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2012     Yucatan, Mexicokm
30.04.2012/Mo        Playa del Carmen                           0
01.05.2012/DiPlaya del Carmen (Schnorcheln)0
02.05.2012/MiPlaya del Carmen - Cancun - Puerto Morelos       130
03.05.2012/DoPuerto Morelos0
04.05.2012/FrPuerto Morelos0
05.05.2012/SaPuerto Morelos - Punta Allen160
06.05.2012/SoPunta Allen (Biosphärenreservat Sian Ka'an)   0


Wochenbericht  30. April - 06. Mai 2012 / Yucatan

Spaziergänge, Lädele, Apéros, Flüge buchen und am Abend ein feines Lobstermal – ein fauler Tag und ein heisser Tag. Wir fliegen am 29. Mai von Cancun nach Zürich und erst wieder am 3. Oktober zurück nach Cancun. Diverse Gründe, wie Taufe und Geburtstage sowie viel günstigere Flüge im Mai haben uns zu diesem Entschluss geführt. Ich freue mich sehr und muss gestehen, dass ich öfters Heimweh hatte und unsere Familie/n und Freunde doch sehr vermisse.



Ernest, Michèle, Roberto und Kurt fahren am Dienstag zum Schnorcheln bei Tulum. Ernest hat es sehr gefallen, die Artenvielfalt der Fische sei zwar nicht umwerfend gewesen, aber schön trotzdem. Am Nachmittag nochmals durch die Stadt flanieren.



Am Abend gibt es wiederum ein feines Nachtessen (neben ComoComo). Mit dabei sind auch Dave und Claudette, die Verwalter des Royal Palm. Noch eine kurze „Bob-Besichtigung“ und dann heisst es Abschied nehmen. Wir fahren morgen weiter und Gruppe Susi fliegt am Donnerstag zurück in die Schweiz.
Zeitig am Morgen fahren wir nach Cancun zu Phil und Mariannes Haus, wo wir unseren Bob abstellen können, wenn wir in der Schweiz sind. Nach einigen Rückfragen bei Passanten finden wir das Haus und Ricardo der Verwalter, welchen wir ebenfalls in Cholula getroffen haben, begrüsst uns herzlich. Auch anwesend ist seine Frau Dolores. Anfangs bin ich etwas skeptisch, da die Gegend doch etwas ärmlich wirkt, doch jetzt wo wir sehen, wo Bob parkiert wird und das Areal abgeschlossen und bewohnt ist, sind wir doch überzeugt, dass dies ein guter und sicherer Platz ist. Im Home Depot kauft Ernest noch Bretter für ein zusätzliches Tablar und montiert dies auch gleich noch. Eigentlich wollen wir nach Holbox. Leider ist die Zufahrt aber nur via Kantunilikin und Chiquila möglich, obwohl auf unserer Karte eine Strasse ab Cancun eingezeichnet ist. So entschliessen wir uns für Puerto Morelos, wo wir uns etwa 20 Meter vom Strand entfernt, im Acabaya Resort RV-Platz, installieren.



Heute Donnerstag ist Faulenzertag und seit langem liegen wir wieder einmal im Liegestuhl am Strand und lesen oder schauen auf die See. Ich gönne mir eine Wohlfühlmassage. Ein Tag wie „in den Ferien“. Während des Tages bemerken wir Ameisen im Bob. Von der Treppe her kommen die nicht, da wir entsprechendes Gift gesprüht haben. Die Ursache ist aber bald ersichtlich. Wir haben zu nahe an einem Gebüsch parkiert und so marschieren diese Viecher einfach direkt mal „zu uns rüber“. Um parkiert ist schnell und wir müssen nun dringend auch eine neue Gummimatte kaufen, da Ameisen nicht über Gummi laufen (Tipp von Fredi!). Dies stimmt tatsächlich, hatten wir doch bis anhin noch nie solche Viecher im Auto (andere schon).
Wir bleiben nochmals einen Tag und erledigen, nebst Strandspaziergang mit Calou, diverse EDV-Angelegenheiten. Da wir ein äusserst gutes Netz haben, wird auch die Webseite aktualisiert – endlich!
Vorbei an Hotelanlagen und netten Ferienhäusern gelangen wir nach kurzer Fahrt nach Puerto Morelos Dorf. Ein netter Ferienort mit schönem Strand, kleineren Hotels, Restaurants und einigen Souvenirläden sowie einem kleinen Zócalo – hier würden wir auch Ferien machen. In Playa del Carmen wollen wir beim Wal-Mart noch einige Kommissionen (Gummimatte) machen und werden bei der Einfahrt in den Ort wieder einmal von einem Polizist mit Motorrad angehalten. Er meint, wir sind zu gross um in Playa del Carmen herumfahren zu können. Nachdem wir höflich versichert haben, dass wir nur Einkaufen gehen und dann weiter nach Tulum fahren, ist er zufrieden und wünscht uns eine gute Fahrt. Wenn der wüsste, dass wir kürzlich ja schon fast eine Woche in Playa del Carmen in der Nähe vom Strand gestanden haben!



Bei Tulum biegen wir wieder ab auf die Küstenstrasse und brauchen etwa 3 Stunden für ca. 50km Fahrt durch das Biosphärenreservat Sian Ka’an bis nach Punta Allen, einem kleinen Fischerdorf mit etwa 500 Einwohnern.



Die staubige Naturstrasse ist sehr schlecht und wie wir aus einem Gespräch mit Alex erfahren, sind die Einwohner sehr glücklich darüber, weil so der grosse Touristenstrom ausbleibt und ihnen ihr kleines Paradies erhalten bleibt.



Alex, ein junger Mann von 20 Jahren zeigt uns einen Stellplatz mitten im Dorf auf dem Sandstrand unter Kokospalmen, direkt am Meer – tatsächlich noch ein kleines Stück Paradies.



Wir machen auch Bekanntschaft mit „Mary“ aus Kanada. Sie ist etwa 70 Jahre alt, Aussteigerin und wohnt seit drei Jahren hier in diesem Dorf. Sie erzählt uns, dass hie und da kleine Säckchen mit weissem Pulver angeschwemmt werden. Weil die Küstenwache hier sehr präsent ist werfen die Schmuggler jeweils ihre Ware über Bord. Ein Dorfbewohner hätte mit solcher Ware ein Vermögen gemacht und unwissentlich hätte ein Fussballplatzwart mit diesem weissen Pulver einmal die Spielfeldmarkierung angebracht. Ob dies alles stimmt wissen wir nicht wirklich, hat uns Mary doch erzählt, dass hier die meisten Kiffen – und sie natürlich auch. Am Abend kommt sie  nochmals angerauscht mit ihrer Freundin und mit einem Fotoapparat ausgestattet. Weil Vollmond ist, wird eine richtige, für uns amüsante, Fotosession von den zwei Damen veranstaltet.
Es gefällt uns so gut, dass wir noch einen Tag bleiben.



