konkret vorwärts. Am Samstagmorgen früh fahren wir mit einem Taxi zum Hafen Santa Cruz, wo wir mit Alberto verabredet sind. Wir haben uns entschlossen, für einen Tag zusammen mit Luce und Alberto zur Halbinsel Baru zu fahren. Ein schnittiges, topmodernes Speedboot mit ca. 30 Sitzplätzen fährt uns in ca. 1.5 Stunden, zuerst durch die Lagune vorbei an der Landzunge Bocagrande, zwischen dem Castillo de San Jose und San Fernando auf die offene, ruhige See zur Halbinsel Baru. Hübsche kleine Hotels und Anwesen säumen die Küste. Wir werden wahrlich fürstlich verpflegt. Zuerst gibt es ein feines Frühstück und nach einer ausgiebigen Siesta im Liegestuhl am kleinen Sandstrand ein kulinarisch hochstehendes Mittagessen.


Es ist wie ein Ferientag in der Karibik, Ernest schläft und ich lese in meinem historischen Roman „Die Erben der schwarzen Flagge“. Gegen 16 Uhr werden wir abgeholt und mit dem Boot geht es wieder zurück Richtung Cartagena.


Alberto und Luce bleiben noch bis Sonntagabend. Zuerst fahren wir an der legendären Baru-Wasserdisco vorbei. Hier stehen heute nur einige wenige Yachten, alle mit ihren grossen Musikanlagen, angetaut bei den Palapawasserbars. In der Hochsaison soll hier der Teufel los sein. Jedes Boot versucht die Lautstärke der Musik der anderen Boote zu überbieten und die jungen Menschen feiern Party auf ihren Schiffen wie an keinem anderen Ort in Kolumbien.


Die See ist unruhig geworden und wir fahren im schnittigen Tempo durch und über die hohen Wellen – der Kapitän hat sein Boot absolut im Griff und trotzdem wird ein Grossteil der Gäste nass, sehr nass sogar. Es war ein toller, abwechslungsreicher Tag – wir haben es genossen und konnten unseren Kummer um Calou etwas vergessen. Langsam müssen wir daran denken, Bob reisefertig zu machen. Da wir so langsam von den vielen Bussen mit den Kreuzfahrergästen eingekesselt werden, entschliessen wir uns, den Platz zu verlassen und erst einmal zu versuchen, irgendwo unsere Tanks zu entleeren. Kein einfaches Unterfangen, da wir bis anhin noch keine Tankstelle mit Dumpingstation gefunden haben. Wir fahren nordwärts, manchmal durch überflutete Strassen.


. Das Meer ist sehr rauh und die Wellen überspülen teilweise sogar die Küstenstrasse. Bald aber entdeckt Ernest eine Baustelle mit Kiesgrube – ein idealer Ort. Es ist niemand zugegen und so ist diese Sache schnell erledigt. Grundsätzlich wollen wir einen anderen Platz aufsuchen um dort die Reinigungsarbeiten zu beginnen. So fahren wir die „Stadtrundfahrtenstrecke“ ab – diese haben wir langsam intus. Wieder bei der Altstadt angelangt sehen wir erfreulicherweise, dass alle Busse schon wieder weg sind und so stellen wir uns wieder an unseren Stammplatz. Nach getaner Arbeit gibt es wieder ein feines Nachtessen in der Altstadt.