Es ist herrlich, viele einheimische Familien verbringen den Tag am oder im Meer und es ist fast wie ein kleines Schauspiel. Hier fahren die einen mit ihren Booten raus, dort schups ein Vater seine Tochter vom Pier ins Wasser und diese brüllt fürchterlich, und junge Leute turteln am Strand herum, ganze Familien spielen miteinander im Sand und verbringen viel Zeit im Wasser.



Das Wasser ist sehr warm und auch wir wagen einen „Schwumm“ – Calou sowieso. Am Abend gibt es feinen Fisch und Camarones in einem kleinen Restaurant gleich nebenan. Drinks kommen auch nicht zu kurz und am späten Abend genehmigen wir uns auf unserer Treppe noch eine „Havanna“.





Kurzgeschichte 11/12 - Cenotes

Es gibt mehr als 100 von ihnen auf der Halbinsel Yucatan, und sie gehören zu den beeindruckendsten Naturphänomenen, die Mexico seinen Besuchern zu bieten vermag: die unterirdischen Süsswasser-Grotten, genannt Cenotes. Cenote stammt vom Maya-Wort tslomot und bedeutet heilige Quelle.



An (fast) allen historischen Maya-Stätten, aber auch in Strandnähe jenseits der Carreterra 307 (Strasse) oder auch weitab mitten im Dschungel treffen wir auf geheimnisvolle Grotten und unterirdische Flussläufe voll glasklaren Süsswassers. Erst vor wenigen Jahren haben Taucher diese Höhlensysteme entdeckt, von denen die Maya annahmen, sie seien der Eingang zu Xibalba, jenem Teil der Unterwelt, in der ihr Regengott Chac wohnte. Für die Maya waren diese Einstiegsmöglichkeiten zur Unterwelt lebensnotwendig, denn sie versorgten einst das ganze Volk in Dürrezeiten mit Trinkwasser, den überirdische Flüsse gibt es auf Yucatan nicht.
Inzwischen sind zwar die meisten Cenotes kartiert, aber erst etwa 100 km ihres unterirdischen Labyrinths sind erkundet.



Geologisch sind die Cenotes auf Einbrüche, so genannte Einsturzdolinen und Regenauswaschungen in der relativ starken, abgelagerten Kalksteinschicht in Yucatan zurückzuführen. Durch sie werden die unterirdisch fliessenden Wasserströme zugänglich. Für die Maya waren die Cenotes ein Lebensnerv ihrer Zivilisation. Weil sie den Regengott Chac in Dürreperioden mit Opfergaben besänftigen wollten, ziehen die unterirdischen Süsswassergrotten bis heute Archäologen auf der Suche nach interessanten Funden an. 




2012                        Yucatan, Mexico                                 km
07.05.2012/Mo       Punta Allen - Xcalac348
08.05.2012/DiXcalac - Mahahual66
09.05.2012/MiMahahual - Ausflug Küste Nord132
10.05.2012/DoMahahual - Chetumal/Calderitas/Yax-Ha               159
11.05.2012/FrChetumal/Calderitas0
12.05.2012/SaChetumal/Calderitas0
13.05.2012/SoChetumal/Calderitas - Mahahual165


Wochenbericht  07. – 13. Mai 2012 / Yucatan
Drei Stunden brauchen wir wieder, um etwas südlich von Tulum auf die geteerte Strasse zu gelangen. Wir durchfahren nochmals auf holpriger und staubiger Strasse und immer wieder tief hängenden Palmenblätter das Biosphärenreservat Sian Ka’an, was soviel heisst wie „Wo der Himmel geboren wurde“.



Dies ist eine fast menschenleere Region von 5300 km2. Korallenriffe, Mangrovenwälder und Palmensavannen bestimmen das Gesamtbild des Oekostystems, ein fast unüberschaubarer Artenreichtum an Pflanzen und exotischen Tieren. So hat die vom Aussterben bedrohte Seekuh Manati hier ihre Heimat und vier Arten der ebenfalls gefährdeten Wasserschildkröten. Auch Puma, Ozelot und Krokodile können sich in der geschützten Einsamkeit sicher fühlen. Und dass die Vogelwelt in Sian Ka’an ihr Paradies hat, ist nicht verwunderlich. Allein 16 Greifvogelarten sind hier beheimatet. Die nächste grössere Ortschaft ist Felipe Carrillo Puerto, welche ihren Namen zu Ehren des ehemaligen Gouverneurs von Yucatan, Felipe Carrillo Puerto (1872-1924) trägt. Er hat sich für die Belangen der Mayas eingesetzt, wurde aber 1924 während des Putschversuches des Adolfo de la Huerta von Aufständischen gefangen genommen und hingerichtet. Kurz nach Limones biegen wir wieder ab in Richtung Meer und gelangen nach Mahahual.



Etwas nördlich vom Ort befindet sich ein Pier, eine Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe. Ursprünglich war vor vielen Jahren geplant, eine Stadt von über 100000 Einwohnern aus dem Boden zu stampfen. Im August 2007 schlug die Natur jedoch zurück und hat den ehrgeizigen Plänen vorerst ein Ende bereitet. Hurrikan Dean fegte die Anlegestelle für Riesenschiffe weg, leider wurde auch der Ort Mahahual beinahe der Erdboden platt gemacht und einen grossen Teil der  Mangrovenwälder zerstört. Vorübergehend war Ruhe eingekehrt, aber bereits 2009 machten erste Kreuzfahrtschiffe fest und spülen zwei Mal in der Woche Tausende von Touristen für jeweils ein paar Stunden an Land. Jetzt ist ab „Low Season“ vom von ganzen Trubel bekommen wir zum Glück nichts mit. Der Küstenstrasse folgend fahren wir in Richtung Xcalac.



Die Küste ist traumhaft nur leider sind die Strände sehr schmutzig und mit Plastikflaschen, Papier und anderem Unrat übersät.



Man könnte fast meinen, Dean sei erst in den letzten Tagen vorbeigezogen. Tatsächlich aber, so lassen wir uns belehren, kommt der ganze Müll aber angeschwemmt aus Zentral- und Südamerika mit den Strömungen und auch von den Schiffen, welche den Müll einfach ins Meer kippen. Die Naturstrasse grundsätzlich ist gut, aber das Buschwerk linkts und rechts wird immer dichter und engt die Strasse ein.



Ernest muss sogar an einer Stelle einige Aeste und kleinere Bäume mit der Säge entfernen, damit wir überhaupt weiter kommen. Auf halber Höhe finden wir eine Stichstrasse zur der parallel führenden Teerstrasse und entscheiden uns, die letzten Kilometer auf dieser nach Xcalac zu fahren. Xcalac ist ein verschlafenes, wahrlich nicht sehr attraktives Fischerdorf und zahlreiche Häuserruinen zeugen noch von Dean, welcher der ganzen Region ersichtlich arg zugesetzt hat. In den Führern lesen wir, dass der Ort mit seinen bunten, windschiefen Holzhäusern einen ausgesprochenen karibischen „Touch“ hat – muss wohl vor Dean gewesen sein! Wir parkieren mitten im Dorf in der Nähe des Leuchtturmes am Strand und geniessen die vom Meer her wehende Brise, denn es ist warm, feucht und nur wenige Meter vom Strand entfernt an die 35° warm.
Für die Rückfahrt überlegen wir uns, wieder die Küstenstrasse nach Mahahual zu nehmen, entscheiden uns dann aber doch für die Schnellstrasse, da Ernest keine Lust auf weiteres Bäume schneiden hat. In Mahahual dürfen wir unser Fahrzeug im Hof des Restaurant „Capitan Mono“ abstellen.



In diesem Restaurant essen wir einen sicher 1,5kg schweren, frischen Snapper, hohlen noch unsere letzte Freixenet aus dem Kühlschrank und geniessen den traumhaften Strand und die sagenhaften Farbspiele des Meeres.



Ich lese in meinem spannenden Buch „Das geheime Buch der Frida Kahlo“ auf einem Liegestuhl am Strand bis es dunkel wird. Ernest legt sich für ein „Nickerchen“ um etwa 16 Uhr ins Bett – und erwacht erst wieder am nächsten Morgen!
Nochmals bleiben wir einen Tag in Mahahual, machen aber noch einen Ausflug zum nördlichen Teil der Küste.



Auch diese Küste ist traumhaft und viel sauberer als der südliche Teil. Wenn die Strasse nicht direkt dem Strand entlang führt, fährt man durch einen Urwald mit zahlreichen blühenden Bäumen und exotischen Vögel.



Als die Strasse immer enger und sandiger wird, kehren wir um geniessen immer wieder die tollen Farbspiele, die das Meer herzaubert. Beim Leuchtturm füllt Ernest wieder die Räder mit etwas mehr Luft und ich gehe mit Calou zu Fuss zurück zum Restaurant „Capitan Mono“ wo wir auch das Fahrzeug abstellen. Wir geniessen ein paar Drinks im „Green Iguana“ und lassen es uns nochmals gut gehen am schönen weissen Sandstrand von Mahahual. Am Donnertag geht es wieder in Richtung Mex 307.

Bald gelangen wir nach Bacalar, der einst wichtigsten Niederlassung der Spanier an der Karibikküste, ca. 40 km nördlich von Chetumal gelegen. Die verschlafene Kleinstadt liegt an der lang gestreckten Laguna mit dem schönen Namen „Las Lagunas de Siete Colores“. Den Namen verdankt die Lagune dem Farbenspiel, das durch die Vermischung von Salz- und Süsswasser entsteht – und tatsächlich ein solches Farbenspiel haben wir noch selten gesehen.



Im Jahre 1733 bauten die Spanier die Festung San Felipe und besiedelten das Umland mit Kolonisten von den Kanarischen Inseln.



Die kleine Stadt wurde bald wichtigster Exporthafen für landwirtschaftliche Produkte der Südostküste von Yucatan. Wir besichtigen das Fort in welchem ein kleines, aber sehr interessantes Museum untergebracht ist.



Wir lernen einiges über Seeräuberei, Mayakultur, Sklaverei und die Geschichte der Stadt.



Etwas südlich von Bacalar befindet sich die Cenote Azul, ein tiefblauer Frischwassersee, mit 90m der tiefste Yucatans. Im angeschlossenen Restaurant gibt es feine Meerfrüchte zum Mittagessen. Die Stadt Chetumal, Grenzstadt zu Belize durchfahren wir und gelangen nach Calderitas, einem kleinen Fischerdorf zum Trailerpark Yax-Ha, welcher als einer der schönsten in Yucatan beschrieben wird – und wir werden nicht enttäuscht (siehe Bild).



Heute ist in Mexico „Dia del Madre“ (Muttertag) und dementsprechend ist im Restaurant des Yax-Ha sehr viel los – zahlreiche Mexikanische Familien verbringen den Tag hier im Park, in welchem es auch ein schöner Swimmingpool hat. Baden im Meer, respektive der Bucht geht nicht, der Wellengang ist zu hoch.
Der Wind bläst hier sehr stark, die Wellen gehen recht hoch, die Temperatur ist aber angenehm und so verbringen wir einen weiteren Tag mit Lesen, Essen und Trinken und kleinen Spaziergängen mit Calou. Er hat es auch gut hier und kann draussen frei herumspringen. Zudem stellt Ernest noch unser, in Seattle gekauftes Zelt auf – „Probeaufstellen!“.



Ernest „juckt“ es schon wieder – er kann einfach nicht ruhig sitzen und muss immer etwas „wursteln“.



Heute ist „Probe-Ketten montieren“ angesagt. Er will es alleine machen – geht auch, aber zu zweit ginge es sicher besser und noch schneller. Die Begebenheiten hier entsprechen auch nicht ganz einem „richtigen montieren“, denn wenn die Ketten im Schnee oder im Schlamm angelegt werden müssen wird das nicht so einfach werden. Eine Kette wiegt an die 25kg.



Hoffen wir nur, dass wir davon möglichst lange verschont werden. Am Abend zieht wieder ein heftiges Gewitter über die Bucht, wir sitzen gerade beim Nachtessen im Restaurant.
Uns zieht es wieder an den Strand von Mahahual. In Calderitas begegnen wir einer Sonntagsprozession.



Es sind vorwiegend Frauen in einheimischer Tracht, die an der Prozession teilnehmen und die Statue tragen.



Eine in gelb und blau gekleidete Gruppe führt die Prozession an. Von diesen Frauen und Mädchen wird alle paar Meter ein Tanz aufgeführt. An den blauen Röcken sind viele kleine Glocken angebracht und die Tänze ähneln sowie akustisch wie in der Ausführung sehr an Indianertänze.



Dem Malecon folgend durchfahren wir nochmals Chetumal. Ausser dem Maya-Museum gibt es in dieser Stadt nicht viel zu sehen. Chetumal wird zwar als Einkaufsparadies gepriesen, da es sich hier um ein Zollfreigebiet handelt (Grenzstadt zu Belize). Die dargebotene Ware entspricht nicht ganz unserem Geschmack wie wir vom fahrenden Auto aus beurteilen und so fahren wir wieder Richtung Norden nach Mahahual. Hier dürfen wir unser Fahrzeug beim „Green Iguana“ im Hinterhof abstellen und begeben uns an den Strand ins Restaurant und geniessen wieder einmal einen feinen frischen Fisch.