Kurzgeschichte 05/13 – Geschichte von Cartagena
Die Stadt wurde am 1. Juni 1533 von Pedro de Heredia gegründet. Sie gilt in der Geschichte als eine der ersten spanischen Stadtgründungen im Norden Südamerikas und erlebte ein schnelles Wachstum als wichtiger Hafen für die Schifffahrt des Kontinents. Die spanische Flotte kam zweimal jährlich von Sevilla oder Cádiz nach Cartagena, um hier spanische Waren wie Waffen, Rüstungen, Werkzeug, Textilien und Pferde zu vermarkten und Gold, Silber, Perlen und Edelsteine zu laden, bevor sie nach Puerto Bello und Santo Domingo den Weg fortgesetzt hat.
Auch die niederländischen und englischen Sklavenschiffe, soweit sie überhaupt in spanische Häfen in Amerika einlaufen durften, mussten nach Cartagena. Aus diesem Grund wurde Cartagena häufig von Piraten attackiert und geplündert, beispielsweise 1585 durch Sir Francis Drake, 1697 von Sir Bernard Desjean, Baron de Pointis und Jean Baptiste Ducasse. Nach dem Einfall Drakes befestigten die Bewohner die Stadt durch einen 11 km langen Schutzwall und die riesige Wehranlage San Felipe. Die Einfahrt in die Bucht säumten fortan zwei Forts, San José und San Fernando, die nur schwer zu überwinden waren.



Auch die Kirchen in der Stadt gleichen Wehrbauten. 1575 bis 1585 wurde an der Kathedrale gebaut, 1570 bis 1612 wurde das Kloster Santo Domingo errichtet; im 17. Jahrhundert kam das Jesuitenkloster La Compania hinzu. Schon 1610 wurde die spanische Inquisition auch in Cartagena eingeführt, die 1770 einen eigenen Palast bezog und hier eine mächtige Rolle spielte. Cartagena wurde als die Perle von Las Indias bezeichnet, galt nach einem Überfall englischer Piraten 1741, gegen den sich Cartagena behaupten konnte, zeitweilig als uneinnehmbar und als das Beispiel spanischer Militärarchitektur. Die gelagerten Schätze, die nach Spanien transportiert werden sollten, und die stetig ankommenden und abfahrenden Schiffe machten die Hafenstadt aber auch sehr schnell zu einem bevorzugten Ziel von Freibeutern und Piraten. Es wurde – mit Hilfe von Sklaven aus Afrika – ein mächtiger Schutzwall und insgesamt 29 Forts errichtet. Nach der Kriegserklärung Englands an Spanien wurde Admiral Vernon mit einer Streitmacht von 186 Schiffen und 18000 Mann geschickt um Cartagena einzunehmen. Der am 13. März 1740 begonnene größte Angriff der Geschichte Cartagenas musste drei Monate später abgebrochen werden, da keine Aussichten mehr auf Sieg bestanden und die Flotte Vernons von Gelbfieber und Malaria zermürbt war.
Der Jesuit Pedro Claver beschränkte im 17. Jahrhundert seine Hilfe für die zahllosen schwarzen Sklaven, die hier versteigert wurden, nicht auf Massentaufen, sondern bemühte sich in tätiger Nächstenliebe als Arzt um die Verbesserung der menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen sie zu leiden hatten, und wurde dafür von der Katholischen Kirche heiliggesprochen. Am 31. März 1741 wurde hier im Zuge des War of Jenkins' Ear die Schlacht von Cartagena zwischen der englischen Armada mit 186 Schiffen unter dem Kommando des englischen Admirals Edward Vernon und den Verteidigern Cartagenas unter Don Blas de Lezo ausgetragen.
Im November 1811 erklärte der Befreier Südamerikas Símon Bolívar unter dem Eindruck der französischen Revolution und der napoleonischen Besatzung des Mutterlandes die Unabhängigkeit auch für Cartagena und das Ende der Inquisition. Doch die Spanier wollten ihre Kolonien nicht so widerspruchslos ziehen lassen: Im Dezember 1815, nach dem Abzug der napoleonischen Truppen aus Spanien und der Wiederherstellung der spanischen Monarchie, eroberten spanische Verbände unter Pablo Morillo die Kolonie zurück. Erst nach der Schlacht von Boyacá 1821 und weiteren Zusammenstößen im Frühjahr 1822 erlangte Cartagena gemeinsam mit der Kolonie die international anerkannte Unabhängigkeit vom spanischen Mutterland. (Quelle Wikipedia).