Kurzgeschichte 12/2012 – Ich habe Flöhe und Bob hat Ameisen
Hier spricht Calou: Na ja, zum zweiten Mal in Mexico habe ich irgendwo oder von irgendwem Flöhe eingefangen. Da ich mich des öftern der hiesigen „Damen“ nähere und diese ausgiebig beschnüffeln muss, kann es sein, dass da mal eine Floh oder auch mehrere „rübergesprungen“ sind.  Ehrlich gesagt, sind dies hiesigen Hündinnen auch nicht unbedingt „Damen“ sondern eher, ich würde mal sagen, „Schlampen“ – nicht sehr sauber, von unbestimmter Herkunft, was die Rasse anbetrifft und meist auch noch in Begleitung anderer Rüden, welche mich eher argwöhnisch begrüssen.



Vielleicht sind die Flöhe aber auch vom Seegras. In diesem wälze ich mich liebend gerne nach einem Bad im Meer und dieses Gras ist ja auch nicht gerade ungezieferfrei. In Büschen herumstreichen tue ich ja auch gerne – eine weitere „Flohquelle“.



Sei es wie es ist, meine Herrschaften realisieren schnell, wenn es mich juckt und beisst und ich werde mit einem weissen Pulver eingepudert – und schon sind die Flöhe wieder weg. Und übrigens: Bob hat Ameisen und die sind nicht ganz so schnell zu eliminieren. Eingefangen wurden die, als meine Herrschaften Bob zu nahe an einen Busch gestellt haben und die Viecher ganz einfach hinübergelaufen sind. Über die Räder oder die Treppe, welche mit einer Gummimatte unterlegt ist, kommen die Ameisen nicht – Ameisen krabbeln nicht über Gummi. Nun ja, auch diese Viecher sind nach ein paar Tagen eliminiert worden und hier hat auch entsprechende „Chemie“ weiter geholfen. 



2012Yucatan, Mexicokm
14.05.2012/Mo                 Mahahual                                                0
15.05.2012/DiMahahual0
16.05.2012/MiMahahual0
17.05.2012/DoMahahual - Tulum - Puerto Morelos                 428
18.05.2012/FrPuerto Morelos0
19.05.2012/SaPuerto Morelos / Ausflug Cancun95
20.05.2012/SoPuerto Morelos0


Wochenbericht  14. bis 20. Mai 2012 / Yucatan
Wir stehen beim „Green Iguana“ in Mahahual und tatsächlich zeigt sich dieser „Iguana/Leguan“ einmal in voller Grösse. Mary heisst das Tier und ist das Haustier und Maskottchen des Restaurants. Mary will kurz „abhauen“ und läuft unbemerkt auf die Strasse. Da alle im Dorf Mary kennen, wird sofort der Besitzer gerufen und zu zweit wird die 7-jährige Dame wieder ins Areal zurück getragen. Calou schaut dem ganzen Geschehen gelassen zu – die Leguandame kann sein Interesse nicht wecken – oder vielleicht ist er so schlau und denkt: mit diesem Vieh lasse ich mich besser nicht ein!



Tatsächlich legt ein Kreuzfahrtschiff an. Disney Fantasy, das neuste Schiff der Disney Cruise Line, erst in diesem Jahr zu Wasser gelassen. Platz für 4000 Passagiere,1450 Crewmitglieder, 14 Decks hoch, registriert in den Bahamas und 128000 Tonnen schwer – all das lesen wir auf der Internetseite nach.



Disney Cruise Line verfügt bis heute bereits über 4 Kreuzfahrtschiffe (Disney Dream, Disney Fantasy, Disney Magic und Disney Wonder – mehr auf der Internetseite: www.disneycruise.disney.go.com). Am Morgen regnet und windet es sehr stark und das Schiff braucht gute zwei Stunden um am Pier anzulegen. Zum Glück werden aber lange nicht so viele Leute „an Land gespühlt“ wie befürchtet und mit dem grossen Geschäft für die Restaurants und Souvenirshops ist heute nichts. In erster Linie kommen amerikanische Familien, meist mit Grossmutter, Grossvater, Mutter, Vater und Kinder an den Strand und geniessen einige Stunden „karibisches Flair“. Am Nachmittag klärt es auf und die Sonne zeigt sich wieder.



Nochmals ein Tag am Strand und wir bekommen Besuch. Harald Eder und seine Frau Sonia kommen auf uns zu und stellen sich vor. Harald ist Österreicher, war Hotelier unter anderem auch in München und heute Hotelbesitzer in Izamal, in der Nähe von Mérida. Wir hören, dass einige uns bekannte „Reisebekanntschaften“ beim ihm zu Gast waren oder sind und jeweils ihre Fahrzeuge abstellen, wenn sie für eine Weile zurück in die Heimat fliegen oder z.B. für einige Zeit nach Kuba auf Besuch gehen. Eine weitere Möglichkeit, unseren Bob sicher abzustellen zeichnet sich ab. Harald meint auch, dass Bob bei ihm auf dem Land sicher besser stehen würde, im Falle dass die Küste wieder einmal von einem Hurricane heimgesucht wird – tatsächlich eine Überlegung wert!
Am Donnerstag um 3 Uhr in der Früh werden Getränke und Esswaren zu den Restaurants Green Iguana und Capitain Mono geliefert und schon um 6 Uhr kreuzt das Personal auf und ist sehr geschäftig. Alles deutet darauf hin, dass wieder ein Kreuzfahrtschiff erwartet wird. Tatsächlich werden bereits um 8 Uhr die ersten „Kreuzfahrer“ mit Kleinbussen und Taxis in das Städtchen gefahren und es sieht so aus, als dass heute um einiges mehr los ist. Auch die Souvenirstände sind schon offen und wir sind erstaunt, wie geschäftstüchtig die sonst eher sehr gemütlichen Mahahualer schon am Morgen früh sein können. Diesem Rummel wollen wir entfliehen und fahren, ebenfalls früh am Morgen, in Richtung Tulum. Auf dem Weg zur Hauptstrasse sieht Ernest eine Raubkatze die Strasse überqueren und hält an. Wir glauben es kaum, aber wir sehen doch wirklich einen grossen Ozelot im Gebüsch. Natürlich bin ich wieder einmal zu spät mit dem Fotoapparat und das wunderschöne Tier verschwindet im Busch – leider, ohne fotografisch festgehalten worden zu sein – schade. Kurz danach werden wir wieder einmal von einem Militärposten kontrolliert und die Militaristen bestätigen, dass sich hier wirklich Ozelote und Geparde aufhalten – wir sind ja auch immer noch im Biosphärenreservat Sian Ka’an. Am frühen Nachmittag erreichen wir Tulum und besichtigen die Ausgrabungsstätte.



In spektakulärer Lage auf einer Klippe über der Küste liegt diese Maya-Stätte, die ihre Blüte von etwa 1200 bis zur Ankunft der Spanier erlebte. Der Name bedeutet „Umfriedung“ oder „Mauer“. Man nimmt an, dass die Stätte vorher Zama (Dämmerung) hiess, was ihrer Lage an der Ostküste und der Ost-West-Ausrichtung ihrer Bauten entspricht. Die Bewohner trieben Handel mit Cozumel, Isla Mujeres, Guatemala und Zentralmexico. Ein beeindruckendes Bauwerk ist das „El Castillo“ und diente den Seefahrern als Orientierungspunkt.



Unterhalb der Burg befinden sich kleine Sandstrände und viele Besucher nutzen die Gelegenheit für ein Bad im türkisblauen Meer. Weiter geht es, teilweise begleitet von starken Regengüssen, nach Puerto Morelos zum Acamaya Beach Club.



Es scheint, dass die Regenzeit eingesetzt hat. Immer wieder entladen dicke schwarze Wolken heftige Regengüsse. Trotzdem, wir geniessen die kleine, sympathische Anlage mit eigenem Strand. Eine Massage am Strand tut uns beiden gut. Am Abend ist wieder eine Hochzeit im benachbarten Hotel Dreams am Strand angesagt – es ist schon die dritte in Folge. Wir sitzen auf dem Liegestuhl und schauen zu.



Die Standesbeamtin, immer die gleiche mit der gleichen violetten Bluse (eher stillos!), führt durch die Zeremonie und die ganze Trauung dauert im Durchschnitt lediglich etwa 10 Minuten. Solche Hochzeiten werden im „Package“ gekauft und man kann die verschiedenen Ansprüche, Wünsche oder eben Budgetmöglichkeiten der Brautleute gut erkennen. Bei den einen gibt es Champagner danach, bei den anderen Häppchen und Champagner und bei den anderen gar nichts.



Bei den einen spielt sogar eine kleine Mariachi-Gruppe auf und sorgt für etwas Unterhaltung am Strand. Das Essen und die Festivitäten finden im Hotelsaal statt.

Am Abend fahren wir ins Dorf und geniessen auf der Terrasse eines Restaurants gutes Fleisch vom Grill. Den „Schlummi“ nehmen wir noch in einer Bar mit Live-Musik ein. Es spielt eine tolle Band auf, welche insbesondere Stücke von Santana, Garry Moore usw. in außergewöhnlich guter Qualität wiedergibt.
Heute Samstag wollen wir nach Cancun und haben einige Besorgungen zu erledigen (Chemie für Toilette usw.).



Auf der Hinfahrt durchfahren wir bei strömenden Regen die „Zona Hotelera“, oder Isla Cancun. Die Hotelzone ist eine schmale, L-förmige 25 Kilometer lange und mit dem Festland durch zwei Brücken verbundene Insel.



Die meisten Hotels haben zwar eigene Privatstrände, doch in Mexico gelten alle Strände als öffentlich und dürfen von jedermann benutzt werden. Cancun war eine sandige Insel und ein Fischerdorf mit kaum 100 Einwohnern. Ende der 1960er Jahre beschloss die Regierung daraus ein neues Seebad zu machen.



Seither ist die Einwohnerzahl sprunghaft gestiegen und neue Hotels schiessen auch heute noch aus dem Boden. Zusätzlich strömen pro Jahr etwa zwölf Millionen Urlauber hierher, um die weissen Strände zu geniessen. Das heutige Wetter lädt gar nicht zum Baden ein und anstatt einen neuen Stellplatz zu suchen, fahren wir wieder zurück nach Puerto Morelos. Am Abend klart es etwas auf, zum Glück für die heutige Hochzeit am Strand!



Sonntag: Ganzer Tag Regen, Wind und keinen einzigen Sonnenstrahl. Dafür haben wir Gelegenheit mit Michèle und Marc (Oliver ist wieder in Moskau) sowie Alexander, welcher heute mit Sarina aus den Ferien aus Kuba zurückgekehrt ist, ausgiebig zu skypen. Auch die Internetseite wird aktualisiert – wir sind wieder „à jour“.

Kurzgeschichte 13/12 – Ernest liest!
Zahlreiche Bücher haben wir von zuhause mitgenommen und waren der Meinung, dass wir genügend Zeit und Musse haben, diese zu lesen. Ich selber habe doch 4 Bücher gelesen (u.a. über Frida Kahlo). Ernest hat vor etwa drei Tagen das Erste Buch zur Hand genommen. Ein Buch von T.C. Boyle „Tod durch Ertrinken“, mit zahlreichen kürzeren, recht obskuren Geschichten – die einen gut (Ernest hat öfters gelacht!), die anderen weniger.  Über T.C. Boyle waren kürzlich im Tagi (und Magazin) einige Artikel  zu lesen. Vor einigen Jahren hat uns Hans R. (ehemaliger Reisegast) von diesem Autor vorgeschwärmt und vor allem das Buch „Wassermusik“ nahegelegt. Das Buch haben wir kurz darauf gelesen (verschlungen) und sogar Ernest war begeistert. Die Geschichte erzählt von den zwei Afrikareisen des legendären Mungo Park, ein absolut „schräges Buch“ aber sehr empfehlenswert. Die weiteren gelesenen Bücher von Boyle wie z.B. „Willkommen in Wellville“ (handelt von Harvey D. Kellogs) und „Frauen“ (über Frank Lloyd Wright“) sind teilweise etwas langwierig, aber dennoch amüsant und geben einen guten Einblick in die „damalige Zeit“. Weitere Bücher von Boyle werden wir sicher noch lesen.



2012          Yucatan, Mexico                      km
21.05.2012/Mo       Puerto Morelos - Chiquila                            168
22.05.2012/DiChiquila - Holbox3
23.05.2012/MiHolbox (Tirburon Balenas - ef)0
24.05.2012/DoHolbox - Rio Logartos179
25.05.2012/FrRio Logartos - Izamal179
26.05.2012/SaIzamal0
27.05.2012/SoIzamal0
28.05.2012/MoIzamal0
29.05.2012/DiIzamal - Cancun - Flug nach Zürich256/Taxi


Wochenbericht  21.-29. Mai 2012, Yucatan – Heimkehr nach Zürich
Bei regnerischem Wetter verlassen wir am Montag Puerto Morelos. In Cancun wird noch ein Einkaufsstopp eingelegt und auf der Mex 180 Libre fahren wir bis Vicente Guerrero. An der Kreuzung „Pollo Asados“! Ernest muss - er kann nicht anders – ein halbes Pollo verzehren.



Ich bleibe mit Calou im Auto, ich kann nicht immer essen und zudem streichen ganz schlimme Hundekreaturen um das Restaurant herum. Gerade erfolgreich sind wir bei Calou alle Ungeziefer losgeworden und da es in einer guten Woche Richtung Heimat geht, wollen wir doch, wenn immer es geht, „sauber bleiben“. Weiter nordwärts führt die Strasse durch kleine Dörfer mit einfachen Häusern mit Wellblechdächern, im Vorgarten Hühner und Hunde, Hunde, Hunde.



Bei der Einfahrt in Chiquilà kommt uns auf der Strasse ein Rudel mit mindestens 20 Hunden entgegen – eine Hündin, höchstwahrscheinlich läufig und der Rest Rüden! Das kann ja heiter werden hier! Chiquilà ist ein kleiner Ort mit einem Hafen. Von hier aus fahren kleine Boote, Schnellboote und eine Fähre nach Holbox. Bei einem Spaziergang fragen wir Einheimische, ob es möglich ist, mit unserem Fahrzeug auf die Insel zu fahren und was die Überfahrt kostet. Die Überfahrt ist möglich, sieht auch so aus, weil auf dem Quai bereits Lastwagen bereit stehen. Kosten pro Überfahrt 300 Pesos – wird uns gesagt und die Abfahrt sei um 07 Uhr am Morgen. Noch sind wir uns unschlüssig, ob wir nur einen Tagesausflug machen wollen oder mit Bob übersetzen und 2-3 Tage bleiben. Wir parkieren direkt am kleinen Hafen und sehen, wie die Fischerboote bereit gemacht werden für die Ausfahrt.



Auch die Fischer kleiden sich ein. Als Schutz gegen die Nässe wird einfach ein grosser Plastikabfallsack genommen, mit einem Messer zwei Löcher für die Arme und eines für den Kopf eingeritzt und fertig ist die Regenjacke.



Die Nacht ist extrem unruhig und laut. Hier werden die Hunde nicht ins Haus genommen und immer wieder hat einer und dann alle anderen, etwas zu bellen. Die Fischerboote fahren raus und rein und bei den Mangroven blubbert es dauernd – höchstwahrscheinlich Krokodile. Wir fahren doch mit Bob nach Holbox. Schon beim Zuschauen, wie die wenigen Lastwagen auf die Fähre fahren, schleicht sich ein ungutes Gefühl ein. Trotzdem auch Bob wird von Ernest auf die Fähre gefahren und hinter einen vollen Dieseltankwagen und zwischen zwei weitere Lastwagen, beladen mit Palapa-Deckmaterial, „gequetscht“.



Als einzige Aussichtsmöglichkeit für uns bietet sich unser Schiebedachfenster an! Die See ist ruhig und die etwa 1-stündige Überfahrt verläuft gut. Der Schock erfolgte erst, als uns der Preis für die Überfahrt genannt wurde – pro Fahrt 1550 Pesos! Doof wie wir sind, haben wir uns natürlich vor der Fahrt nicht weiter betreffend Preis erkundigt und den Auskünften die uns am Vorabend gegeben wurden, Glauben geschenkt. Ernest verhandelt nach der Ankunft noch, er gibt sich nie so schnell geschlagen – nur, nützen tut es nicht, wir bezahlen, bleibt uns nichts anderes übrig. Nun, Ernest meint „Betrag unter Strassengebühren und Hotelkosten abbuchen!“ Also fahren wir auf der Hauptstrasse, der Asphalt endet nach 50 Meter ins Dorf. Höchste Vorsicht ist geboten, überall hängen die Kabel extrem tief. Wir schaffen es gerade bis zum Zócalo, etwa 150 m vom Hafen entfernt und entschliessen uns, den weiteren Weg erst einmal zu Fuss zu erkunden.



Nach 100 m gelangen wir an den Strand vom Golf von Mexico, die Insel ist hier nur etwa 250 m breit.



Hier bieten sich einige Fischer für einen Ausflug zu den Triburon Balenas“ (Whalesharks) an. Walhaie sind gutmütig, riesengross und Pflanzenfresser. Jeden Sommer von Mai bis September versammeln sie sich in seichten Gewässern vor der Insel Holbox und locken Schnorchler und Taucher zur ultimativen Begegnung. Morgen früh soll es auf eine solche Tour gehen. Wir reservieren für eine Fahrt von 7 bis 13 Uhr (länger wollen wir Calou nicht im Auto lassen und die Fähre für die Rückfahrt geht um 14 Uhr) – si, si, no es un problemo! Capitan Mike (Manuel) soll uns begleiten und Erklärungen in Englischer Sprache geben und wir werden im schönen grossen Boot mit zwei Motoren und einem grossen Verdeck fahren. Irgendwie sind wir nach wie vor zu gutgläubig (wie sich am nächsten Morgen herausstellt!).



Im Restaurant Mandarin, gehörend zum Hotel Tartuga, direkt am Strand, frühstücken wir und bleiben für den Rest des Tages dort. Ein Hotel zum ferienmachen. Geschmackvoll und mit viel Liebe erstellt und eingerichtet. Auch die Mahlzeiten sind ausgezeichnet. Gegen Abend zieht wieder ein heftiges Gewitter über die Insel. Bob steht immer noch am Zócalo, weil ein Weiterkommen wegen den Kabeln aussichtslos ist.



Unser Weg zu Fuss führt durch die stark aufgeweichten Strassen und die riesengrossen Löcher in deren sind nach wie vor mit Wasser gefüllt – Groggs sind die besten Schuhe für solche Begebenheiten. Die Hauptverkehrsmittel auf dieser Insel sind hunderte von Golfwagen und es kann gut sein, dass unser Bob das erste Wohnmobil überhaupt ist, das auf diese Insel gefahren ist.
Um 5.30 geht der Wecker, wir wollen pünktlich beim Boot sein für die Walhai-Tour. Ernest geht mit Calou spazieren, der Hund darf nicht mit. Um 7 Uhr stehen wir bereit. Wir, uns sonst keiner! Bald wird uns klargemacht, dass die Abfahrt erst um 8 Uhr ist, die Fahrt bis 15/16 Uhr dauert, wir nicht mit Mike fahren und das Boot auch nicht das versprochene ist. Bald ist mir klar, ich gehe nicht mit – so lange will  i c h  Calou nicht im Auto oder an irgendeinem Pfosten beim Restaurant angebunden lassen. Wir trinken noch einen Kaffee und ein sehr gut deutschsprechender Mexikaner erklärt, dass es zwar schon Walhaie gibt, diese aber zuerst „gesucht“ werden müssen – gestern hätten sie einige wenige gesehen. Bin mal gespannt, was Ernest zu berichten hat nach der Tour. Ich finde eine Wäscherei, bringe das Zeug hin und gehe dann mit Calou an den Strand.



Bericht Walhaie von Ernest: Folgt.......!






Vor dem Frühstück fahren wir zum Hafen, wir wollen auf die Fähre. Ausser uns steht zur Abfahrtszeit um 9 Uhr noch kein anderes Fahrzeug hier. Es wird gewartet und nach und nach kommen Lastwagen und Tankwagen und dann kommt Bewegung auf. Innert 10 Minuten sind alle auf der Fähre. Wir sind zwar nicht so eingequetscht wie bei der Hinfahrt, aber gemütlich ist es trotzdem nicht. Die See ist zum Glück wieder sehr ruhig und die Überfahrt kein Problem. Durch Farmland fahren wir in Richtung Rio Logartos, dort möchten wir Flamingo besichtigen. Ein erster Wärmerekord können wir auf der Strecke messen – es ist draussen 37° warm. Schon bei der Einfahrt ins Dorf wird gewunken und der eine oder andere möchte seine Flamingo-Bootstour anbieten. Wir fahren zum Stadtpark, ca. 2-3km ausserhalb des Ortes, direkt an der Bucht gelegen und parkieren auf der grossen Anlage.



Kaum stehen wir, kommt schon einer mit dem Töffli angebraust und möchte uns seine Tour zu den Flamingos anbieten. Er erklärt uns, dass es besser sei, die Tour am Nachmittag oder gegen Abend zu machen – das Licht zum Fotografieren sei besser. Das leuchtet uns ein und wir buchen ihn für 600 Pesos für beide und Calou darf auch mit. Die Fahrt geht in die Laguna Estero Rio Lagartes, welche anfänglich auf beiden Seiten mit Mangroven bewachsen ist.



Bei Las Colorades, wo Salz gewonnen wird, sehen wir die ersten Flamingos. Sehr viele sind noch nicht hier, aber dafür sind auch nicht sehr viele Boote anzutreffen und wir können die Tiere aus nächster Nähe beobachten.



Jesus, unser Kapitän schlägt uns vor, ein Mayabad zu nehmen.



Zuerst baden wir im enorm salzhaltigen kleinen Fluss und können uns, wie im Toten Meer, treiben lassen.



Dann geht es zu einer Sandbank mit Schlammlöchern. Hier werden wir von unten bis oben von Jesus mit diesem Schlamm eingerieben und aus Ernest wird ein „böser Mayagott“ und aus mir eine „Mayaprinzessin“.



Alle hatten Spass und wir haben viel gelacht. Ob unsere Haut dann wirklich schöner geworden ist, sei mal dahingestellt. Zurück beim Bob gibt es ein feines „Plätzli“ vom Grill und die Nacht ist einigermassen angenehm, da es heute hier nicht geregnet hat und ein angenehmes Lüftchen geht. Wir schlafen bei angenehmen 28°-29°.
Auf der Fahrt nach Izamal wird es wieder heiss – 38°, wieder ein Wärmerekord. Ernest will die Klimaanlage nicht einstellen, er meint wir seien uns ja langsam an die schwüle Hitze gewohnt – wir schon, aber der arme Hund leidet schon etwas. Wir fahren durch das hübsche Städtchen Izamal zum Romantik Hotel Santo Domingo zu Harald, welchen wir in Mahahual getroffen haben.


Harald, Alde (eine Mitarbeiterin) und Ernest im Romantic Hotel Santo Domingo in Izamal.

Auf seinem Parkplatz sind tatsächlich schon zwei Wohnmobile eingestellt, eines davon ebenfalls ein MAN aus der Schweiz. Harald und Sonja (Sonja ist zurzeit bei ihrer Familie in Acapulco) haben aus einer alten Hazienda ein hübsches Anwesen mit etwa 10 Gästezimmer, einer Palapa-Bar mit einem Swimmingpool, einem Restaurant und eben einem Abstellplatz für Wohnmobile gemacht.



Der bewohnte Teil liegt in einem schönen Garten. Auf dem Gelände leben 5 Hunde, 3 Katzen und 34 Schafe – alle friedlich miteinander.



Zum Nachtessen gibt es feine Wienerschnitzel mit Kartoffeln, gekocht hat Harald. Wir fangen an, unseren Bob herauszuputzen. Ernest meint, dass dies in 1-2 Tage gemacht ist – meint e r !  



Die Fahrerkabine kommt als erstes dran und wir nehmen auch alle Teppiche raus. Gereinigt sind sie schnell, nur leider trocknen sie nicht so schnell wie gedacht, da es immer wieder schüttet und die Luft extrem feucht ist, trotz den 33°-35°. Am Nachmittag führt uns Harald zur „Wagenwaschanlage“. Bob soll aussen geputzt werden. Just als wir in diesem Areal ankommen und der Putzmannschaft, bestehend aus drei Jungs von etwa 16 Jahren, erklärt haben, was zu tun ist, fängt es an zu schütten und wie. Es regnet eine gute Stunde und wir warten in einem geschützten Raum auf bessere Zeiten. Beim Regen arbeitet man ja nicht! Der Regen hört auf, aber jetzt haben die Jungs Hunger und es wird gegessen. Eine weitere halbe Stunde verstreicht bis endlich etwas Bewegung ins Spiel kommt. Dann geht es aber richtig los und mit einfachen Mitteln wie Putzlappen und Schrupper werden die Aussenwände geputzt. Der Schrupper ist natürlich nicht lang genug und die zum Putzequippment gehörende Leiter hat nur zwei Stufen. Wir leihen unsere Stethoskopbürste und so wird die obere Hälfte von Bob auch noch sauber. Für den Unterboden, die Räder und Schmutzmatten wird dann der vorhandene Hochdruckreiniger, welcher immer wieder abstellt und neu geflickt werden muss, benutzt. Wir würden uns masslos aufregen, wenn ein solches Gerät nicht einwandfrei funktioniert. Die Jungs aber finden das lustig oder normal. Nach gut drei Stunden ist Bob tatsächlich sauber und wir bezahlen für diese Aktion gerade einmal 150 Pesos (umgerechnet ca. 10.- CHF), mit Trinkgeld 200 Pesos. Das Abendessen dürfen wir wieder bei Harald einnehmen, diesmal allerdings nicht im Freien, da die Mücken bei diesem feuchtwarmen Wetter aktiv sind.




Ganzer Tag Putzen. Rambo, der einzige Rüde im Hunderudel, markiert (pisst) doch tatsächlich an unsere Polsterkissen und auf unsere Teppiche, welche draussen zum trocknen und auslüften stehen – freut uns gar nicht, aber wir nehmen es gelassen und starten neu mit dem Teppichputzen. Gegen Abend gehen wir zu Fuss in die Stadt und besichtigen die beiden Zócalo von Izamal und nehmen unser Nachtessen im Restaurant Kinich ein.



Die Kleinstadt Izamal spielte eine unrühmliche Rolle bei der Unterdrückung der Maya durch die katholische Kirche. Rücksichtslos zerstörte diese das ausgedehnte Maya-Heiligtum, in dem der höchste Gott Itzamna und der Sonnengott Kinich Kakmo verehrt wurden, als Blendwerk des Teufels und setzte an seine Stelle eigene Gotteshäuser. 1549 begann der Franziskaner Diego de Landa, der massgeblich zum Verlöschen der Maya-Kultur beigetragen hat, auf den Fundamenten des Hauptheiligtums Popula-Chac mit der Errichtung des Konvents San Antonio de Padua, des ersten Klosters in Yucatan. Diego de Landa wird wie folgt beschrieben: „Welch zwiespältige Persönlichkeit! Tief vom katholischen Glauben durchdrungen, fern jeder Toleranz, Vernichter unersetzlichen Kulturguts der Maya einerseits – Bewahrer jahrhundertealter Traditionen der Indios, wenn auch unbewusst, durch seine Aufzeichnungen andererseits“. Seine ausführliche Schrift „Relacion de las Cosas de Yucatan“, die er 1566 verfasste und die im Jahre seines Todes 1579 erschienen, ist eine unerschöpfliche Quelle für das Verständnis der versunkenen Kultur, an deren Untergang er massgeblich beteiligt war. Izamal ist die „Ockerstadt“, alle Häuser und die vielen historischen Gebäude sind in Ockergelb gestrichen und geben ein einheitliches Bild ab. 
Am Montag ist noch Wäschetag und das Wetter spielt zum Glück mit. Am Vormittag kann ich die Maschine von Hotel benutzen und die Wäsche im Garten aufhängen. Es geht ein angenehmer Wind und es ist heiss und somit die Wäsche innert kürzester Zeit trocken. Bob wird an seinen definitiven Standort gestellt und Ernest deckt noch das eine oder andere ab. Erst am Abend schüttet es wieder und wir dürfen nochmals bei Harald das Nachtessen einnehmen.
Pünktlich um 8 Uhr steht das Taxi bereit und es geht auf die 250 km lange Fahrt nach Cancun. Schon nach guten 100 km scheint uns, als das der Fahrer müde ist und eine solch lange Fahrt nicht gewohnt ist. Wir versuchen ihn mit Gesprächen wach zu halten und sind froh, als die Flughafentafel in Sicht ist. Der gute Mann kann offensichtlich auch nicht lesen oder sieht extrem schlecht. Mit unserer Navigationshilfe finden wir den Terminal 2 und sind der Meinung, dass wir den gefährlichsten Teil unserer Reise hinter uns haben. Wir hoffen, dass er alleine wieder nach Izamal zurück findet.



Unser Flug geht erst am Abend, wir sind aber bewusst so früh hier – siehe Kurzgeschichte: Calou braucht Ausreisepapiere! Der Flug mit Edelweiss ist ruhig und angenehm und wieder marschieren wir in Zürich mit Calou, aus dem Flughafen ohne irgendwelche Kontrolle.



Abgeholt werden wir von Alexander, Michèle und Marc und freuen uns riesig darüber. Es ist schön, wieder für eine längere Zeit zu Hause zu sein!

Kurzgeschichte 14/12 – Calou braucht Ausfuhrpapiere!
Ernest ist kürzlich auf die Internetseite von www.ufwiderguegs.ch gestossen und hat gelesen, dass die beiden wegen nicht vorhandenen Papieren für ihren Hund den Flug verpasst haben. Das soll uns nicht passieren. Ernest geht zur Information und nimmt mit der Vertretung von Edelweiss Kontakt auf. Es wird ihm versichert, dass keine zusätzlichen Papiere für den Hund benötigt werden und wir einfach zur gegebenen Zeit zum Check-in gehen sollen. Ernest glaubt dies nicht und bittet die Dame bei der Information doch bitte mit dem Veterinäramt auf dem Flughafen Kontakt aufzunehmen und sich dort nochmals zu erkundigen. Und tatsächlich……. Wir, respektive Calou, brauchen Ausfuhrpapiere! Das Amt ist im Terminal 2 im Ankunftsterminal. So geht Ernest mit Calou also zur „Direccion General de Salud Animal“ und bekommt das benötigte „Certificado Zoosanitario Para la Exportacion de Animales“.





Das reicht aber noch nicht und Ernest soll zu einem Veterinär in die Stadt fahren und ein weiteres Papier, d.h. ein „Certificado de Salud“ abholen. Die Leute in diesem Amt sind sehr freundlich und Ernest erreicht (wohl mit seinem Charme bei einer netten Dame), dass der Veterinär zum Flughafen kommt. Ich warte derweilen mit dem Gepäck in der Abflughalle. Tatsächlich kommen Ernest, der Veterinär und Calou nach etwa 3 Stunden anmarschiert. Der Veterinär kassiert US$ 60.- und wir bekommen das entsprechende, sehr amtlich aussehende Certificado de Salud.



Der Veterinär schaut übrigens Calou gar nicht an sondern schreibt lediglich die auf dem Papier benötigten Daten von Calou’s Reisepass ab.  Jetzt sind wir gespannt, ob wir diese Papiere beim Check-in tatsächlich benötigen oder nicht. Zuerst genehmigen wir uns ein letztes Mexikanisches Essen und dann verbringen wir bis zum Abend die Zeit mit Spaziergängen im Park gleich vor der Abflughalle. Zur gegebenen Zeit stellen wir uns mit Calou in die Check-in Linie, den Kennel „parkieren“ wir beim Schalter. Bald aber schon kommt ein Beamter und faucht uns mal kurz an, weil Calou nicht in der Kiste ist. Zudem meint er harsch, wir müssen unbedingt noch Ausfuhrpapiere besorgen, dies eile sehr, sonst fliegt der Hund nicht mit. Also doch…. Unsere Bemühungen haben sich gelohnt. Wir beruhigen den Mann und zeigen ihm die Papier, was ihn veranlasst, auf einmal sehr freundlich zu sein – er hätte wohl auch Stress gehabt. Wir müssen nicht weiter in der Schlange stehen und werden bevorzugt behandelt. Nochmals haben wir eine gute Stunde Zeit um mit Calou „Gassi“ zu gehen. Dann müssen wir mit Calou und der Kiste nochmals in einen speziellen Raum. Alles wird auf Sprengstoff untersucht, Calou muss sogar seinen Bauch zeigen! Ab in die Kiste und auf dem Förderband geht der Hund im Kennel zum Flieger. Natürlich beauftrage ich wieder Personal um abzuklären, ob Calou im Flieger ist, was von zwei Seiten bejaht wird.


Unsere Reise werden wir im Oktober 2012 fortsetzen.

We will continue our tour october 2012!